Wertschöpfung und Arbeit in Deutschland: Fraunhofer ISI wirft einen Blick nach vorne – Delphi-Befragung gestartet

04. August 2020

Das Fraunhofer ISI evaluiert das 2021 auslaufende Programm »Innovationen für Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Neben den Wirkungen der bisherigen Förderungen geht es um künftige Forschungsfragen im Bereich Zukunft der Wertschöpfung und Arbeit. Dazu führt das Institut bis zum 24. August 2020 eine Delphi-Befragung durch.

Mit dem Forschungsprogramm »Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen« verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Ziel, die Spitzenstellung Deutschlands im Bereich der Produktions-, Dienstleistungs- und Arbeitsforschung zu festigen und auszubauen. Dadurch soll die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland sowohl branchenbezogen als auch branchenübergreifend gesichert und weiter erhöht werden. Wie gut das gelungen ist, soll die Evaluation des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI zeigen, die aktuell durchgeführt wird.

Neben einer rückschauenden Wirkungsanalyse stehen die zukünftigen Forschungsfragen im Fokus. Die Forschungsförderung des BMBF will unter einem zunehmend integrativen und systemischen Blick die Forschung zu Wertschöpfung und Arbeit vorantreiben. Sie zielt auf Entwicklungen und Innovationen, die unternehmerisches und gesellschaftliches Handeln in allen Phasen der Wertschöpfung – also unter Berücksichtigung der Produktion, Dienstleistung und Arbeit – in Deutschland abdecken.

Aus mehreren Diskussionsrunden, Workshops und Publikationen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vielfältige Herausforderungen zur Zukunft von Wertschöpfung und Arbeit identifiziert. Für die Delphi-Befragung wurden diese zu sechs Themenfeldern verdichtet: Dynamik von Wertschöpfungssystemen, Geschäftsmodelle und Nutzenversprechen, der Mensch in der Wertschöpfung, Ressourcen, soziotechnische und methodische Innovationen sowie Vernetzung und Kooperation.

Personen mit fachlichen Bezügen zu diesen Themen sind jetzt zur Delphi-Befragung eingeladen und können sich aktiv an der fördertechnischen Ausgestaltung der Zukunft von Wertschöpfung und Arbeit beteiligen: Sie können Vorschläge zur Modifikation der Herausforderungen machen, eigene Ideen ergänzen und Forschungsfragen benennen sowie den Forschungsbedarf für Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft im nationalen und internationalen Kontext skizzieren.

Projektleiterin Dr. Marianne Kulicke vom Fraunhofer ISI nennt Ziele der Delphi-Befragung: »Die Expertise eines großen Kreises an Personen soll vielfältige Erkenntnisse liefern, wie die künftige Forschungsförderung den Chancen und Herausforderungen der Zukunft von Wertschöpfung und Arbeit begegnen kann. Die laufende Befragung der Fördernehmenden aus dem Programm wird um die Einschätzungen weiterer Personen ergänzt.«

Die Teilnahme an der Befragung ist bis zum 24. August 2020 möglich. Es können Angaben zu einem oder mehreren der sechs Themenfelder gemacht werden, davon hängt der Zeitbedarf ab.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.