Projekt

Integration ökonomischer und lösungsorientierter innovationspolitischer Rationalitäten. Innovationspolitische Studien zur Unterstützung der Vorbereitung des Reinhard Mohn Preises 2020

Mit Blick auf die Verleihung des Reinhard Mohn Preises 2020 unterstützt das Fraunhofer ISI die Bertelsmann Stiftung bei der fachlichen und wissenschaftlichen Vorbereitung der Preiseverleihung. Der Reinhard Mohn Preis 2020 steht unter der Überschrift »Innovationskraft stärken. Potenziale erschließen«. Hintergrund für die Auswahl dieses Themas ist die Erkenntnis, dass Deutschland und Europa vor zwei miteinander verschränkten Herausforderungen stehen:

  1. Die Innovationskraft in Europa und in Deutschland droht zu schwinden und in Folge könnte der Kontinent gegenüber den USA und China in wichtigen Bereichen zurückfallen.
  2. Europa und die Welt stehen vor existentiellen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, die in den »Sustainable Development Goals« der Vereinten Nationen ihren bislang stärksten globalen Ausdruck gefunden haben.

Diese beiden Herausforderungen werden häufig unabhängig voneinander oder sogar als Widerspruch formuliert. Das Projekt verfolgt einen radikal anderen Ansatz. Es geht von der These aus, dass durch die produktive Verbindung der beiden Paradigmen, »Innovationskraft und technologische Wettbewerbsfähigkeit stärken« und »gesellschaftliche Problemlösung durch Innovation«, positive Effekte generiert und neue Potenziale erschlossen werden können. Das Projekt identifiziert und analysiert daher solche politischen Initiativen und Ansätze, die diese Integration explizit anstreben und in der Lage sind, sie wirksam zu verbinden.

Um Politik und Öffentlichkeit für die Chancen für Deutschland und Europa, die sich aus der Verbindung von Wettbewerbs- und Problemlösungsorientierung ergeben, zu sensibilisieren und der Diskussion weitere Impulse zu liefern, reflektiert das Projekt kritisch, unter welchen Bedingungen diese Verknüpfung in der innovationspolitischen Praxis gelingen kann und inwiefern Deutschland und Europa hieraus lernen können.

  • Internationale »Good-Practice«-Recherche (Finnland, Großbritannien, Niederlande, Portugal, Schweden, Schweiz, Chile, Israel, Kanada, USA)
  • Desk Research: Recherche von Fachliteratur, Analyse von Dokumenten bzw. landesspezifischer Indikatoren
  • Leitfadengestützte Experteninterviews mit Experten nationaler Innovationspolitik

Anhand ausgewählter internationaler »Good-Practice«-Beispiel beleuchten vier Teilstudien die Projektthese aus vier verschiedenen Blickwinkeln.

  • Thesenpapier 1 diskutiert, welche Prozesse und Mechanismen die Konzeption und Umsetzung innovationspolitischer Strategien erleichtern
  • Thesenpapier 2 geht auf internationale Beispiele ein, inwiefern Praktiken der interdisziplinären und sektorenübergreifenden Vernetzung von Akteuren die Verknüpfung von Wettbewerbsfähigkeit und Lösungsorientierung befördern können.
  • Thesenpapier 3 reflektiert unter kritischer Würdigung der Stärken des deutschen Innovationssystems, wie missionsorientierte Sprunginnovationen besser gefördert werden können.
  • Schließlich diskutiert Thesenpapier 4, wie Gründungen aus der Wissenschaft und Wirtschaft, die gezielt zur Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme beitragen wollen, gestärkt sowie die wachstumsorientierte Finanzierung von (High-Tech-)Start-ups ausgebaut werden können.
  • Die zentralen Erkenntnisse und innovationspolitischen Empfehlungen aller Studien werden in einem Synthesepapier zusammengefasst.

Laufzeit

09/2019 – 06/2020

Auftraggeber

Bertelsmann Stiftung

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