Projekt

ANYMOS

Zweite Förderphase

Im Fokus der zweiten Förderphase (Januar 2026 bis Dezember 2028) von ANYMOS steht die Wirkung der politisch angestrebten Pflicht zur Bereitstellung von Mobilitätsdaten. Die Pflicht zur Bereitstellung bezieht sich primär auf Daten zur Verkehrsinfrastruktur (statisch) und zum Betrieb von Mobilitätsdiensten (dynamisch). Oft ist es jedoch schwierig, diese Daten von Informationen über das Verhalten und die Präferenzen der Nutzenden (individuell) abzugrenzen, was häufig einen Personenbezug herstellt. Die Konsortialpartner entwickeln technische Lösungen, um offene Datenbereitstellung mit den Anforderungen von Anbietern innovativer, datenbasierter Mobilitätslösungen in Einklang zu bringen.

 

Erste Förderphase

In der ersten Förderphase des Kompetenzclusters ANYMOS (November 2022 bis Dezember 2025) standen in der Schnittmenge der zwei Themenfelder autonomes Fahren und vernetzte Infrastruktur sowie öffentlicher Verkehr Verfahren der Anonymisierung personenbeziehbarer Informationen. Die hochgradig vernetzten Systeme des Mobilitätssystems bergen das Risiko der Profilbildung, wenn Bewegungsprofile oder Ortungsdienste in diesem Rahmen entstehen. Ziel war es deshalb, innerhalb von ANYMOS ein Vorgehensmodell zu erarbeiten und zu etablieren, das Unternehmen hilft, Anwendungsfälle im Bereich Mobilität Anonymisierungsbedarfe und -möglichkeiten zu identifizieren, geeignete Anonymisierungsmethoden entsprechend dem Stand der Forschung und Technik auszuwählen, diese korrekt anzuwenden und systematisch Re-Identifikationsrisiken zu identifizieren und zu bewerten. 

 

Der Kompetenzcluster Anonymisierung für vernetzte Mobilitätssysteme (ANYMOS) möchte erforschen, wie Techniken zur Anonymisierung in hochgradig vernetzten Mobilitätssystemen und der dazu notwendigen massiven Datenerhebung und -verarbeitung effektiv eingesetzt werden können. Im Fokus steht das Verständnis, welche Informationsquellen durch diese Systeme entstehen, wie diese zusammenspielen, welche personenbeziehbare Informationen sie enthalten und wie Techniken zur Anonymisierung darauf einwirken. Die Notwendigkeit zur ganzheitlichen Betrachtung vernetzter Mobilitätssysteme ergibt sich v.a. aus dem hohen Risiko zur Identifikation und Profilbildung von Personen durch Daten mit Ortsbezug und dem ebenfalls hohen Risiko zur Profilbildung bspw. im Individualverkehr. Selbst wenn beispielsweise die Bilddaten einer Verkehrskamera entsprechend dem Stand der Technik anonymisiert (z. B. auf reine Trajektorien reduziert) werden, können trotzdem die Trajektorien einzelnen Personen zugeordnet werden, wenn aus anderen Informationsquellen präzise Bewegungsprofile verfügbar sind (Navigation, Fahrzeugdiagnose, ortsbezogene Dienste auf Smartphones etc.). Der Kompetenzcluster wird alle Forschungsarbeiten entlang von Anwendungsfällen aus den beiden Themenfeldern autonomes Fahren und vernetze Infrastruktur sowie öffentlicher Verkehr durchführen.

Der Kompetenzcluster ANYMOS verfolgt langfristig das Ziel, Anonymisierung als Enabling-Technologie zu etablieren, um Unsicherheiten in Bezug auf die Notwendigkeit zur Anwendung der Regelungen des Datenschutzes beim Teilen und Nutzen von Daten abzubauen und die starke Position Deutschlands in den Bereichen Automotive und öffentlicher Verkehr auch bei daten-getriebenen Innovationen zu bewahren. Als Instrument zum Abbau von Unsicherheiten wird ANYMOS ein Vorgehensmodell erarbeiten und etablieren, das Unternehmen hilft, Anwendungsfälle im Bereich Mobilität Anonymisierungsbedarfe und -möglichkeiten zu identifizieren, geeignete Anonymisierungsmethoden entsprechend dem Stand der Forschung und Technik auszuwählen, diese korrekt anzuwenden und systematisch Re-Identifikationsrisiken zu identifizieren und zu bewerten.

 

 

Das Fraunhofer ISI übernimmt in Bezug auf die thematischen Bereiche der Datenwertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle die Leitung des entsprechenden Arbeitspakets. Auf Grundlage der Anwendungsfälle aus den Bereichen Automotive und öffentlicher Verkehr sollen die Datenströme anhand von Datenwertschöpfungsketten nachgebildet und modelliert werden. Ziel ist es, den Datennutzwert unter Anonymisierungsgesichtspunkten zu ermitteln.

Daneben bilden die digitalen Geschäftsmodelle einen weiteren Forschungsschwerpunkt. Digitale Geschäftsmodelle werden im Mobilitätsbereich aufgrund zunehmender datenbasierter Orientierung relevant. Hierbei sollen die drei Aspekte der Anonymisierung, des Datennutzwertes und der Datenwertschöpfungsketten von Mobilitätsdaten insofern zusammengebracht werden, dass gewinnbringende Geschäftsmodelle ermöglicht werden. Ziel hierbei ist es, für die Mobilitätsbranche relevante Geschäftsmodelle formulieren zu können. 

 

 

 

Laufzeit

Förderphase 2: 01/2026 bis 12/2028

Förderphase 1: 11/2022 bis 12/2025

Auftraggeber

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)

Förderphase 1 (zusätzlich): Finanziert von der Europäischen Union, NextGenerationEU

Partner

  • FZI Forschungszentrum Informatik, Karlsruhe (Förderphase 1 & 2)
  • Karlsruher Institut für Technologie – KASTEL (Förderphase 1 & 2)
  • Karlsruher Institut für Technologie – TRIANGEL (Förderphase 1 & 2)
  • Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Karlsruhe (Förderphase 1 & 2)
  • AVL Deutschland GmbH, Mainz (Förderphase 1 & 2)
  • INIT GmbH, Karlsruhe (Förderphase 1 & 2)
  • Karlsruher Verkehrsverbund GmbH (Förderphase 1)
  • iris-GmbH infrared & intelligent sensors, Berlin (Förderphase 1)
  • raumobil GmbH (Förderphase 2)
  • Universität Ulm (Förderphase 2)