Projekt

Politikszenarien ProgRess

Ressourcenschonung und die Steigerung der Ressourceneffizienz sind in den letzten Jahren politisch immer bedeutsamer geworden. Die Umsetzung geht jedoch nur langsam voran und die Entwicklung der Rohstoffproduktivität blieb hinter dem Zielpfad zurück, bis sie durch den neuen Indikator der Gesamtrohstoffproduktivität in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie abgelöst wurde. Insbesondere die bisherigen ökonomischen Anreize reichen in der Regel nicht aus, um langfristige und kontinuierliche Veränderungen hin zu einer stärkeren Ressourceneffizienz zu bewirken.

Das Ziel des Forschungsvorhabens »Analyse und Bewertung von Politikmaßnahmen und ökonomischen Instrumenten des Ressourcenschutzes für die Weiterentwicklung von ProgRess« (FKZ 3716 32 101 0) ist die Identifikation vielversprechender Maßnahmen und Handlungsfelder mit hohem Potenzial zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Aufbauend auf den identifizierten Handlungsfeldern werden systematisch Politikinstrumente zur Umsetzung der Maßnahmen ausgearbeitet sowie deren Wirkungsweise analysiert. Der Fokus liegt dabei auf klassischen ökonomischen Instrumenten.

 

Das Vorgehen gliedert sich in mehrere Schritte:

  1. Identifikation von Handlungsfeldern: Diese geschieht überwiegend basierend auf Literaturrecherchen. Gesucht werden Felder, die hohe Potenziale der Ressourcenschonung bergen, für die konkrete Maßnahmen (zum Beispiel technischer Art) bekannt sind und wo die Umsetzung der Maßnahmen durch Hemmnisse blockiert ist, die sich gut mit ökonomischen Politikinstrumenten adressieren lassen.
  2. Identifikation und Ausarbeitung potenzieller Instrumente: Im zweiten Schritt werden ebenfalls literaturbasiert vielversprechende ökonomische Instrumente recherchiert. Durch ein Matching geeigneter Handlungsfelder mit vielversprechenden Instrumenten werden schließlich mehrere Instrumente in verschiedenen Handlungsfeldern für eine vertiefte Analyse ausgewählt. Die Auswahl wird in Stakeholder-Workshops diskutiert. anschließend werden Details (und ggf. Varianten) der Implementierung ausgearbeitet. Zusätzlich wird eine qualitative und semi-quantitative Wirkungsanalyse der Instrumente durchgeführt.
  3. Quantitative Analyse der Instrumente und Empfehlungen: Mittels einer makroökonomische Input-Output Analyse werden die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der einzelnen Instrumente und verschiedener Policy-Mixes untersucht. Aus den Ergebnissen leiten sich Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Ressourceneffizienprogramms (ProgRess) ab.

Am 29.1.2019 fand die Fachkonferenz „Ökonomische Instrumente zur Steigerung der Ressourceneffizienz“ im Fraunhofer Forum Berlin statt. Durchgeführt wurde sie anlässlich der im Abschluss befindlichen Studie „Analyse und Bewertung von Politikmaßnahmen und ökonomischen Instrumenten des Ressourcenschutzes für die Weiterentwicklung von ProgRess“, erarbeitet im Auftrag des UBA durch das Fraunhofer ISI, die FFU und das FÖS. Auf der Fachkonferenz hielt zunächst der Bundesminister der Finanzen a. D. Hans Eichel die Key Note „Mit Steuern steuern“. Anschließend wurden die Projektergebnisse vorgestellt und diskutiert. In zwei parallel stattfindenden Foren erörterten die Teilnehmenden mögliche Innovationswirkungen sowie finanz- und verteilungspolitische Implikationen. Abschießend wurde in einer Podiumsdiskussion der Frage nachgegangen, welche Rolle ökonomische Instrumente in der Ressourcenpolitik künftig spielen können und sollen (Link zum Programm).

Laufzeit

14.2.2017 - 15.08.2019

Auftraggeber

  • Umweltbundesamt (UBA), Dessau-Roßlau 

Partner

  • Forschungszentrum für Umweltpolitik FU Berlin (FFU)
  • Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS)