Zukunft der Innenstädte – nachhaltige Innenstadtzukünfte mit Foresight gemeinsam gestalten
Im Projekt »Zukunft der Innenstädte – nachhaltige Innenstädte mit Foresightmethoden neu denken« wurden im Auftrag des Umweltbundesamtes neue Wege erprobt, um Innenstädte langfristig, nachhaltig und gemeinsam mit lokalen Akteur:innen weiterzuentwickeln. Angesichts von Klimawandel, demografischen Entwicklungen, Digitalisierung, veränderten Mobilitätsbedürfnissen und wirtschaftlichen Umbrüchen unterstützt die Strategische Vorausschau Kommunen dabei, unterschiedliche mögliche Zukünfte zu erkunden und tragfähige Handlungsoptionen zu entwickeln.
Den Foresight-Teil verantwortete das Fraunhofer ISI unter der Leitung von Dr. Anna Kirstgen. Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) wurde ein praxisnaher und partizipativer Prozess konzipiert und in sieben Kommunen durchgeführt. Die beteiligten Städte und Stadtquartiere – darunter Barntrup, das Bremer Faulenquartier, Hann. Münden, Bitterfeld-Wolfen, Haßfurt, Großenhain und Bad Belzig – standen für unterschiedliche regionale, räumliche und demografische Ausgangslagen. Von historischen Stadtkernen über innerstädtische Quartiere bis hin zu Städten mit besonderen Landschafts- oder Transformationsbezügen spiegelten sie die Vielfalt kommunaler Herausforderungen wider.
Im Mittelpunkt standen zahlreiche partizipative Formate, insbesondere zweitägige Zukunftswerkstätten vor Ort. Bürger:innen, Vertreter:innen aus Verwaltung und Politik, lokale Gewerbetreibende, Stadtplanung, Zivilgesellschaft, Kultur, Initiativen sowie Fach- und Praxisexpert:innen entwickelten gemeinsam Perspektiven für ihre Innenstadt im Jahr 2048. Die Werkstätten schufen einen geschützten Raum, um etablierte Denkmuster zu verlassen, unterschiedliche Interessen sichtbar zu machen und positive, zugleich realistische und umsetzbare Zukunftsbilder zu entwerfen.
Ein zentrales Element waren die Future Seeds: anschauliche Signalkarten, die gesellschaftliche, technologische, ökologische, ökonomische und politische Entwicklungen aufgreifen. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Trendanalyse wurden damit zielgruppengerecht, visuell und niederschwellig aufbereitet. Die Teilnehmenden konnten die Seeds auswählen, diskutieren, priorisieren und durch lokale Themen ergänzen. So wurden globale Entwicklungen mit den konkreten Bedingungen und Bedürfnissen der jeweiligen Kommune verbunden.
Das Workshop-Format führte schrittweise von der Auswahl relevanter Zukunftssignale über die Entwicklung gemeinsamer Visionen bis hin zu einem Stresstest möglicher künftiger Ereignisse, etwa Extremwetter, Leerstand oder gesellschaftliche Veränderungen. Abschließend wurden die Visionen auf konkrete Orte in der jeweiligen Innenstadt übertragen und als Stadtgeschichten ausgestaltet. Auf dieser Grundlage entstanden – in Zusammenarbeit mit Studio Rustemeyer – Illustrationen der jeweiligen Stadtvision vor Ort, die abstrakte Zukunftsbilder greifbar machen und den lokalen Dialog über Stadtentwicklung unterstützen.