Projekt

Gemeinwohlorientierung im Zeitalter der Digitalisierung: Transformationsnarrative zwischen Planetaren Grenzen und Künstlicher Intelligenz

Die Menschheit befindet sich aktuell auf einem nicht nachhaltigen Entwicklungspfad. Die derzeitige Umweltpolitik zielt daher im Sinne des Gemeinwohls auf eine Umgestaltung der Mensch-Umwelt-Verhältnisse. Die einschlägigen Transformationsnarrative nehmen bislang zwar neue Verhältnisse dieser Art in den Blick. Sie blenden dabei jedoch oft aus, dass sich unsere Vorstellungen von der Verfasstheit der Menschheit (conditio humana) in den betrachteten Zeiträumen grundlegend ändern können und unter Umständen auch sollen. Gleichzeitig werden disruptive digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Digitales Enhancement entwickelt, die die conditio humana entscheidend verändern könnten. Hiermit gehen Prozesse einher, die „Verschmelzungen“ digitaler, materieller (unbelebter) und biologischer Bereiche zur Folge haben oder haben können. Solche Verschmelzungen rütteln an überlieferten Selbstverständnissen, was das Menschsein und das Zusammenleben ausmacht, was Menschen mit ihren kulturellen Artefakten verbindet und wo Menschen in der Natur stehen.

Das Vorhaben „Gemeinwohlorientierung im Zeitalter der Digitalisierung: Transformationsnarrative zwischen Planetaren Grenzen und Künstlicher Intelligenz“ entwickelt ethische Konzepte und sinnstiftende Erzählungen (Narrative) für gesellschaftliche Veränderungsprozesse unter ausdrücklicher Berücksichtigung von solchen digitalen Technologien, die die derzeitigen Beziehungen zwischen Mensch, Technik und Umwelt grundlegend verändern können.

Teilziele und Forschungsinhalte sind:

  • die Identifizierung und Charakterisierung von Digitalisierungsfeldern, die mit grundsätzlichen Brüchen der Mensch-Technik-Umwelt-Beziehungen einhergehen können (AP 2: Screening),
  • die kritische Reflexion der Narrative über disruptive digitale Technologien sowie die Analyse und Erweiterung der umweltethischen Fragen insbesondere in Bezug auf Künstliche Intelligenz (AP 3: neue ethische Denkwege),
  • die Identifizierung möglicher Anknüpfungspunkte für die neuen ethischen Denkwege im aktuellen Institutionengefüge (AP 4: Anknüpfung),
  • Einstiege in neue Transformationsnarrative unter Berücksichtigung disruptiver digitaler Technologien (AP 5: Storyboards).

Das Competence Center Foresight des Fraunhofer ISI leitet das Gesamtvorhaben. Das Competence Center Neue Technologien und das Competence Center Nachhaltigkeit und Infrastruktursysteme sind am Vorhaben beteiligt.

Laufzeit

11/2018 – 06/2021

Auftraggeber

  • Umweltbundesamt (UBA) 

Partner

  • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe
  • Eberhard Karls Universität Tübingen, Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)
  • Stefanie Saghri (Illustratorin)