Sieben herausragende Preisträger aus Wirtschaft und Forschung: Bundesumweltministerium und BDI würdigen Innovationen für Umwelt- und Klimaschutz

22.2.2018

Das Bundesumweltministerium und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) haben am 21. Februar 2018 den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) an sieben Preisträger verliehen. Mit dem IKU werden seit 2009 herausragende Umweltinnovationen von deutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen prämiert. Bei den diesjährigen Preisträgern geht es unter anderem um klimafreundliche Kühlsysteme im Einzelhandel, neue Rohstoffe zur Papierherstellung, Gerbstoffe für Leder und Erneuerbare Energien. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth und Holger Lösch, Stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer, zeichneten sechs Preisträger in fünf Kategorien aus. Mit einem Sonderpreis »Innovation und biologische Vielfalt« würdigten sie ein weiteres Projekt. Die wissenschaftliche Bewertung der eingereichten Innovationen wurde vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI durchgeführt.

© Christian Kruppa/IKU

Gratulanten und Preisträger: Moderatorin Birgit Klaus, Viessmann Kühlsysteme GmbH, Creapaper GmbH, Mayer & Cie. GmbH & Co. KG, LANXESS AG, MicroEnergy International GmbH, Renewables Academy AG (RENAC), Christliche Fachkräfte International e.V. (CFI), Jury-Vorsitzender Prof. Ottmar Edenhofer, Staatssekretär Jochen Flasbarth, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: »Das gezielte Miteinander von Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Hand hilft dabei, Klimaschutzpotenziale auch im Mittelstand zu heben. Deshalb ermutigen und unterstützen wir mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt alle zwei Jahre Unternehmen, ihre innovativsten Lösungen einzureichen. Das ist gut für die Zukunft Deutschlands, seiner Unternehmen und unserer Forschungseinrichtungen.«

Der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch sagt: »Innovationen sind das Fundament für die Industrie von morgen. Nur so werden Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen und der Schutz von Umwelt und Klima gelingen.« Produzierende Unternehmen wollen auch im Klima- und Umweltschutz verlässliche Problemlöser bleiben. Lösch betont: »Der Innovationspreis für Klima und Umwelt unterstreicht, dass Umwelt- und Klimaschutz eine innovative Industrie brauchen.«

 

Die Preisträger des IKU 2017:

  • In der Kategorie »Prozessinnovationen für den Klimaschutz« wird die Viessmann Kühlsysteme GmbH aus Hof/Saale für das ESyCool green-System ausgezeichnet. Dieses spart Strom für den Lebensmitteleinzelhandel, indem das gesamte Energiemanagement für die Kühlung der Kühlregale und die Gebäudeheizung über kleine, hermetisch dichte Wärmepumpen mit dem fluorfreien Kältemittel R290 (Propan) realisiert wird.
  • Der Creapaper GmbH aus Hennef gelang es, Grasfasern als Rohstoff für die Papierherstellung rein mechanisch und ohne chemische Zusätze aufzubereiten, um damit umweltfreundlicheres Papier zu entwickeln. Dafür erhält das Unternehmen einen Preis in der Kategorie »Produkt- und Dienstleistungsinnovationen für den Klimaschutz«.
  • In der Kategorie »Umweltfreundliche Technologien« gewinnt die Mayer & Cie. GmbH & Co. KG aus Albstadt mit der Technologie Spinit 3.0 E, die drei herkömmliche Maschinen im Spinn- und Strickprozess in der Textilherstellung durch eine einzige ersetzt und somit Energie und Rohstoffe einspart.
  • Der Spezialchemie-Konzern LANXESS AG, ansässig in Köln, hat gemeinsam mit den Projektpartnern INVITE GmbH und HELLER-LEDER GmbH & Co. KG einen neuen Herstellungsprozess für Nachgerbstoffe aus Nebenprodukten der Lederherstellung in dezentralen Anlagen direkt in den Gerbereien entwickelt. Fossile Rohstoffe werden durch Nebenprodukte der Lederindustrie und nachwachsende Rohstoffe ersetzt sowie große Energiemengen für Sprühtrocknung und Transporte eingespart. An das Unternehmen geht der Preis in der Kategorie »Umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen«.
  • In der Kategorie »Klima- und Umweltschutztechnologietransfer in Entwicklungs- und Schwellenländern und in Staaten Osteuropas« werden zwei Unternehmen ausgezeichnet: MicroEnergy International GmbH aus Berlin hat das Konzept der Schwarmelektrifizierung entwickelt, welches mit dem Tochterunternehmen ME SOLshare Ltd. in Bangladesch umgesetzt wird. Dabei werden existierende Solarpanele von benachbarten Haushalten mit Hilfe intelligenter Controller (SOLbox) verbunden und ermöglichen einen dezentralen Netzaufbau. Der produzierte Solarstrom kann dadurch umfangreicher genutzt und zwischen den Haushalten verkauft werden. Renewables Academy AG (RENAC) aus Berlin fördert die Märkte von grünen Energien und Klimaschutz durch Capacity Building im Finanzsektor von Schwellenländern. Ihr Konzept zur Vermittlung von Wissen über erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie zu internationalen Finanzierungsinstrumenten hilft, entsprechende Investitionen anzuregen.

Zusätzlich zu den Preisen in den »klassischen« fünf IKU-Kategorien hat die Jury den Sonderpreis »Innovation und biologische Vielfalt« vergeben. Damit würdigen Bundesumweltministerium und BDI Innovationen, die dem Klima- und Umweltschutz durch Verbesserung der Biodiversität dienen. Der Sonderpreis geht an den Christliche Fachkräfte International (CFI) e.V. aus Stuttgart. Der Verein nutzt zusammen mit seinem Partner Ndejje Universität Maisspindeln als Abfallbiomasse zur Brikettherstellung in Uganda. Das Verfahren verringert die Abholzung und erhöht die Biodiversität, Gesundheit und Energieeffizienz im Land.

Über den IKU

Der Deutsche Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) ist eine renommierte Auszeichnung, die in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal gemeinsam von Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit (BMUB) und vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vergeben wird. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer hochrangig besetzten Jury unter Vorsitz von Prof. Ottmar Edenhofer (Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change). Grundlage der Jury-Entscheidung ist die wissenschaftliche Bewertung durch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI. Der IKU wird aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert. Das Preisgeld beträgt in jeder Kategorie 25.000 Euro. In der Kategorie »Klima- und Umweltschutztechnologietransfer in Entwicklungs- und Schwellenländern und in Staaten Osteuropas« wurden in diesem Jahr zwei Unternehmen ausgezeichnet.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.iku-innovationspreis.de.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.