Projekt

Transition in globalen Wertschöpfungsketten: Förderung der sozialen Nachhaltigkeit (SoNa-WSK)

In globalen Wertschöpfungsprozessen stehen oft Entwicklungsländer am Anfang der Lieferkette. In vielen dieser Länder sind die Arbeitsbedingungen unter anderem im Hinblick auf Arbeits- und Gesundheitsschutz bedenklich und teilweise menschenunwürdig. Langfristig schneidet in einem solchen Modell der globalen Arbeitsteilung nicht nur die soziale Dimension der Nachhaltigkeit schlecht ab, sondern auch die ökonomische. Die Umsetzung der sozialen Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten (WSK) und Produktionsnetzwerken stellt Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Zum einen ist es schwierig, eine internationale Lieferkette durch politische Maßnahmen zu regulieren, da entsprechende nationalstaatliche Regulierungen immer nur einen kleinen Anteil der Kette tangieren. Zum anderen geht die Komplexität vieler Wertschöpfungsketten häufig mit einer fehlenden Transparenz in Bezug auf die beteiligten Akteure sowie die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards einher. Zwar gibt es erste Ansätze, um Lieferketten sozial nachhaltiger zu gestalten, aber ein umfassender Fokus auf soziale Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten ist heutzutage noch selten aufzufinden.

Im Rahmen der vom BMBF geförderten Innovations- und Technikanalyse (ITA) untersucht das SoNa-WSK-Projekt im Themenfeld »Neue globale Innovationspfade« zum einen die Entwicklungsbedingungen, die in den nächsten fünf Jahren die Verbreitung sozial nachhaltiger Wertschöpfungsketten prägen werden. Zum anderen sollen Transitionsszenarien erarbeitet werden, die sich mit unterschiedlichen Handlungsoptionen und möglichen zukünftigen Transitionen auseinandersetzen, um zu untersuchen, welcher Veränderungen es bedarf, damit sozial nachhaltigere Praktiken in globalen Wertschöpfungsketten stärker Einzug in das operative Geschäft nehmen.

Dazu soll zunächst der Ansatz der Multi-Level-Perspektive (MLP) aus der Transitionstheorie verwendet werden, um die wesentlichen Rahmenbedingungen, die in den nächsten Jahren einen Einfluss auf die Verbreitung sozial nachhaltiger WSK haben werden, und deren Rolle in einer solchen möglichen Veränderung zu identifizieren. Dafür wird ergänzend zur Transitionstheorie ein Foresight-Ansatz verwendet, der es erlaubt, mögliche Transitionspfade und Handlungsoptionen zu deren Förderung abzuleiten.  Im Rahmen von Fallstudien zu mobilen Endgeräten und Kleidung werden durch Literaturrecherche und Experteninterviews Treiber und Hemmnisse für eine sozial nachhaltigere Gestaltung von WSK identifiziert.

Laufzeit

August 2015 - Juli 2017

Auftraggeber

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF