Projekt

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Sharing Economy in der Lebensmittelversorgung – Neue Modelle der Konsumenten-Produzenten-Interaktionen, Trends und Folgenabschätzung

Im Mittelpunkt dieses Forschungsvorhabens steht der Konsumbereich Ernährung. Hier zeichnen sich bereits heute Veränderungen im Bereich neuer, flexibler Formen von Konsumenten-Produzenten-Interaktionen (KPI) ab, welche die tradierten Modelle von Eigentum und Konsum herausfordern.

Wie im BMBF-Foresight-Prozess herausgearbeitet wurde, stellen diese neuen Formen des Konsums »soziale Innovationen dar, deren Ausbreitung als Vorbote einer neuen Wirtschaftsform gedeutet werden kann.« Während Konsumenten in etablierten Systemen weitestgehend von der Produktion entkoppelt sind, stellen sich die neuen Sharing-Konzepte als unterschiedliche Konstellationen von KPI dar, die mit Verkürzungen der Lebensmittelkette, der Anwendung nachhaltiger Produktionsverfahren und der Adaptation von Produktionsinnovationen einhergehen. Modelle wie Allmende, Gemeinschafts- und Mietgärten oder Solidarische Landwirtschaft setzen auf neue, flexible Interaktionsebenen durch Einbeziehung der Konsumenten in den Produktionsprozess und die gemeinschaftliche nachhaltige Nutzung und das Teilen von Ressourcen, insbesondere Land, Arbeit, Produktionsmittel, Geld, aber auch Wissen. Im Rahmen eines Paradigmenwechsels können diese neuen Sharing-Konzepte erheblich an Bedeutung gewinnen und ziehen dabei maßgebliche Potenziale, aber auch Risiken für die nachhaltige Entwicklung, Wohlstand und Lebensqualität nach sich.

Im Mittelpunkt dieses Vorhabens steht die Beantwortung folgender Forschungsfragen:

  • Wie lassen sich die neuen Konsum- und Eigentumsmodelle im Bereich der Nahrungsmittelproduktion systematisieren?
  • Welche Potenziale und Risiken für eine nachhaltige Entwicklung, Wohlstand und Lebensqualität bestehen in den verschiedenen KPI-Konstellationen im Bereich der Nahrungsmittelproduktion?
  • Wie stellen sich perspektivische Entwicklungspotenziale unter verschiedenen Szenarioperspektiven dar?

Durch eine zukunftsorientierte Betrachtung der neuartigen Konzepte der Nahrungsmittelproduktion werden Potenziale, Risiken und Gestaltungsspielräume herausgearbeitet. Darüber hinaus werden Steuerungsbedarfe aufgezeigt, um den Transformationsprozess zu nachhaltigem Wirtschaften zu unterstützen. Die Ausarbeitung der Forschungsfragen erfolgt entlang der folgenden vier Arbeitsschwerpunkte:

  1. Charakterisierung und Systematisierung von Konsumenten-Produzenten-Interaktionen (KPI);
  2. Szenarienentwürfe zur Zukunft neuer Modelle der Nahrungsmittelproduktion;
  3. Abschätzung der Innovations- und Technikfolgen auf Nachhaltigkeit, Wohlstand und Lebensqualität;
  4. Steuerungsbedarfe und Modelle interner und externer Governance.

Die Forschungsergebnisse zu neuartigen Konzepten der Nahrungsmittelproduktion werden strukturiert aufbereitet und entlang des gesamten Forschungsvorhabens sowohl für wissenschaftliches Fachpublikum als auch für Praktiker und die interessierte Öffentlichkeit aufbereitet und zugänglich gemacht.

Das Fraunhofer ISI leitet die Entwicklung von Zukunftsszenarien neuer Modelle der Nahrungsmittelproduktion in Arbeitspaket 2. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die in den Arbeitspaket 1 vertieft analysierten, neuen Konsum- und Eigentumsmodelle im Ernährungsbereich langfristig entwickeln könnten und welche Implikationen die verschiedenen Entwicklungspfade für das sozio-ökonomische Umfeld in Stadt und Land haben. Die Zukunftsbilder bieten eine Grundlage für die Ableitung der Chancen und Risiken der flexiblen Konsum- und Eigentumsmodelle in Arbeitspaket 3 und die Entwicklung von Handlungsoptionen für heute in Arbeitspaket 4. Gleichzeitig bilden die Szenarien einen Katalysator für zukunftsorientierte Diskurse, in der verschiedene Akteursgruppen ihre Erwartungen diskutieren und ein gemeinsames Verständnis entwickeln können.

Publikationen

Laufzeit

08/2015 - 07/2017

Auftraggeber

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Partner

  • Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. (Koordination)

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