Im Rahmen des im Jahr 2018 verabschiedeten Pakets „Saubere Energie für alle Europäer bis 2030“ wurde ein politischer Rahmen für die Europäische Union (EU) entwickelt, der als Leitfaden für die Umsetzung des Pariser Abkommens und anderer Ziele im Zusammenhang mit der Versorgungssicherheit und einem wettbewerbsfähigen Energiesystem dienen soll. Die Langfriststrategie der EU für 2050 entwickelt mögliche Szenarien für eine klimaneutrale EU bis zum Jahr 2050, wobei einige Szenarien auf den vollständigen Einsatz aller technologischen Optionen abzielen, während andere Szenarien von einem gestiegenen Klimabewusstsein der EU-Bürger:innen ausgehen, welches sich in Änderungen des Lebensstils und der Konsumentscheidungen sowie in einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft niederschlägt.
Zwar stellen diese Szenarien einen großen Fortschritt gegenüber früheren Modellierungsansätzen dar, da sie solche gesellschaftlichen Trends in die Szenarien für 2050 integrieren, doch sind noch weitaus größere Fortschritte erforderlich, um die empirische Grundlage für solche neuen gesellschaftlichen Trends und deren Darstellung in Modellen zu verbessern, insbesondere in solchen, die die Nachfrageseite abdecken. Unter neuen gesellschaftlichen Trends verstehen wir gesellschaftliche Entwicklungen, die sich aus allgemeinen Megatrends ergeben und potenziell große (zunehmende oder abnehmende) Auswirkungen auf den Energieverbrauch sowie sektorübergreifende Nachfrageschwankungen haben können, da sie nicht einfach die Extrapolation bereits heute beobachteter Trends („kontinuierliche oder lineare Trends“) sind, sondern an Dynamik gewinnen können, wenn sie von größeren Teilen der Gesellschaft angenommen werden („disruptive oder nichtlineare Trends“). Zu solchen Trends gehören insbesondere:
Diese stehen im Fokus unserer Studie.
Ziel des Projekts newTRENDs ist es, das qualitative und quantitative Verständnis der Auswirkungen neuer gesellschaftlicher Trends auf den Energieverbrauch zu vertiefen und die Modellierung von Energiebedarf, Energieeffizienz und politischen Instrumenten zu verbessern. Dadurch soll die Fähigkeit der politischen Entscheidungsträger gestärkt werden, diese Trends im Lichte des Pariser Abkommens und der langfristigen Klima- und Energieziele der Europäischen Union zu steuern.
Aus diesem übergeordneten Ziel leiten sich für das Projekt newTRENDs drei detaillierte Teilziele ab:
Aus methodischer Sicht zeichnet sich das newTRENDs-Projekt durch drei wesentliche Aspekte aus:
von September 2020 bis Oktober 2023