Projekt

Unterstützung bei der Erstellung des 4. ASEAN Energy Outlook (2015)

Die Vereinigung Südostasiatischer Nationen (ASEAN) wurde 1967 mit dem Ziel gegründet, die wirtschaftliche Zusammenarbeit, den sozialen Fortschritt und die kulturelle Entwicklung zu fördern und zu stärken und damit eine Grundlage zu schaffen, um zukünftigen Herausforderungen als wohlhabende und friedliche Gemeinschaft begegnen zu können.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) unterstützte das ASEAN Centre for Energy bei der Erstellung des 4. ASEAN Energy Outlook als Fortführung von drei zuvor veröffentlichten Ausgaben aus den Jahren 2006, 2009 und 2011. Dieser Bericht stellt zwei Szenarien zur Entwicklung von Energieangebot und -nachfrage in der Region bis zum Jahr 2035 vor: ein „Business-as-Usual“-Szenario (BAU), das die kontinuierliche Fortschreibung bisheriger Entwicklungstrends abbildet, sowie ein „Advancing Policy Scenario“ (APS), das fortschrittliche politische Maßnahmen und Aktionspläne der einzelnen ASEAN-Mitgliedstaaten berücksichtigt, um deren offizielle nationale Ziele im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu erreichen.

Der 4. ASEAN Energy Outlook zielt nicht nur darauf ab, politischen Entscheidungsträgern ein Verständnis der Energieentwicklungen und -herausforderungen in der Region bis zum Jahr 2035 zu vermitteln, sondern auch darauf, alle ASEAN-Mitgliedstaaten aktiv in den Prozess einzubeziehen. Der Bericht ergänzt die Umsetzung des ASEAN Plan of Action for Energy Cooperation (APAEC) 2016–2025 und leitet daraus Strategien innerhalb der ASEAN ab, um den zukünftigen Energiebedarf zu decken.

Die Zielsetzungen des APAEC 2016–2025 sehen vor, bis 2035 einen Anteil erneuerbarer Energien von 23 % am Energiemix zu erreichen sowie die Energieintensität bis 2020 gegenüber dem Niveau von 2005 um 20 % zu senken. Die genaue Definition dieser Zielvorgaben ist im offiziellen Dokument zum APAEC 2016–2025 zu finden, das über den untenstehenden Link verfügbar ist.

Zur Abschätzung der zukünftigen Energienachfrage wurden ökonometrische Prognosen mit Bottom-up-Energiesystemmodellen für jeden ASEAN-Mitgliedstaat kombiniert. Der Outlook berücksichtigt dabei nationale Annahmen zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts sowie Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum von 2013 bis 2035.

Die Ergebnisse für die einzelnen ASEAN-Mitgliedstaaten wurden anschließend aggregiert, um einen regionalen Ausblick zu erstellen, und zusätzlich durch ein unabhängiges regionales Prognosemodell validiert. Die finalen Ergebnisse des Outlooks stehen somit im Einklang mit den Erwartungen der Mitgliedstaaten hinsichtlich ihrer zukünftigen Energielandschaft.

BAU: Es wird erwartet, dass ASEAN mehr als das 2,7-Fache seines Energiebedarfs von 2013 benötigt, um die entsprechenden wirtschaftlichen Wachstumsziele zu erreichen. Im gleichen Zeitraum wird jedoch ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um den Faktor 3,7 prognostiziert, was auf eine zukünftige Reduktion der Energieintensität hindeutet. Die gesamte Primärenergieversorgung (Total Primary Energy Supply, TPES) der ASEAN wird bis 2035 voraussichtlich 1.685 Mtoe erreichen, gegenüber 619 Mtoe im Jahr 2013.

APS: Im Advancing Policy Scenario wird erwartet, dass ASEAN mehr als das 2,3-Fache seines aktuellen jährlichen Energiebedarfs benötigt, um das angestrebte Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten. Die Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz im Umwandlungssektor, zum Demand-Side-Management sowie zum Ausbau erneuerbarer Energien führt jedoch zu deutlich geringeren Primärenergiebedarfen: Die TPES wächst mit einer geringeren durchschnittlichen jährlichen Rate von 4,0 % und erreicht im Jahr 2035 etwa 1.468 Mtoe. Dies entspricht einer Einsparung von rund 13 % an Primärenergie im Vergleich zum BAU-Szenario.

Darüber hinaus hebt der 4. ASEAN Energy Outlook das Potenzial der Nutzung erneuerbarer Energien in den ASEAN-Mitgliedstaaten als wichtigen Bestandteil eines diversifizierten Energiemixes hervor sowie als Beitrag zum Arbeitsmarkt und zur lokalen Wertschöpfung – und damit als Katalysator für die wirtschaftliche Entwicklung. Dieses Potenzial wurde bislang weitgehend nicht ausgeschöpft.