Projekt

Technische Unterstützung bei der Bewertung des Potenzials erneuerbarer flüssiger und gasförmiger Verkehrskraftstoffe nichtbiologischen Ursprungs (RFNBOs) sowie recycelter Kohlenstoffbrennstoffe (RCFs) (DG ENER)

Das Projekt dient der technischen Unterstützung der Kommission bei der Umsetzung des Aufrufs zur Ausschreibung ENER/C1/2019-418. Die technische Unterstützung umfasst:

  1. Bereitstellung detaillierter Informationen über das Potenzial erneuerbarer Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBOs) und recycelte kohlenstoffhaltige Brennstoffe (RCFs) in der EU von 2020 bis 2050.
  2. Die Entwicklung eines Rahmens, der es den Herstellern von RFNBOs ermöglicht, den Nachweis zu erbringen, dass die bei der Herstellung ihres Brennstoffs verwendete erneuer-bare Elektrizität vollständig erneuerbar ist.
  3. Entwicklung eines Rahmens zur Messung der Zusätzlichkeit von Elektrizität im Verkehrssektor.

Die Ergebnisse des Auftrags fließen in einen delegierten Rechtsakt und in die Ausarbeitung eines Rahmens zur Messung der Zusätzlichkeit im Verkehrssektor ein.

Mit der Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) wurde eine Rechtsgrundlage für die Nutzung erneuerbarer flüssiger und gasförmiger Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO) zur Erreichung der Ziele für erneuerbare Energien in der Europäischen Union (EU) ge-schaffen. Seitdem haben der öffentliche und der private Sektor erhebliche Mittel für den Ausbau von RFNBO-Technologien bereitgestellt, die als unverzichtbare Säule eines dekarbonisierten Energiesystems angesehen werden. Das Risiko eines schnellen RFNBO-Scales-up liegt in ihrer Produktion, die große Mengen an Elektrizität benötigt und daher erhebliche CO2-Emissionen verursachen kann, falls diese Elektrizität auf fossiler Basis erzeugt wird. Es werden Anforderungen benötigt, um sicherzustellen, dass zukünftige RFNBOs auf erneuerbarem Strom (RES-E) basieren. Die RED II führt Anforderungen ein, mit denen der Nachweis erbracht werden kann, dass eine Einheit von RFNBO einen erneuerbaren Energieträger darstellt (Art. 27 und Erwägungsgrund 90), welcher auf die Ziele für erneuerbare Energien im Verkehrssektor (RES-T) anzurechnen ist. Dies wird in einem Delegierten Rechtsakt (DA) im Jahr 2021 spezifiziert.

Vor diesem Hintergrund betrachtet dieses Projekt Optionen, wie Hersteller von RFNBO die Einhaltung der RED II-Anforderungen nachweisen können. Es berücksichtigt Literatur und Positionspapiere sowie Diskussionen mit der Kommission und anderen Experten.

Ziel des Projekts ist es, die Europäische Kommission auf drei Arten zu unterstützen:

  1. Bereitstellung detaillierter Informationen über das Potenzial von RFNBOs und RCFs in der EU von 2020 bis 2050, einschließlich Einsatzpotenzial, Stand der Technologiebereitschaft, Ressourcenwettbewerb und Dekarbonisierungspotenzial (Aufgabe 1).
  2. Entwickelung einer Methodik, die es den Produzenten von RFNBOs ermöglicht den Nachweis zu erbringen, dass die bei der Herstellung ihres Brennstoffs verwendete erneuerbare Elektrizität vollständig erneuerbar ist (Aufgabe 2).
  3. Entwicklung eines allgemeinen Rahmens zur Messung der Zusätzlichkeit von Elektrizität im EU-Verkehrssektor durch die Entwicklung verschiedener Optionen im Hinblick auf die Bestimmung der Grundlinie der Staaten und Messung der Zusätzlichkeit (Aufgabe 3). 
Die Ergebnisse des Auftrags fließen in einen delegierten Rechtsakt und in die Ausarbeitung eines Rahmens zur Messung der Zusätzlichkeit im Verkehrssektor ein.

Laufzeit

von Mai 2020 bis November 2021

Auftraggeber

Europäische Kommission (DG ENER)

Partner

  • Guidehouse Energy Germany GmbH (lead)
  • Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP), Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Deutschland
  • TU Wien Energy Economics Group (EEG), Österreich