Wissenschaftler des Fraunhofer ISI präsentieren Forschungsergebnisse bei der »Woche der Umwelt«

9.6.2016

Drei Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI beteiligten sich am 7. und 8. Juni 2016 an der »Woche der Umwelt« in Berlin: Dr.-Ing. Thomas Hillenbrand wirkte bei einem Fachforum über Mikroschadstoffe in der Umwelt mit, Prof. Dr. Rainer Walz war bei einer Diskussionsrunde zu globalen Herausforderungen im Umweltbereich dabei. Prof. Dr.-Ing. Harald Bradke moderierte eine Diskussion darüber, wie sich unerwünschte Wirkungen höherer Energiepreise sozialpolitisch abfedern lassen und diskutierte auf der Hauptbühne in einer live vom Deutschlandfunk übertragenen Sendung zum Thema »Energiewende und Klimaschutz«.

Dr.-Ing. Thomas Hillenbrand, Manuela Stamm, Dr. Bettina Rechenberg und Peter Fuhrmann (von links) beim Fachforum »Mikroschadstoffe in unserer Umwelt – Was tun?«.

Carsten Müller, Jochen Homann, Prof. Dr.-Ing. Harald Bradke, Georg Ehring, Regine Günther und Dr. Werner Struth (von links) bei der Diskussionsrunde »Energiewende und Klimaschutz: Worauf kommt es jetzt an?« auf der Hauptbühne.

Prof. Dr. Karin Holm-Müller, Dr. Birgit Fix, Dr. Andreas Burger und Prof. Dr.-Ing. Harald Bradke (von links) beim Fachforum »Wie lassen sich unerwünschte Wirkungen höherer Energiepreise sozialpolitisch abfedern?«.

Vom 7. bis zum 8. Juni 2016 fand die »Woche der Umwelt« auf Einladung des Bundespräsidenten Joachim Gauck und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Park von Schloss Bellevue in Berlin statt. Kernstück war eine Ausstellung mit knapp 200 Projekten aus dem Umweltbereich. Parallel dazu fanden auf der Hauptbühne moderierte Diskussionsrunden statt, für die vertiefende Diskussion wurden 80 Fachforen zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen angeboten. Bei einigen davon stellten Wissenschaftler des Fraunhofer ISI aktuelle Forschungsergebnisse vor.

Im Forum »Mikroschadstoffe in unserer Umwelt – Was tun?« informierte Dr.-Ing. Thomas Hillenbrand über strategische Maßnahmen, um den Eintrag von Mikroschadstoffen in Gewässer zu verringern. Solche Chemikalien, beispielsweise Rückstände von Arzneimitteln oder Biozide aus Baumaterialien, haben selbst in sehr niedrigen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf aquatische Ökosysteme. Hillenbrand zeigte auf, wie verschieden die Emissionsmuster und Eintragspfade in die Gewässer sind – mit der Konsequenz, dass es unterschiedlicher und angepasster Emissionsminderungsmaßnahmen bedarf, um zukünftig eine ausreichende Minderung der Einträge zu erreichen. Kriterien für die Ableitung solcher Maßnahmen sind die Umsetzung des Verursacherprinzips, eine hohe Effizienz und eine ausreichende Effektivität. Für die künftig zu erarbeitende »Strategie Mikroschadstoffe« wird deshalb ein Mix unterschiedlicher Einzelmaßnahmen erforderlich sein.

Um »Megatrends im Umweltbereich – Perspektiven für die Technologieentwicklung« ging es in dem Forum, an dem Prof. Dr. Rainer Walz teilnahm. Hier wurde diskutiert, wie die globalen Herausforderungen im Umweltbereich gemeistert werden können und welche Perspektiven sich daraus für Gesellschaft und Unternehmen ergeben. Walz stellte in seinem Beitrag besonders heraus, dass sich der Markt für Umwelttechnologien erheblich verändert: Umwelttechnologien sind zwar nach wie vor eine überproportionale Stärke Deutschlands bei Patentierung und Außenhandel, aber die jüngsten Analysen zeigen, dass der Vorsprung Deutschland schmilzt. Starkes Marktwachstum in Schwellen- und Entwicklungsländer geht mit dem Auftreten neuer Wettbewerber einher. Die Adaption der Technologien an die Anforderungen in den schnell wachsenden Märkten wird zur neuen Herausforderung. Statt einzeltechnologischer Lösungen gewinnen Systeminnovationen an Bedeutung, für deren Umsetzung es immer stärker auch organisatorischer Innovationen und neuer Geschäftsmodelle bedarf. Schließlich werden die anstehenden Transformationen hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft durch das Zusammenspiel von technologischen und sozialen Innovationen gekennzeichnet sein, was neue Akteurskonstellationen und Spielräume für das Ausprobieren ganz neuer Lösungen erfordert.

Energiethemen wurden auf der »Woche der Umwelt« unter anderem in zwei Foren diskutiert, an denen Prof. Dr.-Ing. Harald Bradke teilnahm: Als Moderator leitete er die Runde »Wie lassen sich unerwünschte Wirkungen höherer Energiepreise sozialpolitisch abfedern?«, zudem diskutierte er in der live vom Deutschlandfunk übertragenen Sendung »Energiewende und Klimaschutz: Worauf kommt es jetzt an?« mit. Hier betonte Bradke die besondere Bedeutung eines planvollen und sozial abgefederten langfristigen Ausstiegs aus der Kohleverstromung und die hohen noch brachliegenden Energieeffizienzpotenziale in vielen Bereichen der Industrie, die über Energieeffizienznetzwerke erschlossen werden können. Auch wies er auf die immensen Herausforderungen einer Reduktion der Treibhausgase um mehr als 80 Prozent hin, aber auch auf die hervorragenden Chancen der deutschen Industrie, die hierfür erforderlichen innovativen Technologien für den Weltmarkt bereitzustellen.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.