Projekt

Evaluation des Landesprogramms für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt

Die Evaluation des Landesprogramms für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt hatte das Ziel, die Wirksamkeit und Zweckmäßigkeit der seit 2020 neu eingeführten Programmstrukturen und Instrumente zu überprüfen. Im Mittelpunkt stand die Umsetzung von Gleichstellung als ressortübergreifende Querschnittsaufgabe gemäß der Landesverfassung. Die Untersuchung kombinierte eine systematische Analyse ausgewählter Dokumente mit semi-strukturierten Interviews zentraler Stakeholder und Austauschformaten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verankerung von Gleichstellung als Querschnittsaufgabe die Sichtbarkeit und Diskussion innerhalb der Landesregierung deutlich gestärkt hat. Besonders positiv bewertet wurden die breite Beteiligung verschiedener Akteursgruppen und die koordinierende Rolle der Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik. Herausforderungen bestehen weiterhin bei der Verfügbarkeit von Ressourcen, dem Ausbau von Gender-Know-how und der Entwicklung praxistauglicher Indikatoren für ein systematisches und nachhaltiges Monitoring. In einigen Ressorts wird Gleichstellung noch nicht als eigenständiger Aufgabenbereich anerkannt, was die Umsetzung gleichstellungspolitischer Maßnahmen behindern kann. Insgesamt bildet das Landesprogramm eine solide Grundlage für nachhaltige Gleichstellungsarbeit, sollte aber durch klarere Steuerungsstrukturen, systematische Qualifizierungsangebote und eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit weiter verbessert werden.

Das Ziel dieser Evaluation war "die Zweckmäßigkeit und Wirksamkeit der in den Jahren 2020 bis 2025 neu festgelegten Programmstrukturen sowie der neu entwickelten Programminstrumente – einschließlich des Leitbildes und des Maßnahmenpakets – im Hinblick auf die Umsetzung von Gleichstellung als Querschnittsaufgabe im Sinne des Art. 34 Verf ST" […] zu überprüfen. Unsere Herangehensweise verband eine dokumentenbasierte Analyse mit Verfahren zur Stakeholder-Befragung und Bewertung zentraler Programmbausteine. Ziel war es, auf Basis einer theoriegeleiteten und empirisch fundierten Analyse Ansätze zur Verbesserung von Steuerung, Kohärenz und Umsetzungsqualität im Landesprogramm zu identifizieren und Empfehlungen für dessen strategische Fortschreibung abzuleiten. Die Evaluation zielte darauf ab, Gleichstellungspolitik als politische Querschnittsaufgabe entlang zentraler Leitfragen systematisch zu prüfen. Im Fokus standen unter anderem die ressortübergreifende Wirkung des Programms, die Einflussfaktoren auf Programmstruktur und -inhalte sowie die institutionellen Rahmenbedingungen der Programmdurchführung.

(KI-gestützte) systematische Dokumentenanalyse, semi-strukturierte Leitfadeninterviews, Austauschformate mit der Auftraggeberin

Die Verankerung von Gleichstellung als ressortübergreifende Querschnittsaufgabe wird insgesamt als zentrale Stärke des Landesprogramms bewertet, da sie die institutionelle Sichtbarkeit des Themas erhöht und wichtige Diskussionsprozesse angestoßen hat. Die breite Beteiligung von Akteursgruppen aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft wird ebenfalls positiv hervorgehoben, da sie Austausch, Rückkopplung und gemeinsame Lernprozesse fördert. Auch die Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik wird in diesem Zusammenhang als treibende und koordinierende Kraft positiv bewertet. Zugleich zeigen sich in der Umsetzung weiterhin Herausforderungen: Begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen, ein ausbaufähiges Gender-Know-how in den Ressorts sowie die teils starke Abhängigkeit vom Einzelengagement erschweren eine verlässliche und nachhaltige Umsetzung. Hinzu kommt, dass Gleichstellung in einigen Ressorts noch nicht durchgängig als eigenständiger Aufgabenbereich anerkannt wird, was Widerstände begünstigen und die Maßnahmenumsetzung hemmen kann. Erschwert wird die ressortübergreifende Zusammenarbeit zudem durch ungleiche Entscheidungsbefugnisse, Ressortkonflikte, unklare Zuständigkeiten und Kommunikationsdefizite. Weiterhin wird die Entwicklung und Anwendung von Indikatoren für das Monitoring als schwierig empfunden, weshalb praxistaugliche und verständliche Indikatoren empfohlen werden. Insgesamt bildet das Landesprogramm eine solide Grundlage für nachhaltige Gleichstellungsarbeit, sollte aber durch klarere Steuerungsstrukturen, systematische Qualifizierungsangebote und eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit weiter verbessert werden.

Laufzeit

9.2025-12.2025

Auftraggeber

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt