Projekt

Ressourcenschonung im Gesundheitssektor – Erschließung von Synergien zwischen den Politikfeldern Ressourcenschonung und Gesundheit

Wichtiges Handlungsfeld im deutschen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) ist die Erschließung von Synergien zwischen verschiedenen Politikfeldern und der Abbau von Zielkonflikten. Der Gesundheitssektor wurde bisher nur rudimentär auf die Schnittstellen zum Themenfeld Ressourcenschonung hin untersucht. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Erschließung von Synergien und Potenzialen zwischen den Politikfeldern Ressourcenschonung und Gesundheit. Das Vorhaben wird im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) durchgeführt und erarbeitet strategische Handlungsfelder und Handlungsoptionen für das Themenfeld »Ressourcenschonung im Gesundheitssektor«.

Hervorragende Kenntnisse der Ressourceneffizienz sowie der Strukturen und Akteure des deutschen Gesundheitswesens müssen für die erfolgreiche Bearbeitung kombiniert werden. Zur Bearbeitung der Fragestellung kommt ein Methoden-Mix zum Einsatz. Kernelemente sind neben Desk Research modellbasierte quantitative Analysen auf der Basis erweiterter, multi-regionaler Input-Output-Tabellen, Experteninterviews, eine Onlinebefragung sowie Workshops mit Stakeholdern. Zentrale Arbeitsschritte sind:

  • Quantitative Analyse des Ressourcenkonsums im deutschen Gesundheitssektor;
  • Identifizierung und Charakterisierung von Stakeholdern, die für eine effizientere Nutzung von Ressourcen im deutschen Gesundheitssystem von Bedeutung sind;
  • Identifizierung und Darstellung von Best-Practice-Beispielen für eine gute Ressourcenschonung im Gesundheitssektor;
  • Identifizierung von Bereichen im Gesundheitssektor, die für eine Verringerung des Ressourcenkonsums von Bedeutung sind, sowie Ableitung von Handlungsfeldern und -optionen (inkl. der relevanten Akteursgruppen) zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs im Gesundheitssektor;
  • Ableitung von Resümee, Politikempfehlungen und weiterem Forschungsbedarf.

Mit den wissenschaftlichen Arbeiten wird inhaltlich Neuland betreten, da der Gesundheitssektor bisher nicht systematisch auf die Schnittstellen zum Themenfeld Ressourcenschonung hin untersucht wurde.

Für die quantitative Analyse des direkten und indirekten Ressourcenkonsums im deutschen Gesundheitssektor liegen bereits Ergebnisse vor. Auf den deutschen Gesundheitssektor entfällt demnach jährlich ein Rohstoffkonsum (RMC, raw material consumption) von rund 100 Millionen Tonnen. Dieses sind immerhin rund 5 Prozent des gesamten deutschen Rohstoffkonsums.

In einer Stakeholder-Analyse werden Strukturen und Institutionen des Gesundheitssystems in Deutschland erfasst. Im Kern steht der eigentliche Gesundheitssektor mit der stationären und ambulanten Leistungserbringung. Die Vorleistungsstufen sind jedoch für die Analyse des Ressourcenkonsums ebenfalls sehr wichtig. Den Berechnungen des Fraunhofer ISI zufolge fallen dabei vor allem die Sektoren Chemikalien (unter anderem Pharmazeutika), Nahrungsmittel und Getränke, Energie, Bautätigkeiten und medizintechnische Geräte ins Gewicht. In den Stakeholder-Analysen zeichnet sich ab, dass es im deutschen Gesundheitssektor bereits einige Akteure gibt, die für das Thema Umwelt- beziehungsweise Ressourcenschonung engagiert sind. In der Breite ist der Stellenwert des Themas jedoch eher gering, ebenso wie die Vernetzung mit der Umwelt- bzw. Ressourcenschutz-Politik.

Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens sind von hoher Politikrelevanz, da künftige Handlungsfelder an der Schnittstelle zwischen Ressourceneffizienz- und Gesundheitspolitik identifiziert werden.

Laufzeit

27.6.2017 – 30.6.2020

Auftraggeber

Dieses Vorhaben wird im Auftrag des Umweltbundesamtes im Rahmen des Umweltforschungsplans – Forschungskennzahl 3717 31 104 0 – erstellt und mit Bundesmitteln finanziert.

Projektkoordinator

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Deutschland