Spatiotemporal Analysis of Electric Truck Charging in Europe (VESUVIO)
Die Klimaschutzziele der Europäischen Union – eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2030 und Klimaneutralität bis 2050 – erfordern eine schnelle Transformation des Sektors Güterverkehr. Die Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge sowie der Markthochlauf von elektrischen Lkw sind ein zentraler Bestandteil dieser Bestrebungen. Allerdings stellen der großflächige Aufbau von Ladeinfrastruktur an öffentlichen und privaten Standorten sowie deren Integration in das bestehende Stromnetz erhebliche Herausforderungen dar.
Dieses Forschungsprojekt hat zum Ziel, diesen Herausforderungen durch die Entwicklung des Modells VESUVIO (Vehicle Energy Systems Utilizing Visualized Infrastructure Optimization) zu begegnen. Das Model liefert umfassende Erkenntnisse über die regionale und zeitliche Stromnachfrage durch elektrische Lkw in Europa und bewertet die lokale Netzintegration in das Stromnetz sowie die Passfähigkeit für diese zusätzliche Nachfrage. Damit unterstützt VESUVIO die Umsetzung der AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) und der CTCI (Clean Transport Corridor Initiative), indem potenzielle Engpässe oder Hotspots identifiziert sowie der standortspezifische Bedarf quantifiziert werden, um die Standortwahl und Auslegung zu unterstützen.
Die gewonnenen Erkenntnisse bieten eine evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage für politische Entscheidungsträger, Energieversorger und Infrastrukturbetreiber, um eine effiziente und zuverlässige Elektrifizierung des Güterverkehrs sicherzustellen.
Die Entwicklung des VESUVIO-Basismodells wurde vom International Council on Clean Transportation (ICCT) im Zeitraum von Juni 2025 bis Juni 2026 beauftragt. Das Vorhaben gliedert sich in zwei Phasen: Ladeprofile und Nachfrageprognosen (Phase-I) sowie die Regionale Netzintegration (Phase-II). Künftige Modellentwicklungen sollen langfristig weitere Nachfragesektoren oder Fahrzeugsegmente über schwere Nutzfahrzeuge hinaus abdecken.