Projekt

Ökodesign Vorstudie zu Batterien

Die Ökodesign-Richtlinie schafft einen Rahmen für die Festlegung von Anforderungen an energieverbrauchsrelevante Produkte mit dem Ziel, den freien Verkehr dieser Produkte im Binnenmarkt der Europäischen Union zu gewährleisten.

Mit den wiederaufladbaren elektrochemischen Batterien ist zum ersten Mal ein Produkt Gegenstand einer Vorstudie, das nicht in dem Arbeitsplan aufgeführt ist. Aufgrund der Aktualität hat die Europäische Kommission jedoch auf die Notwendigkeit hingewiesen, eine Ökodesign-Vorstudie für "Batterien" durchzuführen. Diese Studie soll die Machbarkeit von Ökodesign-Anforderungen für diese Produktgruppe untersuchen. Der Fokus liegt dabei auf Batterien für automobile und stationäre Anwendungen.

 

 

Das jährliche Marktvolumen für Batterien (einschließlich Blei-Säure, Lithium-Ionen und anderen Batterien) liegt bei ca. 400-500 GWh und entspricht in etwa 45-60 Milliarden Euro. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der Markt in den kommenden Jahren ein weiteres rasantes Wachstum erfahren wird. Diese Entwicklung wird vorrangig durch die Lithium-Ionen-Batterien und deren Verwendung in automobilen und stationären Anwendungen getrieben werden. Bereits heute werden in der EU bereits über 350 000 Elektrofahrzeuge produziert und auch in gleicher Höhe verkauft. Diese Zahl wird sich voraussichtlich bis zum Jahr 2020 nochmals mehr als verdoppeln. Die Produktion und der Betrieb solcher automobiler oder stationärer Batterien geht dabei mit einem nicht unerheblichen Strombedarf einher.

Die Ökodesign-Richtlinie zielt darauf ab, die Energieeffizienz von Produkten wie Batterien durch einen Rahmen für die Festlegung von Anforderungen an energieverbrauchsrelevante Produkte zu verbessern und gleichzeitig den freien Verkehr dieser Produkte im Binnenmarkt der Europäischen Union zu gewährleisten. Zur Vorbereitung des Entwurfs von Durchführungsmaßnahmen für Produkte im Rahmen dieser Richtlinie führt die Europäische Kommission eine Reihe von Untersuchungen durch, die als Vorstudien bezeichnet werden. Die Methodik dieser Vorstudien ist in der Methodik für das Ökodesign energiebezogener Produkte (MEErP) beschrieben.

 

Diese Studie liefert der Europäischen Kommission eine technische, ökologische und wirtschaftliche Analyse von Batterien gemäß Artikel 15 der Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG. Sie folgt der MEErP und betrachtet die folgenden Bereiche:

  • Arbeitsschritt 1: Anwendungsbereich (Definition, Normen und Gesetzgebung)
  • Arbeitsschritt 2: Märkte (Volumina und Preise)
  • Arbeitsschritt 3: Benutzer (Produktnachfrageseite)
  • Arbeitsschritt 4: Technologien (Produktangebotsseite, beinhaltet sowohl BAT als auch BNAT)
  • Arbeitsschritt 5: Umwelt & Ökonomie (Basisfall LCA & LCC)
  • Arbeitsschritt 6: Gestaltungsoptionen (Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Gestaltungsoptionen)
  • Arbeitsschritt 7: Szenarien (Politik-, Szenario-, Wirkungs- und Sensitivitätsanalyse)

Die Arbeitsschritte 1 bis 4 haben einen klaren Schwerpunkt auf der Datenbeschaffung und Erstanalyse, während die Arbeitsschritte 5 bis 7 einen Fokus auf die Modellierung legen. Es ist dabei vorgesehen, dass die Arbeitsschritte 1 bis 4 parallel und die Arbeitsschritte 5 bis 7 sequentiell ausgeführt werden können.

 

 

Die Studie wurde im September 2018 begonnen und soll Ende 2019 abgeschlossen werden. Berichte und andere damit im Zusammenhang mit der Studie stehende Dokumente werden auf der eigenständigen Studienwebseite unter www.ecodesignbatteries.eu veröffentlicht.

Publikationen

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Laufzeit

September 2018 bis Ende 2019

Auftraggeber

  • Europäische Kommission

Partner

Vito (Belgien)

  • Das Flämische Institut für technologische Forschung (Belgien) ist eine führende europäische unabhängige Forschungs- und Technologieorganisation in den Bereichen Cleantech und nachhaltige Entwicklung, die Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen von heute erarbeitet. Die Forschungsagenda von VITO befasst sich mit den großen gesellschaftlichen Herausforderungen von heute. VITO konzentriert sich auf fünf verschiedene Forschungsbereiche: nachhaltige Chemie, Energie, Gesundheit, Materialwirtschaft und Landnutzung

Viegand Maagøe (Dänemark)

  • Viegand Maagøe bietet Kommunikations- und Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Energie, Klima und Nachhaltigkeit für öffentliche und private Organisationen und Unternehmen an. In den letzten Jahren hat VM 14 Überprüfungs- oder Vorstudien und 5 Folgenabschätzungen für die GD Energie, GD Wachstum und Gemeinsame Forschungsstelle (GD Umwelt) durchgeführt.