Projekt

C/sells: Evaluation eines zellulären Energiesystems und Analyse von Anreizen für Prosumenten

Eine robuste und effiziente Energieinfrastruktur mit hohen Anteilen von dezentralen erneuerbaren Energien soll im Projekt „C/sells“ entwickelt werden, indem das Energiesystem in Zellen strukturiert wird. C/sells ist eines von fünf Schaufenstern, die innerhalb des SINTEG-Programmes („Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert werden.

Als „großflächiges Schaufenster im Solarbogen Süddeutschland“ stehen innerhalb des Projekts, das aus 30 Demonstrationszellen und neun Partizipationszellen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen besteht, insbesondere die Solarenergie sowie Batteriespeicher im technologischen Fokus. Der Name C/sells spiegelt die beiden Kernziele des Projekts wider. Zum einen sollen technische Lösungen („Cells“) innerhalb des Zellansatzes entwickelt, zum anderen weitere Akteursgruppen, inklusive Bürgerinnen und Bürger, in die Energiewende miteinbezogen werden, auch indem neue wirtschaftliche Chancen eröffnet werden („Sells“).

Prägend für das Schaufenster sind die drei Leit-Lösungsansätze „zellulär“, „partizipativ“ und „vielfältig“: Durch die physische und informatorische Vernetzung und Organisation verschiedener Marktakteure wie Erzeuger, Verbraucher und Prosumenten als Kombination aus beidem in regionalen Zellen soll die Versorgung mit Elektrizität zunächst dezentral sowohl zwischen Zellen als auch innerhalb einer Zelle stattfinden und auf diese Weise Kosten für das Gesamtsystem vermieden werden. Durch den Aufbau von Zellstrukturen sollen dezentrale Energieerzeugungsanlagen besser in das Energiesystem integriert werden und dieses stabiler und resilienter werden. Indem Marktakteure in Zellen organisiert sind, soll ebenso die Komplexität des zukünftigen Energiesystems reduziert werden. Da innerhalb des Projekts Möglichkeiten zur Teilhabe geschaffen werden, können Bürgerinnen und Bürger sowie gleichermaßen Unternehmen und Institutionen an der Gestaltung der Energiewende partizipieren und Verantwortung übernehmen. Dies soll auch zur gesellschaftlichen Akzeptanz des Transformationsprozesses beitragen. Zur Vielfältigkeit trägt die heterogene Struktur verschiedener Zellen bei, vor allem aber die große Anzahl und die Unterschiedlichkeit der Akteure, die in den Demonstrations- und Partizipationszellen an der Erprobung zellulärer Konzepte teilnehmen.

Das Fraunhofer ISI ist innerhalb des Teilprojekts „Umfeldgestaltung“ aktiv. Dieses bildet eine Schnittstelle zwischen den Akteuren innerhalb des Schaufensters und dem Gesamtsystemkontext.

Das erste Element des Teilprojekts umfasste die Erarbeitung einer Leitidee, die grundlegend beschreibt, auf welche Weise C/sells die Transformation des Energiesystems vorantreibt.

Darüber hinaus untersucht das Fraunhofer ISI, wie Anreize geschaffen werden können, die unterschiedliche Akteure – vor allem Prosumenten – ermutigen, sich aktiv am zukünftigen Energiesystem zu beteiligen. Dazu wird eine umfassende Studie zur Kundensegmentierung durchgeführt, in der Potenziale zur Nutzung von Energiediensten wie die Eigenstromoptimierung oder eine „grüne“ Fernwärme analysiert werden.

Zuletzt ist das Fraunhofer ISI federführend an der Entwicklung eines quantitativen und qualitativen Evaluationsinstruments beteiligt, durch das die marktliche und regulatorische Konformität der innerhalb von C/sells betrachteten Business Use Cases umfassend bewertet wird. Gleichzeitig werden verschiedene Ausgestaltungsformen dieser Business Use Cases in Bezug auf ihre Wechselwirkungen mit bestehenden und möglichen zukünftigen Regularien und Märkten hin untersucht, um Empfehlungen für die Weiterentwicklung des energiewirtschaftlichen und regulatorischen Rahmen zu geben.

 

Laufzeit

2017 bis 2020

Auftraggeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)

Partner

  • Fraunhofer ISE Freiburg
  • Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) Stuttgart
  • Institut für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH) der Universität Freiburg
  • Öko-Institut e.V.
  • Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FFE)
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

und andere

Publikationen

noch keine verfügbar