Projekt

30 Pilot-Netzwerke zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz in Deutschland – Verdopplung des energietechnischen Fortschritts in mittleren Unternehmen

30 Pilot-Netzwerke mit etwa 400 Betrieben sollen für vier Jahre mit bis zu einem Drittel ihrer Kosten für Moderation, Initialberatung und Monitoring gefördert werden.

Die CO₂-Emissionen der deutschen Wirtschaft betragen derzeit rund 350 Mio. t, einschließlich der indirekten Emissionen bei der Stromerzeugung. Hier steckt ein großes Minderungspotential durch einen effizienteren Umgang mit Energie und durch Substitution der derzeit verwendeten Energieträger. Die Steigerung der Energieeffizienz lag in der deutschen Wirtschaft in den letzten zehn Jahren bei durchschnittlich etwa einem Prozent pro Jahr. Dieser »autonome« energiesparende Fortschritt soll in den Betrieben der mittelständischen Wirtschaft durch lokale beziehungsweise regionale lernende Unternehmensnetzwerke, einer wegweisenden Innovation im Bereich der Selbstorganisation der Wirtschaft, verdoppelt werden.

Wie ist dies zu erreichen? Nach den Beobachtungen in der Schweiz seit Mitte der 1980er Jahre und in etwa 15 seit 2002 in Deutschland entstandenen Energieeffizienz- und Klimaschutznetzwerken wurde die Energieeffizienz der jeweils 10 bis 15 beteiligten Betriebe um den Faktor zwei bis drei gegenüber dem Durchschnitt der Industrie gesteigert (siehe Funktionsweise eines Energieeffizienz-Netzwerkes). Das Geheimnis des Erfolges der lernenden Energieeffizienz-Netzwerke ist ein moderierter regelmäßiger Erfahrungsaustausch unter den Energieverantwortlichen der teilnehmenden Betriebe, eine individuelle Initialberatung für jeden teilnehmenden Betrieb sowie EDV–basierte Investitionsberechnungshilfen für die beratenden Ingenieure. Dadurch werden die Transaktionskosten der Betriebe erheblich reduziert, die profitablen Energiekostensenkungsmaßnahmen identifiziert und zugleich die Leistungsfähigkeit und Produktivität der externen Beratung erhöht.

Bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts könnten 400 bis 600 derartige Netzwerke entstehen, die ihre CO₂-Emissionen trotz Produktionsausweitung um etwa 10 Mio. t senken könnten.

Die Aufgabenstellung des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderten Projektes ist, das bestehende Know-how dieses innovativen klimapolitischen Instrumentes schnell in ganz Deutschland zu verbreiten. Hierzu unterstützen drei Partner des Projektkonsortiums interessierte Netzwerk-Initiatoren (zum Beispiel: IHKs, Wirtschaftsplattformen, Energieagenturen, Energieversorger) beim Aufbau und beim Betrieb von 30 Pilotnetzwerken. Ein bestehendes Netzwerk-Managementsystem (LEEN® Local Energy Efficiency Networks), das während des Projektes weiter entwickelt wird, dient als Garant einer Mindestqualität für den Aufbau und den Betrieb der Netzwerke. Interessierte Moderatoren und beratende Ingenieure werden für die professionelle Nutzung dieses Netzwerk-Managementsystem durch die LEEN GmbH geschult; sie erhalten nach erfolgreichem Abschluss eine Zertifizierung, die eine Voraussetzung für die Mitarbeit an den 30 geförderten Netzwerken ist.

Die Performance der 30 Netzwerke wird zwischen 2009 und 2013 laufend wissenschaftlich begleitet, es werden Verbesserungen vorgenommen und Potentiale netzwerkübergreifender Synergien genutzt (zum Beispiel: gemeinsame Hotline, Austausch erfolgreicher Einzelmaßnahmen). Diese Erfahrungen bei Moderatoren und den beratenden Ingenieuren legen dann die Basis für eine schnelle Diffusion der Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke in ganz Deutschland und damit für eine schnelle Diffusion entsprechender Investitionen und Kenntnisse zur Energiekostensenkung in mittelständischen Betrieben in Deutschland.

Außerdem wird von drei Partnern des Konsortiums eine große Anzahl von elektronischen Investitionsberechnungshilfen für Energieeffizienz-Investitionen und Investitionsmöglichkeiten in erneuerbare Energien entwickelt. Nach Praxistest und Freigabe stehen diese Hilfen jedem beratenden Ingenieur gegen Zahlung einer Schutzgebühr zur Verfügung.

Das erste Informationspaket für Initiatoren informiert über das Prinzip der Lernenden lokalen Netzwerke mit Unterstützung des LEEN–Managementsystem, deren Vorteile gegenüber anderen Netzwerken und die Rolle eines Initiators. Darüber hinaus bietet es Informationen zu LEEN–zertifizierten Moderatoren und beratenden Ingenieuren und zu den wesentlichen Daten die für eine erste Angebotsskizze des Initiators an die Fraunhofer-Gesellschaft erforderlich sind.

Das Informationspaket enthält :

  1. Kurzinformation über Lernende Netzwerke und die Rolle des Initiators

  2. Übersicht über die wichtigsten Argumente für Lernende lokale Netzwerke

  3. jeweils einer Liste von LEEN zertifizierten Moderatoren und beratenden Ingenieuren

  4. die Anforderungen an die Angebotsskizze 1. Stufe

Das Förderverfahren im Detail erläutern die Förderbedingungen. Diese finden Sie in der Förderbekanntmachung und im Bundesanzeiger Nr. 109, Jg. 61 vom 28.07.2009, Rubrik 12a »Verschiedene Bekanntmachungen«, S. 2592-2593.