Institutsleiterin des Fraunhofer ISI beim Hochschulpolitischen Dialog in Wien

5.6.2018

Als Mitglied einer Podiumsdiskussion zum Thema »Wissens- und Technologietransfer von der Idee bis hin zum Markt« vertrat Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl am Montag das von ihr geleitete Fraunhofer ISI sowie den Lehrstuhl Innovations- und TechnologieManagement iTM am KIT beim Hochschulpolitischen Dialog in Wien.

Der Hochschulpolitische Dialog zum Thema »Technische Universitäten und Industrie: starke Partner, fordernder Wettbewerb – gemeinsam mehr erreichen« ist eine gemeinsame Veranstaltung der Industriellenvereinigung und der TU Austria. Er fand am Montagnachmittag zum ersten Mal im Haus der Industrie in Wien statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten mögliche Kooperationen, um die Innovationskette in Österreich zu sichern. Im Fokus standen unter anderem die Fragen, was der exzellente Wissens- und Innovationsstandort Österreich braucht, welche Rolle die entscheidenden Akteure wie Hochschulen und Unternehmen dabei spielen und wie gemeinsam Mehrwert erzielt werden kann.

Für das Dialogfeld »Wissens- und Technologietransfer von der Idee bis hin zum Markt« bestand das Podium aus Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl (Institutsleiterin des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI sowie Inhaberin des Lehrstuhls Innovations- und TechnologieManagement iTM am Institut für Entrepreneurship, Technologie-Management und Innovation ENTECHNON am Karlsruher Institut für Technologie KIT), Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Sabine Seidler (Rektorin der Technischen Universität Wien), Dr. Stefan Poledna (Vorstandsmitglied der TTTech Computertechnik AG), Mag. Kurt Koleznik (Generalsekretär der Österreichischen Fachhochschul-Konferenz) und Dr. Johannes Hom (CEO der Lithoz GmbH).

Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl beschrieb, wodurch Innovationen geschaffen werden. Es brauche vor allem eine Kultur der Fantasie und Kreativität. Neben klugen Köpfen als Ideengeber sei hier das richtige Umfeld entscheidend, um die Idee tatsächlich in die Tat umzusetzen. Nötig seien die Kombination aus Wissen unterschiedlicher Fachrichtungen sowie der Mut, Ungewohntes zuzulassen und auszuprobieren. Als weiteren wichtigen Faktor für Innovationen nannte sie die Missionsorientierung: Das Unternehmen brauche eine klare Vision, warum es innovieren wolle. Ein mögliches Ziel sei die Bewältigung der sogenannten »Grand Challenges«, beispielsweise des Klimawandels. Nicht zuletzt sei die Vernetzung verschiedener Akteure, die mit unterschiedlichen Perspektiven auf dasselbe Problem schauen, wichtig für die Entstehung echter Innovationen, so Univ.-Prof. Dr. Weissenberger-Eibl: »Vielleicht reichen die einzelnen Herangehensweisen der involvierten Akteure nicht aus – eine Kombination kann aber Neues schaffen. Oder es bedarf der Interaktion von Wissenschaft und unternehmerischer Praxis zur Abklärung der praktischen Bedürfnisse und der tatsächlichen Umsetzbarkeit. Wir brauchen also einen systemischen Prozess für erfolgreiche Innovationen.«

Nicht nur das einzelne Unternehmen beziehungsweise die einzelne Forschungseinrichtung, sondern auch der Wissens- und Innovationsstandort Österreich als ganzes brauche gewisse Rahmenbedingungen für den Erfolg. Hier nannte die Innovationsforscherin vor allem Experimentierräume für die zuvor beschriebene Kreativität, Missionsorientierung und Vernetzung, die Gründung hoch effektiver Innovationsnetzwerke mit Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie die unbürokratische Unterstützung durch Politik und Verwaltung.

Damit der Wissens- und Technologietransfer von den Forschungsergebnissen der Universitäten bis hin zum Markt funktioniere, müssten alle Instrumente des Wissens- und Technologietransfers im Universitätsalltag verankert werden, so Univ.-Prof. Dr. Weissenberger-Eibl: »Wenn Universitäten Unternehmen als Partner in Forschung und Lehre ansehen, können sie auf allen Ebenen profitieren: Relevante Fragestellungen aus der Praxis finden ihren Weg an die Universität, und bei der Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse kann frühzeitig externes Know-how einbezogen werden. Dies führt dazu, dass neben der hinzukommenden Expertise aus Unternehmen auch spätere Verwertungsmöglichkeiten gleich mitbedacht werden. Solche Kooperationen unterstützen die Universität auch dabei, die Curricula perfekt auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts auszurichten und ihren Absolvierenden damit verbesserte berufliche Perspektiven aufzeigen zu können. Mit solchen Jobaussichten werden die besten Studierenden angelockt, die dann auf lange Sicht wiederum auch die Exzellenz in der Forschung mittragen können. Einmal angestoßen und als selbstverständlichen Anteil in den Universitätsalltag integriert, kann sich der Wissens- und Technologietransfer von ganz alleine weiterentwickeln.«

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.