InDigWa »UseCase Außen«
Integrierte Digitalisierung der Wasserversorgung und des Regenwassermanagements – »UseCase Außen« Bremen und gesamtsystemare Betrachtung
Integrierte Digitalisierung der Wasserversorgung und des Regenwassermanagements – »UseCase Außen« Bremen und gesamtsystemare Betrachtung
Wie stellen wir langfristig die Wasserversorgung in urbanen Quartieren sicher? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Pilotprojekt »Integrierte Digitalisierung der Wasserversorgung« – kurz: InDigWa – der Morgenstadt-Initiative der Fraunhofer-Gesellschaft.
Im Projekt arbeiten zehn Partnerfirmen und drei Fraunhofer-Institute gemeinsam an ganzheitlichen Lösungen für die Wasserversorgung der Zukunft. Konkrete Use Cases werden in und um GEWOBA-Mehrfamilienhäuser in der Gartenstadt Süd in Bremen erprobt. Die Pilotphase ist für drei Jahre geplant. Parallel zur Weltklimakonferenz startete am 10. November 2025 die Datenerhebung:
Video: GEWOBA
InDigWa ist eine Morgenstadt-Innovationspartnerschaft für synergetische Datennutzung des Wassermanagements »von der Gewinnung über die effiziente Verteilung bis zur ressourcenschonenden Nutzung«.
Ziel ist es, erstmals alle relevanten Stakeholder zusammenzubringen, um mittels datenbasierter Lösungen sowohl Effizienz als auch Qualität des Gesamtsystems zu steigern und damit das Wassermanagement auf allen Ebenen zu verbessern. Hierzu werden bisher weitgehend autonom agierende Stakeholder und ihre unterschiedlichen Datenformate vernetzt, neue Wertschöpfung geschaffen und gemeinsame, integrierte Geschäftsmodelle entwickelt.
Die Unternehmenspartner des Gesamtvorhabens decken sowohl die Bereiche der Wasserver- und -entsorgung und des Regenwassermanagements ab, als auch die Bereiche der Wohnungswirtschaft, des Gebäudemanagements, Armaturen, Wasseraufbereitung, Pumpen, Messtechnik, Sensorik und Digitalisierung.
Sowohl für die Wasserversorgung und -verteilung als auch für die Regenbewirtschaftung existieren bereits Einzellösungen, jedoch kein integriertes Gesamtsystem. Um ein smartes System zu erarbeiten, werden auf Quartiersebene technische Systeme durch die Unternehmenspartner implementiert, Daten zu Wasserbedarfen, -mengen, -temperaturen etc. erhoben und seitens des Fraunhofer ISI integriert ausgewertet. Durch eine Zusammenführung der Einzelkomponenten wird ein zukunftsfähiges und effizientes Wasser- und Regenwassermanagement ermöglicht. Im Kern stehen die intelligente Verknüpfung von Daten, die Erprobung und Auswertung neuer technischer Lösungen und Maßnahmen der Bewusstseinsbildung und Verhaltensänderungen.
Das Teilprojekt »Use-Case Außen« hat durch die Installation eines intelligenten Regenwassermanagements für die Bewässerung von Stadtbäumen sowie die Entlastung der Kanalisation im Starkregenfall einen Anwendungsfall für eine effiziente und erlebbare Regenwassernutzung auf Quartiersebene entwickelt. Im Rahmen des Projektes werden über 3 ½ Jahre Daten erhoben und ausgewertet. Die Ergebnisse werden zur Ermittlung von Effizienzsteigerungspotenzialen bei der Wasserver- und entsorgung für Bremen genutzt.
Ziel des »Use-Case Außen« ist die Bewertung und Weiterentwicklung datenbasierter Innovationen zur Effizienzsteigerung (Wasser und Energie) der Trinkwasserversorgung und des Regenwassermanagements in Bestandsquartieren. Es werden Lösungen im Gesamtsystem verknüpft, bewertet und Optimierungspotenziale identifiziert.
Das Projekt verfolgt folgende Teilziele:
Die Innovationen werden im Quartier Gartenstadt-Süd der GEWOBA in Bremen installiert und auf ihre Wirksamkeit über einen Zeitraum von 3 Jahren wissenschaftlich begleitet getestet. Im Außenbereich wird ein neuartiges Regenwassermanagement umgesetzt, welches sowohl mit Starkregen (sehr hoher Anfall von Wasser in kurzen Zeitabschnitten - Überflutungsgefahr) als auch mit Dürreperioden (hohe Wasserbedarfe bei ausbleibenden Niederschlägen, Bewässerungsbedarf der Außenanlagen) umgehen und die erforderlichen resp. anfallenden Wassermengen managen kann. Ein wichtiger Baustein ist die Erarbeitung eines effizienten Bewässerungssystems, das den Einsatz von Trinkwasser reduziert und die Ökosystemdienstleistungen der grünen Außenanlagen verbessern soll.
Auch innerhalb der Gebäude wird in einem Teilprojekt zum Thema Wasser- und Energieeffizienz geforscht. Die geplanten Maßnahmen bestehen beispielsweise darin, smarte Armaturen wie z. B. Wassersparduschen sowie separate Brauch- und Trinkwasserkreisläufe innerhalb von Wohnungen einzubauen. Ziel des Gesamtvorhabens ist es, Ressourcen lokal, nachhaltig und sparsamer einzusetzen.
Das InDigWa-Innovationsnetzwerk ist bestrebt, durch seine interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Einsatz modernster Technologien einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung des urbanen Wassermanagements zu leisten. Die Partner sind zuversichtlich, dass ihre gemeinsamen Bemühungen zu einem nachhaltigen und effizienten Trinkwasserversorgungmodell der Zukunft führen werden, welches Vorbild für viele Stadtquartiere in Deutschland werden kann.
Die Datenerhebung im »Use-Case Außen« hat Ende des Jahres 2025 begonnen, erste Zwischenergebnisse werden im Laufe des Jahres 2026 erwartet.
01.07.2025 bis 31.12.2028
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Fraunhofer Morgenstadt unter InDigWa-Netzwerk.