Projekt

Pathways to an EU in 2050 with net-zero GHG emissions

Das Projekt «Pathways to an EU in 2050 with net-zero GHG emissions» zeigt die verschiedenen Wege der EU und ihrer Mitgliedstaaten hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft auf.

Im Einklang mit dem Pariser Abkommen hat sich die EU das Ziel gesetzt, bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wenden die EU-Mitgliedstaaten unterschiedliche Politikmaßnahmen an. Mit diesem Projekt werden mittels Modellen Szenarien aufgebaut und analysiert, ob diese Minderungen mit den aktuellen Maßnahmen erreicht werden können und was zusätzlich an Maßnahmen zur Zielerreichung notwendig ist.

Das Projekt «Pathways to an EU in 2050 with net-zero GHG-emissions» hat zum Ziel, die unterschiedlichen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die EU und ihre Mitgliedstaaten eine klimaneutrale Wirtschaft erreichen können. Der Endbericht stellt den Modellierungsrahmen dar, definiert die verschiedenen Szenarien und Annahmen und erörtert die Ergebnisse aus den während des Projekts entwickelten drei Szenarien: EUBase, EUTarget und EUSupreme. 

Zusätzlich zur Modellierung dieser drei Szenarien wurde in einem Arbeitspaket mit Schwerpunkt auf der EU-Taxonomie bewertet, inwieweit diese Szenarien mit der EU-Taxonomie übereinstimmen. Das Arbeitspaket adressierte zudem die Frage, welche Maßnahmen zusätzlich zu den angewandten Modellen erforderlich wären, um die Modellierung der EU-Taxonomie und ihrer Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen zu ermöglichen. 

Die Analyse konzentriert sich auf die Auswirkungen von Politiken, Strategien und Maßnahmen auf Treibhausgasemissionen, Energiebedarf und andere sektorspezifische relevante physikalische Werte. Nicht in die Analyse einbezogen werden die Auswirkungen der Szenarien auf Kosten und den daraus resultierenden Investitionsbedarf, auf Energiepreise oder makroökonomische Indikatoren, insbesondere die Entwicklung des BIP und der Beschäftigungszahlen. Solche Werte (monetäre Werte und Beschäftigung) liegen größtenteils außerhalb des Anwendungsbereichs der verwendeten Modelle; sofern Ergebnisse vorliegen, werden sie nicht in die Analyse einbezogen. 

Die Ergebnisse fanden Eingang in drei Berichte: 

 

Szenarioanalyse

Drei Szenarien für die Transformation der EU wurden entwickelt und analysiert: 

EUBase – basierend auf den im Jahr 2022 bereits umgesetzten und geplanten Strategien auf nationaler und europäischer Ebene ohne zusätzliche Maßnahmen. 

In diesem Referenzszenario würden die 2030- und 2050-Klimaziele der EU nicht erreicht werden: 850 Millionen Tonnen CO₂e (CO₂-Äquivalente) fallen weiter an.

EUTarget – dieses Szenario zeigt einen technologiebasierten Pfad, in dem ambitionierte Effizienzmaßnahmen, CCS‑Einsatz (Carbon Capture and Storage) in Industrie & Energieversorgung sowie hohe Erneuerbaren-Anteile eine Netto‑Null‑Bilanz ermöglichen. 

Dieses Szenario erreicht fast die Netto-Null: Ungefähr 30 Millionen Tonnen CO₂e müssten weiterhin durch technische Maßnahmen jährlich entnommen werden.

EUSupreme – ein stark suffizienz‑ und nachhaltigkeitsorientierter Transformationspfad mit Fokus auf Verhaltensänderungen, Kreislaufwirtschaft, geringerer Energienachfrage und ohne Einsatz von CCS. 

Das Szenario EUSupreme erreicht eine Nettosenke bis 2050 in Höhe von circa 115 Millionen Tonnen CO₂e und übererfüllt somit die Klimaziele der EU deutlich.

Die Analysen zeigen:

  • Netto‑Null ist erreichbar, aber nur mit tiefgreifenden Veränderungen in allen Sektoren – Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, und einer Landnutzung mit erhöhter Kohlenstoff-Bindung. Eine Fortführung aktueller politischer Maßnahmen wird zur Erfüllung der Klimaziele nicht ausreichen.
  • Stärkere Kreislaufwirtschaft, hohe Elektrifizierung, Modernisierungen im Heizungsbereich, Ernährungsumstellungen sowie natürliche Kohlenstoffsenken spielen in allen Pfaden entscheidende Rollen.

Analysen zur EU-Taxonomie

In einer weiteren Analyse im Rahmen des Projekts werden die drei Szenarien mit der EU-Taxonomie verglichen, und analysieren, wie die Klimawirkungen der Taxonomie (z.B. auf Finanzströme) modelliert werden könnten. In der EU-Taxonomie wird einheitlich und sehr spezifisch definiert, welche Wirtschaftstätigkeiten als ökologisch nachhaltig gelten.

Trotz einiger technischer Einschränkungen in der Analyse und damit verbundenen Unsicherheiten zeigt sich, dass die Szenarien EUTarget und EUSupreme eine frühere und höhere Taxonomie-Konformität als das EUBase-Szenario erreichen. Eine direkte Modellierung des Einflusses der Taxonomie wird in der Studie diskutiert, wäre aber mit einem hohen Aufwand verbunden. Zudem müssten neue Szenarien entwickelt und weitere empirische Daten erhoben werden.

Publikationen

  • Duscha, Vicki; Al-Dabbas, Khaled; Deac, Gerda; Eckstein, Johannes; Frank, Fabio; Weißenburger, Bastian et al. (2026): Pathways to an EU in 2050 with net-zero GHG-emissions. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt (Climate Change, 18/2026). doi.org/10.60810/openumwelt-8104Publikation
  • Duscha, Vicki; Al-Dabbas, Khaled; Deac, Gerda; Eckstein, Johannes; Frank, Fabio; Alexander-Haw, Abigail et al. (2026): The EU Taxonomy in modeling. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt (Climate Change, 08/2026). https://doi.org/10.60810/openumwelt-8191
  • Emele, L., Böttcher, H., Hesse, T., Ludig, S., Scheffler, M., Al-Dabas, K., Deac, G., Duscha, V., & Frank, F. (2026). Projected EU emissions in 2040. German Environment Agency. https://doi.org/10.60810/openumwelt-8141

  • Szenarienentwicklung und techno-ökonomische Modellierung / Modellierung der Lenkungswirkung von Politikinstrumenten 
  • Bottom-up Modellierung mittels Sektormodellen
  • Szenarienvergleich

 

Laufzeit

Dezember 2021 bis Oktober 2025

Auftraggeber

Umweltbundesamt (UBA)

Partner

  • Öko-Institut 
  • IREES GmbH