Projekt

Innovation Fund Heat Auctions

Mit dem im Frühjahr 2025 von der Europäischen Kommission vorgestellten Clean Industrial Deal rückt die industrielle Dekarbonisierung in den Mittelpunkt der europäischen Klima- und Industriepolitik. Als zentrale Maßnahme wird der Innovation Fund gezielt weiterentwickelt. Das Ziel besteht darin, Investitionen in industriellen Anwendungen zu ermöglichen, in denen CO₂-Preissignale allein bislang nicht ausreichen, um tragfähige Geschäftsmodelle für die Dekarbonisierung zu schaffen.

Vor diesem Hintergrund unterstützt das Projekt die Europäische Kommission bei der Konzeption einer neuen Fixed-Premium-Auktion. Das Fraunhofer ISI übernahm die Gesamtprojektleitung und begleitete die analytische und konzeptionelle Vorbereitung der Auktion. Im Rahmen des Projekts wurden Elektrifizierung und der Einsatz direkt erneuerbarer industrieller Prozesswärme als geeignete Auktionsgüter identifiziert. Das Projekt unterstützte die Generaldirektion Klimapolitik (DG CLIMA) umfassend bei der Ausgestaltung des Auktionsdesigns und der Terms & Conditions sowie bei der Einbindung relevanter Stakeholder. Aufbauend auf den Erfahrungen mit den Wasserstoffauktionen der Europäischen Wasserstoffbank werden zudem Optionen zur Einbindung nationaler Mittel über „Auctions as a Service” vorbereitet.

 

Mit dem „Clean Industrial Deal“ reagierte die Europäische Kommission auf die zunehmende Herausforderung, Klimaschutz und industrielle Wertschöpfung in der EU miteinander zu verbinden. Diese politische Agenda knüpft an den im Herbst 2024 veröffentlichten Draghi-Report zur Wettbewerbsfähigkeit Europas an, der zentrale strukturelle Herausforderungen der europäischen Wirtschaft analysiert.

Die Klimaneutralität bis 2050 bleibt dabei das zentrale Referenzziel der EU, flankiert durch die Empfehlung der Kommission für ein EU-weites Netto-Minderungsziel von 90 % bis 2040. Zugleich rückte in den Fokus, dass die Transformation energieintensiver Industrieprozesse nicht allein über ordnungsrechtliche Vorgaben oder CO₂-Preissignale gesteuert werden kann, sondern dass zusätzliche, gezielt ausgestaltete Investitionsanreize erforderlich sind.

Vor diesem Hintergrund sollten die wettbewerblichen Fördermechanismen des Innovation Fund gezielt weiterentwickelt werden. Mithilfe einer Fixed-Premium-Auktion für ein einheitliches Fördergut sollen Fördermittel marktnah und kosteneffizient in klimaneutrale Industrieprozesse gelenkt werden. Aufbauend auf den Erfahrungen mit den Wasserstoffauktionen der Europäischen Wasserstoffbank prüft die Kommission die Übertragung dieser wettbewerblichen Vergabemechanismen auf weitere industrielle Dekarbonisierungsbereiche, beispielsweise die emissionsarme Bereitstellung industrieller Prozesswärme, um Investitionen auszulösen und privates Kapital zu mobilisieren.

 

 

Ziel des Projekts ist es, die Europäische Kommission bei der Konzeption und Umsetzung einer neuen Fixed-Premium-Auktion im Rahmen des Innovation Fund zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines wettbewerblichen Fördermechanismus, der Investitionen in klimaneutrale industrielle Anwendungen dort auslöst, wo CO₂-Preissignale allein nicht ausreichen, um tragfähige Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Dabei sollen öffentliche Mittel effizient eingesetzt, Investitionsrisiken reduziert und privates Kapital mobilisiert werden.

Aufbauend auf einer systematischen Analyse potenzieller Fördergüter und entsprechender Projektpipelines wurde ein geeignetes Auktionsgut identifiziert und dessen Förderlogik konkretisiert. Darauf aufbauend unterstützte das Projekt die Ausgestaltung des Auktionsdesigns einschließlich der Terms & Conditions, der Abwicklungs- und Monitoringanforderungen sowie strukturierter Stakeholder-Konsultationen. Ergänzend wurden quantitative Simulationen eingesetzt, um das Bieterverhalten, die Budgetwirkungen und die Emissionsminderungen abzuschätzen. Darüber hinaus wurden Optionen zur Einbindung nationaler Mittel über „Auctions-as-a-Service” entwickelt.

 

Im Rahmen des Projekts wurde die Fixed-Premium-Auktion für industrielle Prozesswärme als neues wettbewerbliches Förderinstrument unter dem Innovation Fund konzeptionell vorbereitet. Dabei wurden Elektrifizierung und der Einsatz direkt erneuerbarer Prozesswärme als geeignetes Auktionsgut identifiziert und in ein wettbewerbliches Förderdesign überführt.

Auf dieser Grundlage wurden in enger Zusammenarbeit mit der Kommission die Terms & Conditions der geplanten Auktion entwickelt und an die bestehenden administrativen Strukturen des Innovation Fund angepasst. Ergänzend dazu wurden quantitative Analysen und Auktionssimulationen durchgeführt, um das erwartete Bieterverhalten, die Budgetwirkungen, die Emissionsminderungen sowie die sektorale und geografische Verteilung potenzieller Projekte abzuschätzen. Diese Analysen bilden eine zentrale Entscheidungsgrundlage für die Ausgestaltung der Auktion in zwei Temperaturbereichen.

Ein weiteres Ergebnis ist die konzeptionelle Vorbereitung der Einbindung nationaler Mittel über den Ansatz „Auctions-as-a-Service“, um eine koordinierte Umsetzung zwischen EU- und Mitgliedstaatsebene zu ermöglichen. Die Prozesswärmeauktion dient zugleich als Blaupause für künftige Auktionsformate und als wichtiger Referenzpunkt für die im Aufbau befindliche Industrial Decarbonisation Bank, welche den industriellen Transformationspfad in Europa langfristig unterstützen soll.

Weitere Informationen zum Auktionsdesign finden Sie in unserem Blogbeitrag: Industriewärme elektrifizieren: Neues EU-Auktionsdesign im Überblick.

Laufzeit

April 2025 – April 2026

Auftraggeber

  • Europäische Kommission (DG Climate Action)

Partner

  • ICF

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