Konferenz und Fachvorträge / 15. Juni 2026 - 18. Juni 2026
Fachvorträge auf der Regional Studies Association’s Annual Conference 2026
Digitale Zwillinge und wie man sie pflegt: Eine Fallstudie zu einem datengestützten Instrument, das für den regionalen Wandel der sächsischen Kohlegebiete entwickelt wurde
Dr. Benjamin Klement, Dr. Ann-Kathrin Dieterle
Die deutsche Kohlewende sieht bis 2038 die Beendigung des Braunkohleabbaus vor. Das Bundesland Sachsen beherbergt das Lausitzer und das Mitteldeutsche Revier, und hat die Möglichkeit, 14 Mrd. € für eine erfolgreiche Energiewende einzusetzen. Im Rahmen des laufenden vierjährigen Projekts GENESIS stellen wir dem Freistaat Sachsen ein datengestütztes interaktives Instrument zur Verfügung, das einem sozioökonomischen »digitalen Zwilling« ähnelt und genutzt werden kann, um die Mittelvergabe zu optimieren, vielversprechende regionsspezifische Entwicklungswege zu erkunden, zentrale Projekte zu begleiten und zu beraten oder die regionale Entwicklung zu überwachen. Dieser Beitrag gibt Einblicke in die Anwendung von Methoden der evolutionären Wirtschaftsgeographie auf den politischen Handlungsraum, erörtert die konzeptionellen Grundlagen für den Einsatz von »digitalen Zwillingen« bei den Herausforderungen des regionalen Wandels und reflektiert die sich wandelnden Rollen von Forschern und politischen Akteuren, die im Laufe des Projekts beobachtet werden konnten.
Nutzung von LLMs und hierarchischer Themenmodellierung zur Ermittlung regionaler Entwicklungswege: Erkenntnisse aus den sächsischen Kohlegebieten
Dr. Juliane Groth, Elena Senger, Dr. Benjamin Klement
Der Strukturwandel in den europäischen Kohleregionen stellt eine zentrale Herausforderung für eine nachhaltige und inklusive regionale Entwicklung dar. Dieser Beitrag untersucht potenzielle Entwicklungswege für die sächsischen Braunkohleregionen Lausitz und Mitteldeutschland aus der Perspektive der evolutionären Wirtschaftsgeographie (EEG). Wir stellen einen neuartigen methodischen Ansatz vor, der vier komplementäre Wissens- und Innovationsdatenquellen integriert, die üblicherweise separat analysiert werden. Über den analytischen Beitrag hinaus stellt der Vortrag laufende Bemühungen vor, die Erkenntnisse in eine interaktive digitale Plattform zur Entscheidungsunterstützung für politische Entscheidungsträger und regionale Akteure umzusetzen. Insgesamt zeigt der Vortrag auf, wie die EEG durch methodische Innovationen und Datenintegration weiterentwickelt und gleichzeitig ihre Relevanz für die politikorientierte Forschung zum Strukturwandel gesteigert werden kann.