Nachhaltigkeit am Fraunhofer ISI

Am Fraunhofer ISI forschen wir nicht nur an Innovationen für eine nachhaltige Welt – wir bemühen uns auch, den Forschungs- und Arbeitsalltag am Institut so nachhaltig wie möglich zu machen.

Als Teil der Fraunhofer-Gesellschaft, die sich das Ziel gesetzt hat, ihre Emissionen bis 2030 um 55 Prozent zu senken und verbleibende Emissionen durch echte Treibhausgassenken zu kompensieren sowie bis 2045 alle Emissionen zu vermeiden, übernehmen wir als Arbeitgeber auch über unsere Forschung hinaus Verantwortung.

Durch unser Verhalten möchten wir aktiv Teil einer sich verändernden Gesellschaft sein, die Nachhaltigkeit auf allen Ebenen vorantreibt. Die wichtigsten Kennzahlen und Prozesse legen wir auf dieser Seite transparent dar.

Sustainable Development Goals (SDGs)

Unser Beitrag zur Umsetzung nachhaltiger Entwicklungen im Sinne der Sustainable Development Goals

Die Interpretation von Nachhaltigkeit orientiert sich zunehmend an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Die 17 Ziele der Agenda sollen eine nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Ebene vorantreiben. Sie decken ein breites Themenspektrum ab, darunter etwa Landökosysteme, Wasser, Klima- und Artenschutz, nachhaltiger Konsum, das Management natürlicher Ressourcen und umweltfreundliche Energieversorgung. 

Für unsere Nachhaltigkeitsberichterstattung orientieren wir uns stark an der Maßgabe der Fraunhofer-Gesellschaft, die international anerkannten Standards der Global Reporting Initiative (GRI) als Grundlage zu verwenden. Die GRI (gegründet 1997) ist eine gemeinnützige Stiftung zur weltweiten Kooperation von Unternehmen, Investoren, Ratingagenturen, Wirtschaftsprüfern, Verbänden, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Sie entwickelt und veröffentlicht weltweit anwendbare Richtlinien, die als Rahmen für die standardisierte Darstellung von ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Performance dienen.

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat sich 2017 mit dem Beitritt zum United Nations Global Compact, der weltweit größten Initiative verantwortungsvoller Unternehmensführung, zur Unterstützung und Umsetzung der universellen Prinzipien des internationalen Netzwerks bekannt. Auf Grundlage dieser Prinzipien und der SDGs verfolgt der Global Compact die Vision einer nachhaltigen Weltwirtschaft.

Als Fraunhofer-Institut wollen auch wir zur Erreichung dieser Ziele beitragen. Das Fraunhofer ISI leistet seinen Beitrag zur Umsetzung nachhaltiger Entwicklungen auf unterschiedlichsten Ebenen:

  • Durch unsere Forschung, die daraus resultierenden Handlungsoptionen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und durch unsere Mitarbeit in Ausschüssen und Gremien.
  • Bei der Arbeitsorganisation des Forschungsalltages sowie der zugehörigen Verwaltung der institutseigenen Gebäudeinfrastruktur.

Engagement von innen: Unsere Nachhaltigkeitsgruppen

In unseren Nachhaltigkeitsgruppen arbeiten die Mitarbeiter:innen des Fraunhofer ISI aktiv zusammen, um das Institut nachhaltiger zu gestalten. Unter Leitung der Nachhaltigkeitsbeauftragten haben in den Gruppen alle Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen und zu diskutieren. Derzeit gibt es fünf Gruppen, die sich folgenden Themen widmen:

1. Mobilität

Hier geht es u.a. um Arbeitswege und Dienstreisen.

2. Energie

Hier stehen der Strom- und Heizenergiebedarf sowie die Einführung eines Energiemanagementsystems im Mittelpunkt.

3. Beschaffung & Ressourcen

Hier stehen sowohl die Beschaffung als auch die spätere Entsorgung von Verbrauchsgütern im Fokus.

4. Gebäude

Hierzu zählt u.a. der Wasserverbrauch, die Gebäudehülle oder Biodiversität für das Bestandsgebäude und den geplanten Neubau.

5. Ernährung

Hier geht es um gesunde und nachhaltige Verpflegung, z.B. über die eigene Kantine.

Soziale Nachhaltigkeit

Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit werden am ISI durch folgende Stellen abgedeckt:

Gesundheitsmanagement

trägt zum körperlichen Wohlbefinden der Mitarbeitenden bei

Beauftragte für Chancengleichheit

berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern, Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Personalstelle

Kompetenzmanagement und lebenslanges Lernen

Unsere aktuellen Ziele und Maßnahmen

Die Nachhaltigkeitsbeauftragten setzen sich – in enger Abstimmung mit der Institutsleitung – regelmäßig zusammen, um konkrete Nachhaltigkeitsziele sowie daraus folgende Maßnahmen zur Umsetzung zu beschließen. Aktuell verfolgt das Institut folgende Ziele:
 
  • Mobilität
    • Minimierung der Treibhausgasemissionen durch Dienstreisen
  • Energie
    • Fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung im Rahmen des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001
    • Optimierung der Heizungseinstellungen durch maximale Ausnutzung der Wärmepumpe 
  • Beschaffung & Ressourcen 
    • Umsetzung der Fraunhofer-Leitlinie zur nachhaltigen Beschaffung 
    • Zuführung elektronischer Altgeräte zur Weiterverwertung 
  • Gebäude 
    • Erreichen der Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) mit Silber-Standard für den geplanten Neubau, vgl. Pressemitteilung
  • Ernährung 
    • Nachhaltige Verpflegung in der Kantine

Handlungsfeld Ökologie

Nachhaltigem Handeln und Wirtschaften wird am Fraunhofer ISI großes Augenmerk geschenkt: Engagierte Mitarbeitende am Institut sind schon viele Jahre aktiv im Bereich Nachhaltigkeit und bringen ihre Ideen ein. Bereits in den 90er-Jahren brachte der Verein »ISI Power«, eine Initiative von ISI-Mitarbeitenden, eine Photovoltaik-Anlage aufs Institutsdach, als dies aus rechtlichen Gründen seitens Fraunhofer noch nicht möglich war. Im Spätherbst 2024 wurde die bestehende Heizungsanlage durch eine Kombination aus Wärmepumpen und Gasbrennwertkessel ersetzt. Zudem haben die Beschäftigten in den vergangenen Jahren verstärkt dazu beigetragen, die Klimabilanz des Instituts zu verbessern. Viele haben auf Reisen verzichtet, statt des Flugzeugs häufiger die Bahn genommen oder sind beispielsweise statt mit dem Privat-Pkw mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln ans Fraunhofer ISI gelangt.

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Klicken Sie auf die hellblauen Kästen, um mehr über unsere Nachhaltigkeitsindikatoren aus den verschiedenen Themenbereichen zu erfahren. Die dargestellten Werte beziehen sich, soweit nicht anders angegeben, auf den Hauptstandort unseres Instituts in der Breslauer Straße in Karlsruhe.

  • Das Fraunhofer ISI hat inzwischen fünf Standorte (zwei Standorte in Karlsruhe, ein Standort in Leipzig, eine Repräsentanz in Berlin und der Joint Innovation Hub in Heilbronn). Das Institutsgebäude in der Breslauer Straße in Karlsruhe ist dabei der größte und älteste Standort sowie der einzige in Institutseigentum. Ab März 2020 wurden Räume im Technologiepark Karlsruhe (Emmy-Noether Straße) angemietet. Im Laufe der Jahre wurde die Anmietung um weitere Räume ergänzt. Zusätzliche angemietete Standorte mit Büro- und Besprechungsräumen kamen in Heilbronn (ab 1. Januar 2023), Berlin (ab Oktober 2024) und durch die Integration zweier Abteilungen des Fraunhofer IWM in Leipzig (ab 1. Januar 2025) hinzu.

  • Im Jahr 2025 entfielen rund drei Viertel des Endenergieverbrauchs aller Standorte auf das Institutsgebäude in der Breslauer Straße in Karlsruhe. Da die Büroflächen der zusätzlich hinzugekommenen Standorte angemietet sind, sind die Möglichkeiten zur Beeinflussung des Energieverbrauchs dort stark begrenzt. Aus diesem Grund wird im Folgenden nur der Energieverbrauch des Institutsgebäudes in der Breslauer Straße beleuchtet.

    Der Energiebezug des Institutsgebäudes setzt sich zusammen aus Strom- und Gasbezug und lag im Jahr 2025 bei insgesamt 668 Megawattstunden (MWh). Bis 2022 wurde nahezu gleich viel Energie aus Gas und Strom bezogen. Im Jahr 2025 macht der Strombezug knapp drei Viertel des gesamten Energiebezugs aus.

    Im Herbst 2024 wurden die über 30 Jahre alten Heizungsanlagen durch eine Kombination aus zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen (128kW) und einem Brennwertkessel (220 kW) ersetzt. Ziel ist es, den Gasbrennwertkessel möglichst wenig zu nutzen und somit den Hauptwärmebedarf des Gebäudes durch die Wärmepumpen abzudecken. Vor der Investitionsentscheidung wurde ein Vergleich verschiedener Varianten bezüglich Wirtschaftlichkeit und CO2-Emissionen durchgeführt. Aufgrund der kurzen Restnutzungszeit des Institutsgebäudes durch das Fraunhofer ISI – bedingt durch den geplanten Neubau – wurde die genannte Variante gewählt.

    Neben dem Strombezug aus dem öffentlichen Netz trägt seit Ende Oktober 2025 eine Photovoltaikanlage zur Versorgung des Institutsgebäudes bei. Sie deckt im Jahr 2026 knapp acht Prozent des Stromverbrauchs ab. Bis Mitte 2024 leisteten zudem zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) einen Beitrag zur Eigenstromerzeugung des Institutsgebäudes. Von 2014 bis 2022 deckten sie zusammen durchschnittlich zwölf Prozent des Energieverbrauchs. Im Jahr 2023 sank ihr Anteil auf drei Prozent, insbesondere aufgrund zeitweiliger Ausfälle. Darüber hinaus wurde die Leistung der BHKW im Herbst 2022 infolge der Gasmangellage reduziert.

    Die Anzahl der Beschäftigten scheint sich nicht stark auf den Energieverbrauch des Institutsgebäudes auszuwirken. In den Jahren 2014/2015 war ein Teil der Beschäftigten aufgrund einer Sanierung im Westflügel in ein anderes Gebäude ausgelagert, der Energieverbrauch blieb jedoch ungefähr konstant. Die Corona-Jahre 2020 und 2022 mit Homeoffice-Pflicht bzw. Homeoffice-Empfehlungen führten zu einem Rückgang des Stromverbrauchs um elf Prozent.

    Der Gasbezug des Institutsgebäudes belief sich im Jahr 2025 auf 173 MWh. Gegenüber 2024 (rund 238 MWh) entspricht dies einem deutlichen Rückgang, der insbesondere auf die Umstellung auf die neue Heizungsanlage zurückzuführen ist. Aufgrund eines rund anderthalbmonatigen Ausfalls der Wärmepumpe musste der Gasbrennwertkessel zeitweise verstärkt eingesetzt werden. Im Jahr 2023 betrug der Gasbedarf des Institutsgebäudes inklusive des Gasbedarfs für die BHKW 201 MWh. Zieht man den Gasbedarf zur Stromerzeugung ab, ergibt sich ein Gasbedarf für Heizenergie von knapp 187 MWh. Damit lag er deutlich unter den Werten von 2022 (350 MWh) und 2021 (363 MWh). Ausschlaggebend war, dass das Fraunhofer ISI kurzfristige Maßnahmen zum Gassparen umsetzte, um einen Beitrag zur Vorbeugung der Gasmangellage im Winter 2022/2023 zu leisten. Es wurde beispielsweise ein Flur kaltgelegt, d.h. nur auf 16 °C geheizt. Die betroffenen Mitarbeitenden, inklusive Institutsleitung, sind über diesen Winter in einen anderen Flur umgezogen. Zudem wurden die Mitarbeitenden sensibilisiert und ihnen u.a. empfohlen, die Büros auf maximal 19 °C zu heizen. Heizungseinstellungen, wie Erweiterung der Nachtabsenkung auch auf das Wochenende, wurden angepasst. Das Aufrechterhalten der weniger drastischen Maßnahmen hat auch in den folgenden Winterperioden zu einer Verringerung des Gasverbrauchs im Vergleich zum Winter 2021/2022 geführt. Vor der Heizperiode im Herbst 2023 fand ein hydraulischer Abgleich statt.

    Mindestens zweimal jährlich werden die Mitarbeitenden zum Energiesparen, d.h. insbesondere zum Thema »richtig Heizen« durch E-Mails, Energiesparplakate und Kurzvorträge auf Instituts- oder Betriebsversammlungen sensibilisiert.

    Energieverbrauch am Fraunhofer ISI
    © Fraunhofer ISI
    Energieverbrauch am Fraunhofer ISI
  • Um die CO2-Emissionen des Instituts zu reduzieren, nimmt das Fraunhofer ISI an den Fraunhofer-weiten Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerken (EEKN) teil. Im Rahmen der EEKN erfolgt ein moderierter Erfahrungs- und Ideen-Austausch sowohl unter den beteiligten Fraunhofer-Instituten als auch mit externen Berater:innen. Ziel der Netzwerke ist eine dauerhafte Steigerung der Energieeffizienz sowie eine spürbare Senkung der Energiekosten und CO2-Emissionen an den Instituten. Die Netzwerkidee beruht auf früheren Forschungsprojekten des Instituts. Daher wurden die EEKN auf Initiative eines Mitarbeiters des Fraunhofer ISI innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft initiiert und geleitet. Die Netzwerkteilnahme wurde durch die Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutznetzwerke(IEEKN) bestätigt.

    Das Fraunhofer ISI ist seit Mai 2026 nach der Norm DIN EN ISO 50001:2018 für Energiemanagement zertifiziert (siehe Zertifikat mit Standorten). Wesentliches Ziel der ISO 50001 ist es, die Energieeffizienz kontinuierlich zu steigern sowie Energieverbrauch und energiebezogene CO2-Emissionen zu verringern.

    Zähler für ein Energiemonitoringsystem am Institutsgebäude wurden eingebaut. Die Überwachung des Energieverbrauchs soll in Zukunft mittels Software ermöglicht werden.

    Ende Oktober 2025 hat das Fraunhofer ISI eine neue PV-Anlage mit 64 Modulen und einer Gesamtleistung von 30,6 KWp zur Eigenstromerzeugung auf dem Dach des Institutsgebäudes in Betrieb genommen. Die Anlage ist eine Kooperation des Fraunhofer ISI mit dem Verein »ISI Power«. Dieser wurde von Mitarbeitenden des Fraunhofer ISI ins Leben gerufen und hat die alte Anlage knapp 30 Jahre betrieben. Auf Grund der angepassten Rahmenbedingungen ist ein Betrieb über den Verein nun nicht mehr notwendig. Die neue PV-Anlage konnte 2026 knapp acht Prozent des Stromverbrauchs am Standort in der Breslauer Straße decken. Die Beschaffung einer größeren Anlage wurde geprüft, war jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht wirtschaftlich.

    Setzt man beim Strom den Emissionsfaktor des deutschen Strommixes an, so sind die CO2-Emissionen von 2025 im Vergleich zu den beiden Vorjahren marginal gesunken. Das Fraunhofer ISI bezieht über den Fraunhofer-weiten Rahmenvertrag Grünstrom, welcher bis 2025 überwiegend über Herkunftsnachweise realisiert wurde. Ab 2026 wird die Stromversorgung durch die Fraunhofer-Gesellschaft verstärkt über ein zentral gesteuertes Portfoliomanagement organisiert. Damit sollen wirtschaftliche Risiken begrenzt, die Versorgungssicherheit erhöht und die gezielte Einbindung erneuerbarer Energien vereinfacht werden, etwa über Power-Purchase-Agreements oder Eigenerzeugung. Wird für den bezogenen Ökostrom ein Emissionsfaktor von bilanziell null kg CO2/Jahr unterstellt, so könnten die Gesamtemissionen in 2025 von 205.000 kg CO2/Jahr auf 35.000 kg CO2/Jahr sinken.

    CO2-Emissionen am Fraunhofer ISI
    © Fraunhofer ISI
    CO2-Emissionen am Fraunhofer ISI
  • Rund 623.165 km legten die Mitarbeitenden des Fraunhofer ISI insgesamt im Jahr 2022 bei Dienstreisen zurück und verursachten dabei circa 80.4 Tonnen CO2 oder äquivalente Treibhausgase. Das ist einer der niedrigsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010 und entspricht hierbei einem Rückgang von rund 86 Prozent im Vergleich zum Maximum von 588 Tonnen im Jahr 2013. Grund für diesen extremen Rückgang sind die »Nachwirkungen« der Corona-Krise und das damit verbundene veränderte Reiseverhalten. Digitale und hybride Austauschformate im Rahmen der Forschungsprojekte haben seitdem stark zugenommen. Aufgrund eines Systemwechsels im Jahr 2022 bei der Angabe der durch Bahnreisen hervorgerufenen Emissionen können diese aktuell noch nicht berichtet werden.

    Flugreisen im Auftrag des Fraunhofer ISI verursachten 2022 mit insgesamt 78.6 Tonnen Treibhausgasen 95,4 Prozent aller CO2-Emissionen durch Dienstreisen. Für diese Flugreisen erfolgte jedoch eine vollständige Kompensation durch entsprechende CO2-Zertifikate. Dahinter folgen die durchgeführten Bahnreisen mit knapp zwei Tonnen (2,5 Prozent) und Pkw-Reisen mit 1,7 Tonnen (2,1 Prozent). 

    Die am häufigsten genutzte innerdeutsche Bahn-Verbindung im Jahr 2022 war, wie in den vorangegangenen Jahren auch, die Strecke Karlsruhe-Berlin mit insgesamt 424 Fahrten.

    Emissionen durch Dienstreisen am Fraunhofer ISI
    © Fraunhofer ISI
    Emissionen durch Dienstreisen am Fraunhofer ISI
  • Standort Karlsruhe

    Im Jahr 2025 legten die Beschäftigten des Fraunhofer ISI in Karlsruhe auf dem Weg zur Arbeit knapp 1,6 Millionen Kilometer zurück. Das entspricht rund 4.000 Kilometern pro Person. Das mit Abstand beliebteste Verkehrsmittel auf dem Weg zum Institut ist dabei nach wie vor das Fahrrad:

    • 47 Prozent der in Karlsruhe Beschäftigten radeln zum Fraunhofer ISI (43 Prozent mit dem Fahrrad und vier Prozent mit einem E-Bike).
    • 28 Prozent der Beschäftigten pendeln mit einem Pkw ans Fraunhofer ISI (23 Prozent mit Verbrennungsmotor und fünf Prozent mit Elektromotor).
    • 22 Prozent der Beschäftigten sind mit der Bahn unterwegs (14 Prozent öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und acht Prozent Fern- oder Regionalverkehr der Bahn).
    • Zwei Prozent kommen zu Fuß.

    Auf ihrem Weg zur Arbeit (mittels Pkw oder Bahn) verursachten die Mitarbeitenden des Fraunhofer ISI Emissionen von insgesamt 141 Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr. Das entspricht etwa 353 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Person.

    Genutzte Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit am Fraunhofer ISI in Karlsruhe
    © Fraunhofer ISI
    Genutzte Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit am Fraunhofer ISI in Karlsruhe

    Standort Leipzig

    Im Jahr 2025 legten die Beschäftigten des Fraunhofer ISI in Leipzig auf dem Weg zur Arbeit circa 400.000 Kilometer zurück. Das entspricht rund 3.000 Kilometern pro Person. Das beliebteste Verkehrsmittel auf dem Weg zum Leipziger Institutsgebäude ist dabei die Bahn:

    • 44 Prozent der Beschäftigten sind mit der Bahn unterwegs (26 Prozent öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und 18 Prozent Fern- oder Regionalverkehr der Bahn).
    • 41 Prozent der Beschäftigten nutzen ein Fahrrad.
    • Acht Prozent kommen zu Fuß.
    • Sieben Prozent der Beschäftigten pendeln mit einem Pkw (sechs Prozent mit Verbrennungsmotor und ein Prozent mit Elektromotor).

    Aufgrund des vergleichsweise niedrigen Anteils der Nutzung von Pkws mit Verbrennungsmotor verursachten die Mitarbeitenden in Leipzig insgesamt nur 13 Tonnen CO2-Äquivalente. Das entspricht etwa 100 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Person. Das größte Einsparpotenzial für das Fraunhofer ISI insgesamt liegt folglich in einem zunehmenden Verzicht der Nutzung eines Pkws mit Verbrennungsmotor.

    Genutzte Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit am Fraunhofer ISI in Leipzig
    © Fraunhofer ISI
    Genutzte Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit am Fraunhofer ISI in Leipzig

    Standortübergreifend

    Das Fraunhofer ISI ist am Verbundprojekt Laden am Arbeitsplatz LamA beteiligt. Seit Mai 2022 wurden zwei Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten eingerichtet, an denen Fraunhofer-Mitarbeitende kostenpflichtig laden können. Zudem werden an den Ladesäulen Dienstfahrzeuge geladen.

    Um auf die Emissionen auf dem Arbeitsweg aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren, nimmt das Fraunhofer ISI seit dem Jahr 2022 an der Aktion Stadtradeln teil. Die teilnehmenden Mitarbeitenden sind in den je drei Aktionswochen zwischen 5.300 und 8.000 Kilometer geradelt. 

     

    Bike-Repair-Café

    Erstmals im Jahr 2025 und in Wiederholung im Sommer 2026 fand das »Bike-Repair-Café« im Innenhof des Fraunhofer ISI in der Breslauer Straße in Karlsruhe statt. Dank der tatkräftigen Unterstützung und vor allem fachkundigen Expertise innerhalb der Belegschaft konnten mehrere Räder von Mitarbeitenden fachgerecht repariert bzw. in Stand gesetzt werden. Dabei wurden wertvolle Tipps weitergegeben und Hilfe zur Selbsthilfe angeboten, um den Mitarbeitenden eine sichere und zuverlässige tägliche Fahrt zum Institutsgebäude zu gewährleisten. 

  • Die folgenden Werte beziehen sich ausschließlich auf das im Eigentum der Fraunhofer-Gesellschaft befindliche Institutsgebäude in der Breslauer Straße in Karlsruhe (Hauptstandort).

    Der Wasserverbrauch am Fraunhofer ISI setzt sich aus mehreren Quellen zusammen. Trinkwasser wird vor allem genutzt in den Waschräumen mit Toiletten, am Wasserspender in der Kantine, an Wasserkochern für Tee und an Kaffeeautomaten, außerdem in der Kantine selbst, bei der Gebäudereinigung und bei der Dusche mit Umkleide im Untergeschoss, die zum Beispiel von Radfahrerinnen und Radfahrern genutzt wird. In den heißen Sommermonaten wird außerdem Trinkwasser bei extremer Trockenheit verwendet, um Büsche, Hecken und Fassadenbegrünung zu wässern.

    Der tatsächliche Wasserverbrauch in der Breslauer Straße orientiert sich direkt an der Anzahl der Beschäftigten, die vor Ort arbeiten. Speziell die Corona-Jahre mit Homeoffice-Pflicht bzw. Homeoffice-Empfehlungen führten zu einem deutlichen Rückgang des Wasserverbrauchs in den Jahren 2020 bis 2022. Der Hitzesommer scheint ursächlich für den erhöhten Wasserverbrauch im Jahr 2023.

    Daten zum Wasserverbrauch in den angemieteten Gebäuden liegen nicht vor.

    Wasserverbrauch am Fraunhofer ISI
    © Fraunhofer ISI
    Wasserverbrauch am Fraunhofer ISI
  • Papierverbrauch

    Die folgenden Werte beziehen sich auf die Fraunhofer-ISI-Standorte in Karlsruhe und Leipzig.

    Grundsätzlich wird bereits seit 2013 in den Druckern und Kopierern des Fraunhofer ISI ausschließlich Recyclingpapier verwendet und als Standard ist ein doppelseitiger Druck eingestellt.

    Die Menge an neu bestellten DIN-A4-Papier sank über die Jahre von rund 1,6 Millionen (2011) auf ein Allzeittief von 150.000 Blatt (~ 0,7 t) im Jahr 2023. Der letzte starke Rückgang ging mit der Corona-Pandemie einher, bei der sich nochmal die Anzahl des neubestellten DIN-A4-Papiers um die Hälfte verringerte. Auch der Verbrauch des DIN-A3-Papiers ging zurück. Da dieses aber für mehrere Jahre im Vorfeld gekauft wird, ist der Rückgang nicht so eindeutig zu erkennen. In den Jahren 2024 und 2025 stagnierte der Papierverbrauch auf dem erreichten niedrigen Niveau. 

    Bei der Beschaffung sogenannter Hygienepapiere (z.B. Papierhandtücher, Toilettenpapier) werden ebenfalls Nachhaltigkeitskriterien (z.B. Bevorzugung von Recyclingpapier) beachtet.

    Papierverbrauch am Fraunhofer ISI
    © Fraunhofer ISI
    Papierverbrauch am Fraunhofer ISI

    Reinigungsmittel

    Bezüglich dem Einsatz von Reinigungsmitteln (wie z.B. Essigreiniger, Entkalker, Geschirrspülmittel, Glasreiniger), die insbesondere in der Kantine zum Einsatz kommen, ist das Fraunhofer ISI bemüht, bevorzugt Reinigungsmittel zu verwenden, die über geeignete Öko-Zertifizierungen verfügen. Hierzu zählen z.B. auf nationaler Ebene der Blaue Engel oder auf europäischer Eben das EU-Ecolabel. Ebenso werden Testergebnisse einschlägiger Publikationen (z.B. Öko-Test) bei der Beschaffung berücksichtigt.

  • Das Restmüllaufkommen am Standort Breslauer Straße sank nach einem Anstieg im Jahr 2020 auf ein konstant niedriges Niveau von weniger als zwei Tonnen. In den vergangenen Jahren spielte bei der Verminderung neben der Corona Pandemie und der darauffolgenden Home-Office- und Flex-Platz-Regelungen auch der im Jahr 2020 erfolgte Umzug von Mitarbeitenden in den Zweitstandort im Technologiepark eine Rolle.

    Wertstoffe fielen in den vergangenen Jahren relativ konstant in Höhe von circa sieben Tonnen pro Jahr an, wohingegen bei der Abgabe von Altpapier eine deutliche und konstante Zunahme zu beobachten ist. Da jedoch, wie unter »Papierverbrauch« berichtet, die beschaffte Menge an Papier in den vergangenen Jahren nicht zugenommen hat, sondern konstant ist, handelt es sich bei den Papierabfällen vermutlich um die Entsorgung veralteter, nicht mehr physisch benötigter Archivbestände.

    Abfallmenge am Fraunhofer ISI
    © Fraunhofer ISI
    Abfallmenge am Fraunhofer ISI
  • Die Fraunhofer Gesellschaft hat im Jahr 2025 einen Fraunhofer-weiten Rahmenvertrag mit der AfB gGmbH in Ettlingen abgeschlossen, welcher die Abgabe elektronischer Altgeräte (z.B. Laptops, Monitore, Smartphones usw.) von Fraunhofer-Instituten wie dem Fraunhofer ISI an den Verwerter AfB vertraglich regelt.

    Erstmals konnten zu Beginn des Jahres 2026 Altgeräte des Fraunhofer ISI an die AfB übergeben werden. In einer ersten Sammlung wurden ca. 350 IP-Telefone, aber auch Notebooks, Docking-Stations und Monitore in einer Größenordnung von sieben Paletten an die AfB übergeben. Weitere Übergaben sind geplant.

    In Abhängigkeit von Alter, Zustand und Restwert der elektronischen Altgeräte werden diese vorrangig einem Refurbishment bzw. einer Aufbereitung sowie einer anschließenden Weitervermarktung durch die AfB und damit einer Weiterverwendung zugeführt. Bei Altgeräten, bei denen eine Weitervermarktung nicht möglich ist, erfolgt ein sortenreines Recycling oder eine fachgerechte Entsorgung. Unabhängig davon, welchen Weg die Geräte nehmen, werden alle Datenträger in den Geräten durch zertifizierte Löschprozesse bereinigt.

  • Neben der Übergabe elektronischer Altgeräte an die AfB werden auch private Güter (sowohl elektronisch als auch nicht elektronisch) der Mitarbeitenden möglichst lange im Kreislauf gehalten.  Hierzu findet einmal im Jahr der »ISI-Tauschabend« im Innenhof in der Breslauer Straße statt. Dabei gilt das Motto:  »One wo:man's trash is another wo:man's treasure«.

    Seit 2025 ist zudem eine neue digitale ISI-Tauschplattform für alle Mitarbeitenden im Intranet verfügbar. Hier können private Angebote und Gesuche eingestellt werden, von Veranstaltungshinweisen und abzugebenden Tickets über benötigte Werkzeuge bis hin zu Kinderspielzeug, das vielleicht ein neues Zuhause sucht.

Frühere Nachhaltigkeitsberichte

2015 und 2019 erschienen unsere Nachhaltigkeitsberichte als digitale Broschüren, die hier zum Download verfügbar sind.

 

Nachhaltigkeitsbericht 2019

 

Nachhaltigkeitsbericht 2015

Nachhaltigkeitserklärung der Fraunhofer-Gesellschaft

Mit ihrer Nachhaltigkeitserklärung verdeutlicht die Fraunhofer-Gesellschaft, wie Nachhaltigkeitsaspekte als integraler Bestandteil in der Organisation gelebt werden und zeigt, welche Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen in Zukunft konsequent weiterverfolgt werden sollen.

 

Nachhaltigkeitserklärung 2025