Im Jahr 2025 entfielen rund drei Viertel des Endenergieverbrauchs aller Standorte auf das Institutsgebäude in der Breslauer Straße in Karlsruhe. Da die Büroflächen der zusätzlich hinzugekommenen Standorte angemietet sind, sind die Möglichkeiten zur Beeinflussung des Energieverbrauchs dort stark begrenzt. Aus diesem Grund wird im Folgenden nur der Energieverbrauch des Institutsgebäudes in der Breslauer Straße beleuchtet.
Der Energiebezug des Institutsgebäudes setzt sich zusammen aus Strom- und Gasbezug und lag im Jahr 2025 bei insgesamt 668 Megawattstunden (MWh). Bis 2022 wurde nahezu gleich viel Energie aus Gas und Strom bezogen. Im Jahr 2025 macht der Strombezug knapp drei Viertel des gesamten Energiebezugs aus.
Im Herbst 2024 wurden die über 30 Jahre alten Heizungsanlagen durch eine Kombination aus zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen (128kW) und einem Brennwertkessel (220 kW) ersetzt. Ziel ist es, den Gasbrennwertkessel möglichst wenig zu nutzen und somit den Hauptwärmebedarf des Gebäudes durch die Wärmepumpen abzudecken. Vor der Investitionsentscheidung wurde ein Vergleich verschiedener Varianten bezüglich Wirtschaftlichkeit und CO2-Emissionen durchgeführt. Aufgrund der kurzen Restnutzungszeit des Institutsgebäudes durch das Fraunhofer ISI – bedingt durch den geplanten Neubau – wurde die genannte Variante gewählt.
Neben dem Strombezug aus dem öffentlichen Netz trägt seit Ende Oktober 2025 eine Photovoltaikanlage zur Versorgung des Institutsgebäudes bei. Sie deckt im Jahr 2026 knapp acht Prozent des Stromverbrauchs ab. Bis Mitte 2024 leisteten zudem zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) einen Beitrag zur Eigenstromerzeugung des Institutsgebäudes. Von 2014 bis 2022 deckten sie zusammen durchschnittlich zwölf Prozent des Energieverbrauchs. Im Jahr 2023 sank ihr Anteil auf drei Prozent, insbesondere aufgrund zeitweiliger Ausfälle. Darüber hinaus wurde die Leistung der BHKW im Herbst 2022 infolge der Gasmangellage reduziert.
Die Anzahl der Beschäftigten scheint sich nicht stark auf den Energieverbrauch des Institutsgebäudes auszuwirken. In den Jahren 2014/2015 war ein Teil der Beschäftigten aufgrund einer Sanierung im Westflügel in ein anderes Gebäude ausgelagert, der Energieverbrauch blieb jedoch ungefähr konstant. Die Corona-Jahre 2020 und 2022 mit Homeoffice-Pflicht bzw. Homeoffice-Empfehlungen führten zu einem Rückgang des Stromverbrauchs um elf Prozent.
Der Gasbezug des Institutsgebäudes belief sich im Jahr 2025 auf 173 MWh. Gegenüber 2024 (rund 238 MWh) entspricht dies einem deutlichen Rückgang, der insbesondere auf die Umstellung auf die neue Heizungsanlage zurückzuführen ist. Aufgrund eines rund anderthalbmonatigen Ausfalls der Wärmepumpe musste der Gasbrennwertkessel zeitweise verstärkt eingesetzt werden. Im Jahr 2023 betrug der Gasbedarf des Institutsgebäudes inklusive des Gasbedarfs für die BHKW 201 MWh. Zieht man den Gasbedarf zur Stromerzeugung ab, ergibt sich ein Gasbedarf für Heizenergie von knapp 187 MWh. Damit lag er deutlich unter den Werten von 2022 (350 MWh) und 2021 (363 MWh). Ausschlaggebend war, dass das Fraunhofer ISI kurzfristige Maßnahmen zum Gassparen umsetzte, um einen Beitrag zur Vorbeugung der Gasmangellage im Winter 2022/2023 zu leisten. Es wurde beispielsweise ein Flur kaltgelegt, d.h. nur auf 16 °C geheizt. Die betroffenen Mitarbeitenden, inklusive Institutsleitung, sind über diesen Winter in einen anderen Flur umgezogen. Zudem wurden die Mitarbeitenden sensibilisiert und ihnen u.a. empfohlen, die Büros auf maximal 19 °C zu heizen. Heizungseinstellungen, wie Erweiterung der Nachtabsenkung auch auf das Wochenende, wurden angepasst. Das Aufrechterhalten der weniger drastischen Maßnahmen hat auch in den folgenden Winterperioden zu einer Verringerung des Gasverbrauchs im Vergleich zum Winter 2021/2022 geführt. Vor der Heizperiode im Herbst 2023 fand ein hydraulischer Abgleich statt.
Mindestens zweimal jährlich werden die Mitarbeitenden zum Energiesparen, d.h. insbesondere zum Thema »richtig Heizen« durch E-Mails, Energiesparplakate und Kurzvorträge auf Instituts- oder Betriebsversammlungen sensibilisiert.