Innovationspolitik und Transferdesign

Wir verstehen Innovation und Transfer auf allen Ebenen – vom Individuum über Organisationen bis hin zu ganzen Innovationsökosystemen. Auf dieser Basis entwickeln wir wirksame Interventionen, Formate und Strategien für Innovationspolitik und Wissenstransfer.

Wir unterstützen Entscheidungsträger:innen, Unternehmen und die Transfercommunity evidenzbasiert bei der Gestaltung von Innovations- und Transfersystemen. Durch unsere anwendungsorientierte Forschung fördern wir Resilienz sowie die strategische Planung von Kooperations-, Transfer- und Förderaktivitäten.

  • Für die Politik konzipieren und begleiten wir innovationspolitische Maßnahmen, Förderprogramme und Transformationsprozesse durch Begleitforschung und Evaluationen.
  • Unternehmen unterstützen wir durch Studien, Vernetzungsformate und Technologieanalysen. Als unabhängige öffentliche Forschungseinrichtung ermöglichen wir Ihnen zudem eine fundierte Einordnung ihrer Rolle und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb von Innovationsökosystemen.
  • Die Transfercommunity begleiten wir bei der Gestaltung von Transferstrategien, der Entwicklung wirksamer Transferformate und der Analyse von Verwertungspotenzialen.

Unser Team arbeitet unabhängig und integriert neueste Erkenntnisse aus Innovations- und Verhaltensökonomik sowie Transferforschung. Wir zeichnen uns durch die Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz mit praxisnahen Lösungen aus und unterstützen unsere Partner dabei, Innovation und Transfer wirksam zu gestalten und deren gesellschaftliche Wirkung zu erhöhen.

Schwerpunkte unserer Forschung zu Innovation und Transfer

Angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Transformationen untersuchen wir, wie Wissen, Technologien und Innovationen ihren Weg von der Forschung in die Anwendung finden. Dafür analysieren wir das Zusammenspiel von Menschen, Organisationen und Innovationsökosystemen und entwickeln daraus Strategien, Instrumente und Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Dabei verbinden wir Transferforschung, Innovationsökosysteme und Begleitforschung, um Innovations- und Transferprozesse besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten.

Transfer & Management

Technologietransfer und Innovationsmanagement sind entscheidende Hebel, um Forschungsergebnisse in Produkte, Innovationen und Geschäftsmodelle zu übersetzen.

  • Aus einer verhaltensökonomischen Perspektive sowie mit Ansätzen des Organizational Behaviour und Human Resource Managements: Unterstützung von Transfercommunity, Innovationsabteilungen und Inkubatoren
  • Strategie & Bewertung: Analyse von Verwertungspotenzialen und zielgerichtete Ausgestaltung von Transferstrategien
  • Mechanismen & Anreize: Gestaltung wirksamer Transferstrukturen und verhaltensbasierter Motivationsmodelle für Forschende und Akteure
  • Schnittstellen & Kultur: Professionalisierung der Zusammenarbeit und der gelebten Kultur zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Start-ups

Innovations(öko)systeme

Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Start-ups, Intermediäre und öffentliche Akteure bündeln ihr Wissen und ihre Kompetenzen in Innovationsökosystemen. Wissens- und Technologietransfer ermöglicht die Entwicklung, Verbreitung und Anwendung von Innovationen. Wir unterstützen Akteure und Netzwerke mit:

  • Ökosysteme & Akteursnetzwerke: Untersuchung von Strukturen, Akteurskonstellationen und Interaktionsmustern in Innovationsökosystemen mit Netzwerkanalysen, Fallstudien und Befragungen
  • Erfolgsfaktoren & Hemmnisse: Identifikation von förderlichen Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Barrieren für Wissens- und Technologietransfer
  • Strategie & Handlungsempfehlungen: Ableitung evidenzbasierter Maßnahmen zur Stärkung von Innovationsökosystemen und Transferprozessen

Begleitforschung

Begleitforschung verbindet geförderte Technologieprojekte zu einem starken Netzwerk, um deren Impact zu maximieren. Wir betrachten das Gesamtbild und schlagen die Brücke zur Praxis. Wir unterstützen Initiativen gezielt mit:

  • Vernetzung & Dialog: Identifikation von Akteuren und Austausch in interaktiven Formaten, um entstehende Innovationsökosysteme zu gestalten
  • Analysen & Monitoring: Systematische Trenduntersuchung mittels Diskurs-, Sentiment- und Ökosystemanalysen für Handlungsempfehlungen
  • Befähigung: Transfertrainings über Gamification, Praxisworkshops und Train-the-Trainer-Techniken
  • Kommunikation: Zielgruppengerechte Aufbereitung von Ergebnissen in Policy Papers, Social Media & Exponaten

Methoden und Instrumente für eine evidenzbasierte Innovationspolitik und das zielgerichtete Design von Transferprozessen

Erfolgreicher Transfer beginnt beim Menschen – deshalb stehen diskursorientierte Methoden, Beteiligung von Expert:innen und eine konsequent nutzerzentrierte Werkzeuggestaltung im Mittelpunkt unserer Forschung. Diese qualitativen Erkenntnisse betten wir in ein fundiertes Gesamtbild ein, indem wir sie mit quantitativen Analysen komplexer Innovationsökosysteme kombinieren. Das Ergebnis sind wissenschaftlich abgesicherte, intuitiv nutzbare Werkzeuge für strategische Entscheidungen.

  • © Weiße, M.; Dornbusch, F.; Posselt, T. (2026): A Role-Based View on Technological Convergence in Innovation Ecosystems: Evidence from Quantum Computing.
    Rollen im Innovationsökosystem im Verlauf technologischer Konvergenz

    Innovationsökosystemanalysen untersuchen, wie Akteure, Technologien und Institutionen zusammenwirken, um Wissen in Innovationen und Wertschöpfung zu überführen. Im Fokus stehen technologie- und themenbezogene Ökosysteme, in denen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Intermediäre, Förderorganisationen und weitere Akteure durch kollaborative oder wettbewerbliche Beziehungen miteinander verbunden sind. Die Analyse macht sichtbar, wie Innovationen durch das Zusammenspiel dieser Akteure entstehen, verbreitet und in Anwendung gebracht werden.

    Im Gegensatz zu akteurszentrierten Ansätzen betrachtet die Innovationsökosystemanalyse die gegenseitigen Abhängigkeiten, Wertbeiträge und Interaktionen innerhalb eines Ökosystems. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Funktionen, die für die Entwicklung, Diffusion und Nutzung von Innovationen erforderlich sind. Mithilfe eines rollenbasierten Ansatzes können bestehende und fehlende Funktionen sowie strukturelle Lücken identifiziert werden. Dadurch lassen sich Hemmnisse für Wissens- und Technologietransfer ebenso erkennen wie Potenziale zur Stärkung von Innovationsprozessen.

    Die Methode kombiniert bibliometrische Analysen von Publikationen, Patenten und Projektdaten mit Netzwerkanalysen, Interviews und partizipativen Formaten. Sie ermöglicht ein vertieftes Verständnis von Innovationsdynamiken und liefert evidenzbasierte Grundlagen für die Gestaltung von Innovationspolitik, Transferstrategien und Unterstützungsstrukturen.

  • Diskursive Prozesse prägen, welche Themen auf die politische Agenda gelangen, wie Innovationsprobleme gerahmt werden und welche Lösungen als legitim gelten. Die Diskursanalyse untersucht systematisch, wie Sprache, Narrative und Deutungsmuster in Debatten und Dokumenten soziale Wirklichkeit konstruieren und politisches Handeln strukturieren. Als qualitative Methode eignet sie sich besonders für die Analyse von Transformationsdynamiken: Sie macht sichtbar, welche Akteurskoalitionen bestimmte Problemverständnisse durchsetzen und wie sich dominante Frames im Zeitverlauf verschieben.

    In der Transferforschung helfen Diskursanalysen zu verstehen, wie sich gesellschaftliche Erwartungen an Wissenschaft wandeln, welche Transfermodelle in Politik und Praxis als selbstverständlich gelten und wie Verwertungsbegriffe institutionell verankert werden. In der Innovationspolitikforschung wird sie zunehmend mit Policy-Analyse und quantitativen Ansätzen kombiniert, etwa um Förderprogramme auf ihre impliziten Annahmen hin zu befragen.

  • Die Einbindung von Expert:innen ist ein zentrales Element unserer Forschungsarbeit. Durch die gezielte Beteiligung von Fachleuten aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Praxis lassen sich methodische Ansätze nicht nur theoretisch entwickeln, sondern kontinuierlich an realen Anforderungen spiegeln und validieren.

    Befragungen von Expert:innen erfolgen in verschiedenen Formaten: strukturierte Interviews, moderierte Workshops sowie Fokusgruppen mit gezielt zusammengestellten Akteursgruppen. Iterative Feedbackprozesse in laufenden Projekten stellen sicher, dass praxisnahes Wissen direkt in die Methodenentwicklung einfließt und die Anwendungsrelevanz der Ergebnisse kontinuierlich gestärkt wird.

    Fallstudien bilden die empirische Grundlage, um die so entwickelten Methoden und Werkzeuge unter realen Bedingungen zu erproben. Dabei können Expert:innen Fallstudien aktiv begleiten, indem sie Informationen bereitstellen, kritische Einordnungen vornehmen und Ansätze validieren.

    Typische Anwendungsbereiche für Fallstudien:

    • Betrachtung und Erprobung von Anreizen für den Wissens- und Technologietransfer
    • Evaluation von Standort- und Potenzialstrukturen für neue Technologien
    • Analyse innovationspolitischer Maßnahmen und deren regionaler Wirkung
    • Untersuchung sektorspezifischer Fragestellungen

    Die enge Verzahnung von Expert:innenwissen und fallbasierter Analyse sichert die Qualität und Übertragbarkeit unserer Forschungsergebnisse. Erkenntnisse aus Fallstudien fließen wiederum in die Weiterentwicklung von Bewertungsrahmen und Entscheidungsunterstützungssystemen zurück. Es entsteht ein kontinuierlicher Lernprozess, der Methoden und Praxis gleichermaßen voranbringt.

  • Die Entwicklung von Forschungs- und Transferwerkzeugen folgt in unserer Gruppe den Prinzipien des Human Centered Design (HCD). Im Mittelpunkt steht dabei nicht die technische Funktionalität allein, sondern die Frage, wie Werkzeuge gestaltet sein müssen, damit Anwender:innen sie intuitiv, effizient und zuverlässig einsetzen können. Gute Werkzeuge senken die Einstiegshürde für komplexe Methoden sowie Daten und ermöglichen fundierte Entscheidungen auch außerhalb des engeren Forschungsumfelds.

    HCD ist ein iterativer Prozess zur Problemlösung: Nutzungsanforderungen werden systematisch erhoben, Prototypen frühzeitig entwickelt und in enger Rückkopplung mit den Zielgruppen getestet und verfeinert. Feedback aus der Praxis fließt direkt in die nächste Entwicklungsstufe ein. Dieser Ansatz minimiert Fehlanpassungen, reduziert Schulungsaufwand und erhöht die Akzeptanz entwickelter Tools erheblich.

    Für Werkzeuge in den Bereichen Innovationsförderung, Transferdesign oder Evaluierung wirtschaftspolitischer Maßnahmen bedeutet HCD konkret: klare Visualisierungen komplexer Zusammenhänge, angepasste Interaktionslogik für unterschiedliche Nutzungskontexte sowie eine verständliche und praxistaugliche Aufbereitung von Ergebnissen.

    Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Werkzeuge so zu gestalten, dass politische Entscheidungsträger:innen, Unternehmen und der Transfercommunity diese selbstständig und sicher nutzten können. Damit leistet HCD einen direkten Beitrag zur Wirksamkeit und gesellschaftlichen Reichweite von Forschung.