Projekt

Programmevaluation Zukunft Bau 2017 – 2027

Seit 2006 fördert das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesbauministeriums mit dem Innovationsprogramm »Zukunft Bau« Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den Bereichen Bauwesen, Architektur sowie der Bau- und Wohnungswirtschaft. Es werden vor allem praxisnahe Vorhaben unterstützt, die neue Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen entwickeln. Dazu gehören insbesondere Themen wie klimaangepasstes Bauen, ressourcenschonende Materialien, neue Planungs- und Bauprozesse sowie innovative technische und architektonische Konzepte. Dieses neue Wissen soll in die Anwendung und die Baupraxis übertragen werden.

Im Laufe der Jahre ist ein breites Spektrum an Projekten entstanden, das sowohl technologische Entwicklungen als auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragestellungen anspricht. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie und in welcher Stärke die Projektergebnisse in der Praxis umgesetzt werden und welche nachhaltigen Effekte sie auslösen. Hier setzt die Programmevaluation Zukunft Bau an. Sie bezieht Erkenntnisse der ersten Wirkungsanalyseein und erweitert die Analyse um die in der Zwischenzeit bewilligten und geförderten Vorhaben. Darüber hinaus geht sie einen Schritt weiter, indem sie nicht nur vergangene Wirkungen betrachtet, sondern auch Ansätze entwickelt, um zukünftige Effekte systematischer zu erfassen.

Die Programmevaluation Zukunft Bau untersucht, welche Ergebnisse die durch das Programm »Zukunft Bau« geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekte erzielt haben und wie sie in der Praxis wirken. Ziel ist es, ein umfassendes Bild der Wirkungen des Förderprogramms zu gewinnen und daraus konkrete Hinweise für seine zukünftige Weiterentwicklung abzuleiten. So trägt die Evaluation dazu bei, den Beitrag der Forschung zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Bauwesen besser sichtbar und steuerbar zu machen.

Hierzu werden die Ergebnisse und Wirkungen der seit 2017 geförderten Projekte systematisch erfasst und bewertet. Dabei wird untersucht, welches neue Wissen durch die Förderung entstanden ist, in welchem Umfang dieses Wissen in die Baupraxis übertragen wurde und welche langfristigen Effekte sich daraus ergeben haben. Ein besonderer Fokus liegt darauf, die Zusammenhänge zwischen Forschung, Anwendung und gesellschaftlicher Wirkung nachvollziehbar zu machen.

 

Im Zentrum der Evaluation steht ein Wirkungsmodell, das den Weg von der Förderung bis zu deren langfristigen Effekten beschreibt. Ausgangspunkt sind die bereitgestellten Fördermittel, mit denen Forschungsprojekte ermöglicht werden. Diese Projekte erzeugen konkrete Ergebnisse, etwa neue Konzepte, Verfahren, Materialien oder Handlungsempfehlungen.

Im nächsten Schritt wird untersucht, wie diese Ergebnisse von den beteiligten Akteuren weiter genutzt und verbreitet werden und in welchem Maße sie in die Praxis einfließen. Daraus können schließlich längerfristige Wirkungen entstehen, etwa neue Standards, veränderte Planungsprozesse, zusätzliche Qualifikationen oder wirtschaftliche Aktivitäten.

Dieses Modell ermöglicht es, die Wirkungen des Förderprogramms nicht nur punktuell, sondern auch entlang eines nachvollziehbaren Entwicklungsprozesses zu betrachten und besser zu verstehen, wie Forschung zu tatsächlichen Veränderungen im Bauwesen beiträgt.

Zur Anwendung kommt ein Portfolio unterschiedlicher methodischer Elemente, das sowohl quantitative als auch qualitative Ansätze umfasst. Der erste Ansatzpunkt ist die vom BBSR unterhaltene und kontinuierlich weiterentwickelte Förderstatistik, die die Kerncharakteristika der geförderten Vorhaben umfasst. Weitere Analysegrundlagen sind die Auswertung sekundärstatistischer Daten, eine Befragung der Zuwendungsempfängerinnen und -empfänger sowie gezielte Hintergrund- und Expertengespräche, Dokumentenanalysen und interaktive Formate wie Expertenworkshops. Die unterschiedlichen empirischen Erkenntnisse werden synthetisiert, um anschließend Empfehlungen für den Fördergeber entwickeln zu können. Alle Schritte erfolgen in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber, sodass auch die langjährige und umfassende Expertise der Fachbetreuung im BBSR zur Erkenntnisgewinnung herangezogen werden kann.

 

Auf der Basis der Zielsetzungen der Evaluation und unter Anwendung unterschiedlicher methodischer Elemente sowie der Triangulation der ermittelten Teilerkenntnisse wird die Evaluation die Ergebnisse und Wirkungen der geförderten Vorhaben systematisch erfassen und die gewonnenen Erkenntnisse mit Blick auf ein künftiges Monitoring bewerten. Damit wird die ex-post-Evaluation mit einem Blick in die Zukunft kombiniert und dient neben dem Erkenntnisgewinn auf inhaltlicher und methodischer Ebene der Weiterentwicklung des Förderprogramms.

Laufzeit

01. April 2026 – 30. September 2027

Auftraggeber

  • Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
    Projektkennung: 10.08.18.5-24.1
    Kontakt: Referat WB 3 »Forschung und Innovation im Bauwesen«
    E-Mail: zb@bbr.bund.de
     

Partner

  • Technische Universität München, School of Engineering and Design, Department of Architecture
    Prof. Thomas Auer, Martin Luce, Dr. Sandra Schuster