Innovative Regionen

Das Team der Gruppe Innovative Regionen unterstützt Entscheidungsträger:innen aus Unternehmen, Politik und Wissenschaft beim strategischen Zugang zu Wissen in Innovationsökosystemen. Die Expert:innen der Forschungsgruppe analysieren entstehende Technologien oder sich transformierende Branchen und Regionen und schaffen mit diesem Expert:innenwissen Übersicht in einer komplexer werdenden Wissensökonomie. Das dort verankerte netzwerk- und wissensbasierte Verständnis von Innovationsökosystemen, welches im sogenannten AIR-Modell (Akteur:innen, Interaktionen, Rahmenbedingungen) operationalisiert wird, dient zur Identifikation und Analyse von Entwicklungspfaden, Wissensbasen, Diversifikationspotentialen und Kooperationen. Derart werden Regionen, Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen auf ihren Transformationspfaden unterstützt.

Wir erforschen, was innovative Regionen ausmacht und wie unsere Auftraggeber:innen diese nachhaltig gestalten oder von ihnen profitieren können. Durch die Erstellung von Ökosystemanalysen, Analysen regionaler Wissensbasen, Marktanalysen und Technologie-Umfeldanalysen schaffen wir Klarheit über die Verfasstheit regionaler und sektoraler Innovationsökosysteme und die Grundlagen für ihre Bewertung und Gestaltung. Wir unterstützen Gestaltungs- und Analyseprozesse unserer Auftraggeber:innen durch die Entwicklung von Indikatorensystemen, kommunalen und regionalen Strategien und webbasierten Analyseinstrumenten. Wir begleiten und evaluieren Fördermaßnahmen der Wirtschafts-, Regional- und Innovationspolitik. Außerdem erleichtern wir den Zugang zu Innovationsökosystemen für Unternehmen und Forschungseinrichtungen durch die Identifikation von Kooperationspotentialen oder Kooperationspartner:innen, Standortanalysen und Standortstrategien.

In der Gruppe Innovative Regionen forscht ein interdisziplinäres Team aus Geograph:innen, Regionalwissenschaftler:innen und Ökonom:innen bestehend, an Fragen der angewandten Regionalentwicklung. Dabei wird es geleitet von einem evolutionären Verständnis der Ökonomie, in welcher regionale und sektorale Innovationsökosysteme eine tragende Rolle für die Entstehung von Innovationen spielen. Diese Innovationsökosysteme verstehen wir als Netzwerke aus Technologien und Akteur:innen. Durch technologischen, sozialen und ökologischen Wandel kommt es in den letzten Jahren verstärkt zu regionale und sektoralen Transformationen. Wir untersuchen an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft Technologien mit Auswirkungen auf Mensch und Umwelt und wie die damit verbundenen Transformationen bewältigt und nachhaltig gestaltet werden können.

Unsere Methoden

Mit einer hohen Diversität quantitativer und qualitativer Methoden schaffen die Forschenden der Gruppe »Innovative Regionen« Struktur im Datenwust. Dabei haben wir uns auf die Analyse von Innovationsindikatoren, die bibliometrische, technologische, sozioökonomische und digitale soziale Daten nutzen, spezialisiert. Diese bringen wir zusammen mit unserem Fachwissen in Regionalentwicklung, Innovations- und Wirtschaftspolitik und der Technologiegenese und entwickeln somit aussagefähige, auf Kundenbedarfe angepasste Indikatoren zur Analyse von Wissensbasen und Ökosystemen. Wir nutzen Methoden der Ökonometrie, Statistik und Netzwerkanalyse, um komplexe Zusammenhänge zu visualisieren, auszuwerten und zu interpretieren. Unstrukturierten Textdaten begegnen wir mit semantischer Analyse (Sentimentanalyse, Resonanzindikatorik). Lokales Wissen von Akteur:innen binden wir in unsere Analysen durch Interviews, Workshops, systematische qualitative Analysen (Qualitative Comparative Analysis) oder partizipative Methoden (z. B. Bayes'sche Netzwerke) ein.

  • Für die Analyse von Regionen und Branchen in Transformationen ist es erforderlich, das verfügbare Wissen von Organisationen, Regionen oder Branchen erfassen zu können. Denn das verfügbare, in Personen oder Organisationen gespeicherte, Wissen ist die wichtigste Grundlage für die Entstehung neuer Aktivitäten, also die Diversifikation in neue Forschungsfelder, Technologien, Branchen, Produkte oder Geschäftsfelder. Gerade in Prozessen des Strukturwandels ist es notwendig, vorhandene Wissensbestände zu vertiefen, zu rekombinieren, in neue Anwendungsfelder zu übersetzen oder durch neue Impulse von Außen – zum Beispiel durch Ansiedlung neuer Forschungseinrichtungen – zu ergänzen.

    Die Analyse und Bewertung regionaler und organisationaler Wissensbestände profitiert dabei von einem netzwerkbasierten Verständnis des Wissens.) Die beobachteten Aktivitäten einer Region, Organisation oder Branche dienen dazu, Wissenslandschaften zu bestimmen, in denen Wissen auf kleinste Bausteine (z. B. Themen, siehe NLP) heruntergebrochen wird. Mithilfe der Methode der »Relatedness« (Hidalgo et al. 2018) kann die Ähnlichkeit dieser Bausteine gemessen werden. Es hat sich gezeigt, dass die Relatedness eine große Rolle für Prozesse der Transformation, Kooperation und Diversifikation spielt. Ausgehend vom vorhandenen Wissen kann so bestimmt werden, welche Entwicklungspfade in Zukunft eingeschlagen werden können und sollten.

    In der Forschungsgruppe werden für Regionen und Branchen Wissenslandschaften bestimmt und visualisiert, um deren Entwicklungspotenziale und -pfade zu identifizieren. Diese können im Rahmen von Online-Plattformen interaktiv exploriert werden. Die Relatedness zwischen Wissensbeständen wird berechnet, um Potenziale zur Diversifikation der Wirtschaftsstruktur zu bestimmen, die Passfähigkeit und den Impact von Investitionen abzuschätzen, Ideen für neue Entwicklungspfade zu generieren und das Matching von Kooperationspartnern durchzuführen.