MONSET – Monitoring der sozial-ökologischen Transformation
Eine Analyse von Forschungslandschaft, -themen und -akteuren
Eine Analyse von Forschungslandschaft, -themen und -akteuren
Um die Sustainable Development Goals (SDGs) zu erreichen, ist eine tiefgreifende Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft notwendig. Diese Anforderungen spiegeln sich auch in der Wissenschaftspolitik wider, etwa in der zunehmenden Missionsorientierung der Forschung. Die sozial-ökologische Forschung (SÖF) nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Sie stellt Wissen für die Transformation zur Nachhaltigkeit bereit und verbindet ökologische, soziale, wirtschaftliche und technologische Fragestellungen. Zugleich ist die SÖF ein sehr breites und dynamisches Forschungsfeld, dessen Themen, Akteure und Entwicklung bislang nur punktuell systematisch beobachtet wurden. Für Forschungsförderung, Wissenschaftspolitik und Akteure der Mitbestimmung ist ein solches Monitoring jedoch wichtig, um thematische Schwerpunkte, Forschungslücken und unterrepräsentierte Perspektiven besser erkennen zu können.
Das Projekt hatte das Ziel, einen fundierten Überblick über zentrale Forschungsstränge der sozial-ökologischen Forschung und angrenzender Themenfelder zu erarbeiten. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Themen die SÖF prägen, wie sich diese Themen über die Zeit entwickeln und in welchen Bereichen Forschungslücken bestehen. Besonderes Augenmerk galt dabei der Sichtbarkeit arbeits- und beschäftigtenorientierter Perspektiven sowie der Frage, welche institutionellen Akteure die SÖF in Deutschland prägen und wie sie international vernetzt sind. Damit liefert das Projekt eine empirische Grundlage, um die Forschungslandschaft zur sozial-ökologischen Transformation besser einzuordnen und Ansatzpunkte für zukünftige Forschungsförderung zu identifizieren.
Methodisch basiert das Monitoring auf einem Korpus wissenschaftlicher Publikationen aus SCOPUS, die anhand einer spezifischen Suchstrategie identifiziert wurden. Die Publikationen wurden mithilfe teilautomatisierter textanalytischer Verfahren, insbesondere Topic Modelling und Clustering, ausgewertet und zu übergeordneten Themenfeldern der SÖF verdichtet. Ergänzend wurden zentrale Begriffe, Bezüge zu den Sustainable Development Goals sowie zeitliche Wachstumsdynamiken analysiert. Die Akteursanalyse nutzt denselben Publikationskorpus und wertet die institutionellen Affiliationen der Autorinnen und Autoren aus. Dadurch wird sichtbar, welche Organisationstypen und Institutionen die SÖF tragen, welche internationalen Kooperationsmuster bestehen und wie sich die Geschlechterverteilung der Autorinnen und Autoren in unterschiedlichen Themenfeldern darstellt.
Die Analyse zeigt, dass die sozial-ökologische Forschung in Deutschland stark durch natur- und ingenieurwissenschaftliche Themen geprägt ist, während arbeits- und beschäftigtenorientierte Perspektiven bislang nur schwach sichtbar werden. Besonders dynamisch entwickeln sich Themen wie Batterietechnologien, Wireless Communication Technologies, Integrated Governance, Healthcare and Public Health sowie Food Systems. In der Akteurslandschaft dominieren Hochschulen, insbesondere große technische Universitäten. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verwaltung und zivilgesellschaftliche Akteure leisten eher spezialisierte Beiträge. Internationale Kooperationen konzentrieren sich vor allem auf west- und nordeuropäische Länder, die USA und China, während andere Weltregionen weniger stark eingebunden sind. Zudem zeigt sich in vielen technisch-naturwissenschaftlichen Clustern eine deutliche Unterrepräsentanz von Autorinnen.
01.04.2022 bis 31.05.2026
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt Monitoring sozial-ökologische Transformation.