Studie zur Governance internationaler Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie (im Bereich der öffentlichen Forschung)
Im Verlauf der letzten zehn bis fünfzehn Jahre haben sich die Rahmenbedingungen für die globale Zusammenarbeit deutscher Forschender und Technologieunternehmen maßgeblich verändert. War der mögliche Verlust von wettbewerbsrelevantem, technologischem Wissen vorher vor allem in Kooperationen mit Partnern aus etablierten Technologienationen wie den USA, Japan oder europäischen Nachbarländern zu bedenken, hat sich das Feld diesbezüglich relevanter Akteure in den letzten Jahren maßgeblich verbreitert, insbesondere im Hinblick auf sich dynamisch entwickelnde Nationen wie China, Korea oder Taiwan die schon immer bestrebt waren, Kenntnis von den weltweit aktuellsten Technologien und ihrer Handhabung zu erlangen und auf dieser Grundlage ihre eigenen Fertigkeiten zu verbessern.
Für deutsche Unternehmen und Forschungsorganisationen ist es daher, neues Wissen nicht unmittelbar nach seiner Entstehung an Konkurrenten abzugeben. Problematisch ist weniger, dass neue Produkte durch re-engineering nachgeahmt werden, Herausforderungen entstehen vielmehr dann, wenn Wissen aus noch laufenden Entwicklungsprozessen abfließt, bevor lokal von einer Markteinführung neuer Lösungen profitiert werden konnte.
In der Auseinandersetzung mit China kommt zunehmend auch eine geopolitische Dimension zum Tragen. In Deutschland entwickelte Technologien, von denen chinesische Unternehmen Kenntnis erlangen, werden unter Umständen recht umgehend zu Zwecken eingesetzt, die Deutschlands nationalen Sicherheitsinteressen unmittelbar schaden.
In öffentlichen Forschungseinrichtungen, ibs. Universitäten, hingegen wird traditionell ein sehr individualisierter und offener Umgang mit internationalen Kooperationen gepflegt. Diese Offenheit ermöglicht es deutschen Wissenschaftler*innen, Wissen aus der ganzen Welt in deutsche Forschungs- und Entwicklungsprozesse mit einzubringen. Gerade in Zeiten, in denen mehr und mehr wegbereitendes Wissen außerhalb von Deutschland, in vormals zurückliegenden Ländern, generiert, ist dies unverzichtbar. Andererseits birgt das Fehlen jeder zentralen Koordination die Gefahr, dass grundsätzliche Maßstäbe der Vorsicht und der Wahrung nationaler Interessen missachtet werden. Vor diesem Hintergrund stellte dieses Projekt einen Überblick über Regelungen, zusammen die sich öffentliche Forschungsorganisationen hinsichtlich ihrer internationalen Zusammenarbeit gegeben haben, seien sie staatlich gefordert oder selbst veranlasst.