i.WET-Demonstrationsvorhaben in Lünen
Umsetzung des innovativen i.WET-Konzepts als Transitionsschritt hin zu einer zukunftsfähigen Wasserinfrastruktur
Urbane Wasserinfrastrukturen stehen infolge des Klimawandels und des demographischen Wandels vor tiefgreifenden Herausforderungen: Zunehmende Hitze‑ und Trockenperioden, häufigere Starkregenereignisse, steigender Sanierungsdruck bei leitungsgebundenen Systemen sowie wachsende Anforderungen an Ressourceneffizienz und Klimaschutz machen deutlich, dass konventionelle Wasser‑ und Abwassersysteme an ihre Grenzen stoßen. Die 2023 verabschiedete Nationale Wasserstrategie greift diese Problemlagen auf und fordert u. a. eine klimaangepasste Weiterentwicklung der Wasserinfrastrukturen sowie eine stärkere Verbindung von Wasser‑, Energie‑ und Stoffkreisläufen.
Vor diesem Hintergrund wurde am Fraunhofer ISI im BMBF‑Verbundprojekt TWIST++ das integrierte Wasser‑Energie‑Transitionskonzept i.WET entwickelt. Es kombiniert einen »blauen« Wiederverwertungsweg (Grauwasserrecycling, Regenwassernutzung und Wärmerückgewinnung aus Grauwasser) mit einem »grünen« Wiederverwertungsweg in Form naturnaher, bepflanzter Filter- und Retentionsstrukturen. Ziel ist ein schrittweise umsetzbarer Transformationspfad, der Trinkwasserverbrauch, Abwassermengen, Energiebedarf und stoffliche Einträge in Gewässer deutlich reduziert und gleichzeitig die Klimaresilienz von Stadtquartieren stärkt.
Das Demonstrationsvorhaben in Lünen setzte dieses Konzept erstmals unter realen Bedingungen um. Im neu errichteten Preußenquartier, einer Konversionsfläche mit Altlasten und ohne Versickerungsmöglichkeit, wurde gemeinsam mit dem Bauverein zu Lünen und dem Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen AöR ein integriertes Wasser‑Energie‑System geplant, gebaut und wissenschaftlich begleitet. Damit entstand ein Reallabor, in dem technische Leistungsfähigkeit, ökologische Wirkungen, Wirtschaftlichkeit sowie institutionelle Rahmenbedingungen eines zukunftsfähigen, modular erweiterbaren Wasserinfrastrukturkonzepts untersucht werden konnten. Die Ergebnisse und gesammelten Erfahrungen können für eine Übertragung auf weitere Quartiere und andere Kommunen genutzt werden.