Wege zur Stärkung der Forschung und Anwendung von künstlicher Intelligenz in Europa
Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat in ihrem Gutachten 2022 einen Rückstand Europas und Deutschlands bei einigen Schlüsseltechnologien im Vergleich mit den jeweils führenden Ländern konstatiert und dokumentiert. Dieser Rückstand ist bei digitalen Schlüsseltechnologien besonders ausgeprägt. Im Jahr 2024 wurde die Analyse mit Blick auf die künstliche Intelligenz (KI) weiter vertieft. Sie macht deutlich, dass Deutschland und die EU bei KI – vielleicht dem wichtigsten und dynamischsten Bereich innerhalb der Schlüsseltechnologien - demnach nicht zur weltweiten Spitzengruppe zählen und Gefahr laufen, weiter zurückzufallen. Neben großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenzialen ist KI mit zahlreichen Unsicherheiten verknüpft, beispielsweise im Hinblick auf ethische Aspekte ihrer Verwendung, Auswirkungen auf Arbeitsplätze und insbesondere die Veränderungen von Jobprofile, sowie ihre Effekte im Hinblick auf Disparitäten.
Aus diesen Befunden ergeben sich eine Reihe von für die Zukunft, und zwar im Hinblick auf
- mögliche Wege für die EU, diesen Rückstand umzukehren und bestehende Hemmnisse und Hürden für KI zu beseitigen,
- die Anpassung der Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Anwendung von KI,
- die Verbesserung bestehender oder Schaffung neuer Institutionen und Instrumente der Forschungs- und Innovationsförderung, der Transferförderung und der Diffusionsförderung,
- die Governance der F&I-Politik mit Relevanz für KI sowohl auf europäischer Ebene als auch auf der Ebene der Mitgliedsstaaten,
- Möglichkeiten des Ausbaus einer europäischen Industriepolitik und ihre Verzahnung mit der F&I-Politik als Voraussetzung für Technologieführerschaft im Bereich KI