Neues Projekt SPARTA stärkt europäische Kompetenzen im Bereich Cybersicherheit

27.2.2019

Im gerade gestarteten EU-Projekt SPARTA haben sich Institutionen aus 14 EU-Ländern zusammengeschlossen, um gemeinsam Strategien, Technologien und Kompetenzen für die Cybersicherheit zu erforschen. Das Projekt soll zum Aufbau eines weltweit führenden Kompetenzzentrums für Cybersicherheit mit Sitz in der EU beitragen und Europa in diesem Bereich unabhängiger machen.

Die steigende Zahl der Cyberattacken der letzten Jahre führt vor Augen, wie wichtig Cybersicherheit aus ökonomischer und gesellschaftlicher Sicht geworden ist. Nicht zuletzt wegen der fortschreitenden Digitalisierung von Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft ist es unerlässlich, die digitale Sicherheit durch den Ausbau entsprechender Sicherheitskapazitäten in Europa zu stärken. Diese Herausforderung erfordert eine europäische Kompetenzbündelung mit Blick auf gemeinsame Forschungs- und Innovationsziele, zu der das Projekt SPARTA beitragen und dadurch die strategische Autonomie der EU bei der IT-Sicherheit stärken will.

Das vom europäischen Forschungsprogramm H2020 geförderte Projekt wird sehr konkrete Fragestellungen insbesondere in den vier Bereichen Gesundheit (1), Energie, Finanzen und Verkehr (2), Informations-, Kommunikationstechnologien und Industrie (3) sowie E-Government und öffentliche Verwaltung (4) bearbeiten. Eine im Projekt entwickelte Roadmap soll dabei einen ehrgeizigen Fahrplan für Forschung und Innovationen im Bereich Cybersicherheit entwickeln und maßgeblich zum Aufbau eines global führenden Kompetenznetzwerks mit Sitz in der EU beitragen. Darüber hinaus werden im Projekt digitale Anwendungen und Plattformen entwickelt, die höchste Sicherheitsansprüche erfüllen und auch für Trainings genutzt werden sollen.

Dr. Michael Friedewald vom Fraunhofer ISI koordiniert im Projekt die Aktivitäten zum Thema »Responsible innovation: ethical, legal and societal aspects« und erläutert die Forschungsziele wie folgt: »Wir achten darauf, dass die im Projekt verfolgten Sicherheitslösungen aus ethischer und sozialer Sicht stets einwandfrei sowie mit dem geltenden Datenschutz-Recht vereinbar sind. So werden wir uns zum Beispiel der Frage widmen, wie Unternehmen Nutzerdaten erheben und auswerten können und dabei das Recht auf den Schutz personenbezogener Daten gewahrt bleibt.«

Das SPARTA-Konsortium unter der Leitung der CEA (The French Alternative Energies and Atomic Energy Commission) besteht aus 44 Institutionen aus 14 EU-Mitgliedstaaten, die sich an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung, technologischer Entwicklung und Gesellschaftswissenschaften im Bereich der Cybersicherheit bewegen. Gemeinsam wollen sie die Forschung, Innovationen und Trainings zur europäischen Cybersicherheit neu denken – von den wissenschaftlichen Grundlagen bis hin zu industriellen Anwendungen.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.