CHARMSbio ist als Implementierungs- und Verstetigungsprojekt in drei eng miteinander verzahnte Module strukturiert:
Modul 1: Material- und Systementwicklung
Lokale biobasierte Baustoffe werden systematisch erfasst, weiterentwickelt und unter realen klimatischen Bedingungen untersucht. Aufbauend auf Ergebnissen des Vorgängerprojekts CHARMS werden bauphysikalische Erkenntnisse validiert und erweitert, unter anderem durch Untersuchungen zu Wärmeschutz, Feuchteverhalten und Innenraumluftqualität. Ergänzend werden Anforderungen, Erwartungen und Perspektiven relevanter Akteursgruppen entlang der Wertschöpfungskette analysiert.
Modul 2: Institutioneller Aufbau
Am KMITL wird das Competence Center for Bio-Based Urbanism (CBU) aufgebaut. Es fungiert als institutionelle Plattform für Forschung, Lehre und Transfer und bündelt wissenschaftliche Expertise, Aus- und Weiterbildungsformate sowie praxisnahe Demonstrationen. Das Kompetenzzentrum dient als zentraler Knotenpunkt für den Austausch zwischen Wissenschaft, Kommunen und Bauwirtschaft und bildet die Grundlage für eine dauerhafte Verankerung biobasierter Bauweisen.
Modul 3: Transfer, Qualifizierung und Governance
Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse werden gezielt in Qualifizierungs- und Transferformate überführt. Dazu zählen die Ausbildung von Ausbilderinnen und Ausbildern, die Entwicklung von Lehr- und Online-Modulen sowie der strukturierte Technologietransfer in Zusammenarbeit mit kommunalen Akteuren und Unternehmen der Bauwirtschaft.
Ein zentraler Bestandteil dieses Moduls ist die Pilotierung eines Transferzertifikats für FuE-Ergebnisse an der KMITL. Dieses Zertifikat dient als institutionelles Bewertungs- und Orientierungselement, um Forschungs- und Entwicklungsergebnisse systematisch im Hinblick auf ihre Transferreife, Anwendbarkeit und Governance-Kompatibilität zu bewerten. Ziel ist es, transparente Entscheidungshilfen für Hochschulen, Fördergeber und Praxispartner bereitzustellen und den Übergang von der Forschung in die Anwendung zu erleichtern. Das Transferzertifikat stärkt damit nachhaltige Innovationspfade über einzelne Demonstrationsprojekte hinaus und unterstützt die dauerhafte Implementierung biobasierter Bauweisen im urbanen Kontext.