Projekt

ECEMF - Europäisches Klima- und Modellierungsforum

Die Menschheit hat nur wenig Zeit, um die dringenden Herausforderungen des Klimawandels zu lösen und die schlimmsten Auswirkungen einer Klimakatastrophe zu vermeiden. Während die EU mit ihren Zielen zur Eingrenzung des Klimawandels, insbesondere beim Ziel der Erreichung der Klimaneutralität bis zur Mitte des Jahrhunderts, weltweit führend ist, gibt es keine einheitlichen wissenschaftlichen Daten, die dazu zurate gezogen werden können. Dies führt zu widersprüchlichen Politikvorschlägen und Umsetzungemaßnahmen auf Seiten der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, was den Fortschritt in Richtung Zielerreichung untergräbt.  

Um Abhilfe zu schaffen, schlägt dieses Projekt eine ehrgeizige Lösung vor, nämlich die wichtigsten Daten und die Stakeholder, die diese Daten erzeugen und benutzen, unter einem Dach zu vereinen - dem Europäischen Klima- und Energie-Modellierungsforum (ECEMF). Um diesen Vorschlag zu unterstützen, wurde dieses Projekt mit fünf Zielen entwickelt. Wissenschaftler müssen die dringendsten politikrelevanten Forschungsfragen identifizieren und zusammen weiterentwickeln zusammen mit einer Gruppe von Stakeholdern (Ziel 1) durch konstruktiven, aktiven und ansprechenden Dialog. Darauffolgend können wir unser Forschungsprogramm zur Erreichung der Klimaneutralität in eine einheitliches, umfassendes und relevante Datenbasis für Energie- und Klimapolitikbewertung verwandeln (Ziel 2). Die Datenbasis wird die Entwickung von politikrelevanten Einsichten unterstützen, die an die Hauptentscheider kommuniziert werden (Ziel 3). Diese Schleife der gemeinsamen Wissensproduktion steht auf zwei Säulen. Erstens treiben wir den Stand der Technik der Energie- und Klimamodellierung voran, indem wir die Möglichkeit schaffen, Eingabedaten, Methoden und wissenschaftliche Software-Werkzeuge zu teilen (Ziel 4). Außerdem schaffen wir ein Forum, das längerfristig als offenes und einladender Fokus für Wissenschaftler und Politiker dient (Ziel 5).  

 

Ziel 1: Ermittlung und gemeinsame Entwicklung der dringlichsten politikrelevanten Forschungsfragen gemeinsam mit einer Vielzahl von Interessengruppen. Organisation regelmäßiger Workshops und Treffen zum Aufbau eines Dialogs zwischen politischen Entscheidungsträgern auf europäischer Ebene, in den Mitgliedstaaten und in assoziierten Ländern, der Wissenschaftsgemeinschaft sowie globalen, europäischen und nationalen Modellierungsteams. Sicherstellung, dass Forscher mit politischen Entscheidungsträgern auf EU- und nationaler Ebene zusammenarbeiten, um die entscheidenden politikrelevanten Forschungsfragen zu ermitteln und Szenario-Modellierungsübungen zu deren Bearbeitung zu organisieren.

Ziel 2: Erstellung einer umfassenden, relevanten und kohärenten Evidenzbasis für die Folgenabschätzung der Energie- und Klimapolitik. Sicherstellung der Vollständigkeit der wissenschaftlichen Evidenzbasis durch den Aufbau einer technischen Infrastruktur, die den detaillierten Vergleich einer breiten Palette von Daten, Annahmen, Szenarien und Modellen ermöglicht. Nutzung der Modelle, der Infrastruktur und der Forscher zur Beantwortung zentraler Forschungsfragen zum Thema Klimaneutralität. Sicherstellung der Relevanz der wissenschaftlichen Evidenzbasis durch den Aufbau und die Nutzung eines direkten Kommunikationskanals zwischen politischen Entscheidungsträgern auf europäischer und nationaler Ebene und der Forschungsgemeinschaft, um den Austausch von Ideen, politischen Fragen und Forschungserkenntnissen zu fördern. Sicherstellung der Kohärenz, Offenheit und Zugänglichkeit der Evidenzbasis durch die Erstellung, Erweiterung und Umsetzung von Standards, Protokollen und Leitlinien im Einklang mit den FAIR-Prinzipien, um einen breiten Beitrag der gesamten Gemeinschaft zu gewährleisten.

Ziel 3: Fundierte politische Erkenntnisse liefern. Dringend benötigte Antworten darauf liefern, wie die EU ihre Vision der Klimaneutralität bis zur Mitte des Jahrhunderts verwirklichen kann – unter Berücksichtigung technischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Dimensionen sowie verschiedener Ebenen und Sektoren. Dabei auf ein breites Spektrum an Daten, Annahmen, Szenarien und führenden Modellen aus der wissenschaftlichen Evidenzbasis zurückgreifen, um diese Antworten zu untermauern, wobei Beiträge und Erkenntnisse von politischen Entscheidungsträgern und wichtigen relevanten Interessengruppen umfassend berücksichtigt werden. Diese Antworten so formulieren, dass sie für die politische Zielgruppe leicht verständlich sind, und neuartige interaktive digitale Tools nutzen, um diese Erkenntnisse auf ansprechende und spannende Weise effektiv zu vermitteln.

Ziel 4: Den Stand der Technik in der Energie- und Klimamodellierung vorantreiben, indem der Austausch von Eingabedaten, Methoden und wissenschaftlichen Softwaretools erleichtert wird. Transparenz (Herkunft der Daten) und Offenheit (Austausch von Daten, Methoden und Werkzeugen) in die Schnittstelle zwischen Energie- und Klimawissenschaft sowie Politik einbetten, um die dringend erforderlichen Fortschritte zur Vermeidung einer Klimakatastrophe zu ermöglichen. Die Projektergebnisse auffindbar, zugänglich, interoperabel und reproduzierbar machen, um das Vertrauen in die daraus abgeleiteten politischen Erkenntnisse zu stärken. Daten, Methoden und Werkzeuge teilen, um den Aufbau von Kapazitäten zu beschleunigen und die europäische sowie internationale Beteiligung an der Energie- und Klimamodellierung zu erhöhen.

Ziel 5: Das Forum als langfristige Drehscheibe für die Zusammenarbeit etablieren. Eine „zentrale Anlaufstelle“ für politische Entscheidungsträger und Wissenschaftler aus Europa und den Mitgliedstaaten schaffen, die in den Bereichen Energie und Klima tätig sind. Anknüpfung an laufende Projekte und ähnliche Initiativen sowie an relevante Interessengruppen, um die Fragmentierung der Forschungs- und Politikgemeinschaft im Bereich Energie und Klima zu verringern. Bestehende Gemeinschaften, Projekte und Interessen bündeln und dabei auf die vorhandenen Erfahrungen mit Modellvergleichen in Europa und weltweit zurückgreifen. Kapazitäten in den europäischen Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern aufbauen, indem das Engagement aktiv gefördert und Schulungen zur Entwicklung von Fähigkeiten und Wissen angeboten werden. Das Forum als eine von der Gemeinschaft geleitete Institution etablieren, die auch über die Projektlaufzeit hinaus der breiteren Wissenschafts- und Politikgemeinschaft zugutekommt.

Projektlaufzeit

2021 - 2025

Auftraggeber

Europäische Kommission

Projektpartner

  • Koordinator: KTH Royal Institute of Technology (Schweden)
  • CMCC (Italien)
  • IIASA (Österreich)
  • PIK (Deutschland)
  • TU Wien (Österreich)
  • e-think (Österreich)
  • TNO (Niederlande)
  • Fraunhofer ISI (Deutschland)
  • E3M (SME) (Griechenland)
  • PBL (Niederlande)
  • Artelys (Frankreich)
  • Comillas (Spanien)
  • ETH Zürich (Schweiz)
  • University of Melbourne (Australien)
  • IOS-PIB (Polen)