Die Wasserstoffinfrastruktur‑Roadmap des Projekts TransHyDE–Systemanalyse zeigt mögliche Entwicklungspfade einer zukunftsfähigen Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland und Europa bis 2045. Sie verknüpft Ergebnisse aus Energiesystemmodellierungen mit qualitativen Analysen zu technologischen, wirtschaftlichen, regulatorischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und bietet damit einen systemischen Blick auf die Transformation des Energiesystems. Hierzu hat das Energiemodellierungsteam des Fraunhofer ISI mit Nachfrage- und Energieangebotsanalyse maßgeblich bei den qualitativen Analysen der Systemperspektive und den Technologie-Factsheets beigetragen. Die Roadmap ist als interaktive Online-Plattform unter www.transhyde.de öffentlich zugänglich.
Das Foresight‑Team des Fraunhofer ISI hat methodisch und konzeptionell die Entwicklung der Roadmap über die gesamte Projektlaufzeit begleitet. Dazu gehören die grundlegende Konzeption und Durchführung des Roadmapping-Prozesses, das methodische Vorgehen zur Einbindung qualitativer und quantitativer Erkenntnisse in einer Roadmap, wie u.a. die Strukturierung der Roadmap-Inhalte sowie die detaillierte Ausarbeitung der Rahmenbedingungen. Diese Rahmenbedingungen beschreiben die zentralen Einflussfaktoren – von regulatorischen Weichenstellungen über Markt- und Technologiedynamiken bis zu gesellschaftlichen und ressourcenbezogenen Voraussetzungen – und ordnen sie zeitlich sowie in ihrer Bedeutung für die Infrastrukturentwicklung ein.
Eine tragende Rolle spielten auch die zwei Stakeholder‑Dialoge, die als Brücke zwischen Wissenschaft, Politik und Industrie dienten und entscheidende Impulse für die Roadmap lieferten.
- Im ersten Dialog (Salzgitter, 2023) wurden regionale Zukunftsthemen und strategische Ziele für einen Wasserstoffstandort identifiziert, die wertvolle Hinweise auf regionale Entwicklungslogiken gaben.
- Im zweiten Dialog (Berlin, 2024) diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Unternehmen, Verbänden und Forschungseinrichtungen die zentralen Herausforderungen für den Infrastrukturausbau bis 2045 und erarbeiteten insgesamt 33 konkrete Handlungsoptionen.
Diese Dialoge waren entscheidend, um systemanalytische Ergebnisse mit der Expertise und den Bedarfen realer Entscheidungsakteure zu verknüpfen. Sie stellen einen Kernbeitrag zur Praxisorientierung der Roadmap dar und verdeutlichen, welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Maßnahmen notwendig sind, um die Wasserstoffinfrastruktur wirksam voranzubringen.
Die Roadmap bietet damit eine fundierte und ganzheitliche Orientierung für Akteure aus Politik, Industrie und Wissenschaft. Sie zeigt, wie technische, regulatorische und ökonomische Entwicklungen zusammenspielen, welche Maßnahmen besonders dringlich sind und welche Chancen und Risiken auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wasserstoffwirtschaft bestehen. Als interaktive Wissensplattform schafft sie Transparenz über mögliche Zukunftsszenarien und unterstützt strategische Entscheidungen für die Ausgestaltung der zukünftigen Wasserstoffinfrastruktur.
Neben der digitalen Wasserstoffinfrastruktur-Roadmap sind zentrale Erkenntnisse auch in der schriftlichen Publikation „Wasserstoffinfrastruktur-Roadmap – Ergebnisse aus dem TransHyDE-Projekt Systemanalyse“ zu finden.