HoLa - Hochleistungsladen Lkw-Fernverkehr
Errichtung, Betrieb und Begleitforschung der ersten Megawatt-Lader für Lkw in Deutschland
Errichtung, Betrieb und Begleitforschung der ersten Megawatt-Lader für Lkw in Deutschland
Batterie-elektrische Lkw verfügen über einen lokal CO2-freien Antrieb und alle großen Hersteller haben Serienmodelle für die kommenden Jahre angekündigt. Die Transportprofile im Bereich Langstreckentransport mit schweren Lkw bringen allerdings besondere Herausforderungen hinsichtlich der Ladesysteme, der Energieversorgung und der Standorte mit sich, um batterie-elektrische Lkw innerhalb der gesetzlichen Pausenzeiten von 45 Minuten auch ausreichend schnell laden zu können.
Konkret werden im Projekt an vier Standorten je zwei Hochleistungsladepunkte mit dem sog. Megawatt Charging Systems (MCS) aufgebaut, betrieben und im realen Logistikbetrieb angewandt. In einem ersten Schritt werden an fünf Standorten entlang der A2 zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet je zwei CCS-Ladepunkte für Lkw unter maximaler Ausreizung der Spezifikationsgrenzen geplant und errichtet. Es werden drei Standorte direkt an der Autobahn genutzt sowie zwei Standorte in Logistikzentren (siehe Grafik). Diese Standorte dienen zur frühzeitigen Integration von E-Lkw in die Logistikprozesse und als Testfall für das neuartige Schnellladen von E-Lkw sowie das Sammeln von realen Nutzungserfahrungen. Am Ende des Projektes stehen zehn CCS-Ladepunkte und acht MCS-Ladepunkte - verteilt auf fünf Standorte - zur Verfügung, die die reale Erprobung dieses neuen Systems unterstützen und die Grundlage für einen flächendeckenden Ausbau dieser Technologie bilden. Am Projekt nehmen vier Lkw-Hersteller teil, die insgesamt acht CCS und vier MCS-Fahrzeuge liefern, mit Hilfe weiterer Partner betreiben und entlang der Strecke geladen werden. Der Aufbau und Betrieb von Fahrzeugen und Infrastruktur wird mit umfangreichen Forschungsaktivitäten begleitet. Ziel ist es auch hier, die Blaupause für den flächendeckenden bundesweiten Ausbau zu liefern.
Eine Liste relevanter Publikationen ist auf der Projektwebseite unter https://hochleistungsladen-lkw.de/hola-de/publikationen/ veröffentlicht.
09/2021 bis 01/2027
Das Projekt umfasst 13 Konsortialpartner und 12 assoziierte Partner bestehend aus Industrieunternehmen und Forschungsinstituten. Dabei übernimmt das Fraunhofer ISI die Konsortialführung, die P3 Automotive GmbH die Projektleitung als Konsortialpartner.
Weitere Konsortialpartner sind EnBW mobility+ als Betreiber der Ladestandorte sowie die Ladeinfrastrukturanbieter ABB und Heliox, die an den Standorten die Ladeinfrastruktur bereitstellen werden. Shell stellt drei Sites bereit und stattet zwei davon mit Ladeinfrastruktur aus. Die Bereitstellung und den Betrieb der Fahrzeuge verantworten dabei Daimler Truck, TRATON, MAN, Scania und Volvo. Die Demonstration wird neben dem Fraunhofer ISI vom Fraunhofer IAO, von der Universität Stuttgart, der Bauhaus-Universität Weimar und den Technischen Universitäten Berlin und Dortmund begleitet, um ausreichend Erkenntnisse gewinnen, verarbeiten und transferieren zu können, so dass die Basis für den deutschlandweiten Rollout und die adäquate Standardisierung gelegt werden kann. Die assoziierten Partner sind e.Dis Netz GmbH für den Netzanschluss der Standorte, Ionity für die Einbindung in bestehende Standorte, Meyer & Meyer wird einen Teil der Lkw in der Praxis nutzen, ein Standort wird auf einem Rastplatz der Autobahn GmbH des Bundes, welcher von Tank & Rast betrieben wird, errichtet, die Netze-BW AG begleitet den Netzanschluss und der Verband der Automobilindustrie VDA wird als Schirmherr fungieren.