Projekt

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

Bewertung des THG-Minderungsbeitrags von globalen, regionalen und nationalen Initiativen außerhalb von UNFCCC bis 2020

Pre-2020 Initiativen

Nach dem fünften Sachstandbericht des Weltklimarates (IPCC) müssen die globalen Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 40 bis 70 Prozent unter das Niveau von 2010 gesenkt werden, um den weltweiten Temperaturanstieg auf maximal 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Zu diesem Zweck wird in den Klimaverhandlungen unter der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) seit 2012 in einer dafür eingerichteten Arbeitsgruppe in zwei Verhandlungssträngen über zukünftige Klimaschutzmaßnahmen verhandelt. Im ersten Arbeitsstrang soll dabei bis Ende 2015 ein globales Klimaschutzabkommen vereinbart werden, das Reduktionsverpflichtungen für alle Länder beinhaltet und im Jahr 2020 in Kraft tritt. Im zweiten Arbeitsstrang werden zusätzliche Minderungsmaßnahmen bis zum Jahr 2020 diskutiert, um die Anstrengungen zu erhöhen, auch in naher Zukunft Emissionen zu reduzieren. Dies ist notwendig, weil die bisher vorgeschlagenen Minderungsziele der Vertragsstaaten bis 2020 nicht den nötigen Emissionsminderungen entsprechen, um das 2°C Ziel zu erreichen.

Im zweiten Arbeitsstrang wird außerdem darüber diskutiert, welche Rolle Minderungsanstrengungen anderer internationaler Foren, die unabhängig von den internationalen Verhandlungen vorangetrieben werden, innerhalb der UNFCCC Verhandlungen spielen können. Als Beispiele solcher International Cooperative Initiatives werden die International Civil Aviation Organisation (ICAO), die International Maritime Organisation (IMO), das Montreal Protokoll, die Gruppe der 7 (G7) oder eine internationale Partnerschaft zur Reduktion von teilhalogenierten Flurkohlenwasserstoffen (HFCs) genannt. Solche Initiativen werden als flexibles Konzept betrachtet, sodass Governance-Strukturen und Aktivitätsbereiche nicht klar definiert sind. Bisher wurden jedoch keine Entscheidungen zum Umgang mit nicht-UNFCCC Minderungsinitiativen in den Verhandlungen getroffen.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt „Bewertung des THG-Minderungsbeitrags von globalen, regionalen und nationalen Initiativen außerhalb von UNFCCC bis 2020“ den Beitrag solcher Initiativen zur Minderung der Treibhausgasemissionen. Dabei werden insbesondere Überschneidungen zwischen verschiedenen Initiativen, sowie zwischen Initiativen und anderen staatlichen Maßnahmen berücksichtigt. Des Weiteren werden Erfolgsfaktoren von Initiativen erarbeitet und Best Practice Initiatives abgeleitet. Schließlich wird die Rolle von Initiativen in den Klimaverhandlungen unter der UNFCCC untersucht.

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