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Presseinformation

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

Fraunhofer ISI entwickelt Instrument zur Bewertung der Innovationsfähigkeit von Zulieferern

Presseinformation 16.02.2016

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat ein neues Verfahren entwickelt, mit dem Unternehmen die Innovationsfähigkeit von Zulieferbetrieben fortlaufend beurteilen können. Die Zulieferer wiederum erhalten dadurch wichtige Informationen über ihr Innovationspotenzial in Gestaltungsfeldern wie "Innovationskultur und Strategie", "Kompetenz und Wissen" oder "Prozess- und Projektmanagement". Das Bewertungsinstrument wird bereits erfolgreich im Rahmen des Supplier Innovation Awards der Deutschen Bahn AG eingesetzt, mit dem das Unternehmen besonders innovative Zulieferer für deren Leistungen auszeichnet. DB-Lieferanten können sich noch bis zum 10. März 2016 für den Innovationspreis bewerben.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen jederzeit innovationsfähig sein und sich kontinuierlich weiterentwickeln. Während sie selbst positiv auf eigene Innovationen einwirken oder ihre internen Prozesse optimieren können, haben sie meist keinerlei Kenntnis von und Einfluss auf die Innovationsfähigkeit ihrer Zulieferer. Dabei hängt die Qualität von Produkten und Dienstleistungen oft entscheidend von Zulieferbetrieben ab, was Unternehmen ein Stück weit von diesen abhängig machen kann.

Das Fraunhofer ISI hat in diesem Zusammenhang ein Bewertungsinstrument entwickelt, das es Unternehmen erlaubt, die Innovationsfähigkeit ihrer Zulieferer zu ermitteln und umfassend zu beurteilen. Darüber hinaus erlaubt das Verfahren auch eine kontinuierliche Bewertung von Zulieferern und zeigt diesen Möglichkeiten zum Ausbau und zur besseren Ausschöpfung des vorhandenen Innovationspotenzials auf. Die Zulieferunternehmen bekommen dadurch Kenntnis davon, wie innovationsfähig sie sind und wo sie sich noch verbessern müssen – gerade auch im Vergleich mit anderen Unternehmen.

Das Bewertungsinstrument greift auf Daten zurück, die bei einer zweijährlich stattfindenden Unternehmensbefragung ermittelt werden und basiert auf 60 Teilindikatoren. Aus diesen Teilindikatoren resultieren sieben wichtige Gestaltungsfelder, anhand derer die Zulieferbetriebe beurteilt werden: Neben "Innovationskultur und Strategie", "Kompetenz und Wissen" und "Technologie" zählen dazu auch die Bereiche "Produkt und Dienstleistungen", "Prozess- und Projektmanagement", "Netzwerke und Kooperation" sowie "Markt". Aus den Angaben der Unternehmen zu den sieben Gestaltungsfeldern resultiert schließlich ein Gesamtindikator, mit dem sich die aktuelle Innovationsfähigkeit der Zulieferer umfassend beurteilen lässt.

Dr. Djerdj Horvat, der das Projekt zur Entwicklung des Bewertungsverfahrens am Fraunhofer ISI leitet, hebt dessen strategische Bedeutung hervor: "Das von uns entwickelte Bewertungsinstrument hilft gleichermaßen Unternehmen wie Zulieferern: Einerseits profitieren die Lieferanten von einer externen Bewertung ihrer Innovationsprozesse, können diese optimieren und sich besser auf Schlüsselkunden einstellen. Für die Unternehmensleitungen ist das Bewertungsverfahren dagegen eine Art Innovationsradar, mit dem sich der langfristige Erfolg und die Strategie von Betrieben viel besser steuern lassen."

Im Zuge des Supplier Innovation Awards, mit dem die Deutsche Bahn AG im Jahr 2016 zum ersten Mal Zulieferer für besondere Innovationsleistungen auszeichnet, wird das Bewertungsinstrument bereits erfolgreich angewendet. Der Award würdigt vor allem solche Innovationen, die sich in der Vergangenheit positiv auf das Leistungsangebot der Deutschen Bahn auswirkten und einen erhöhten Neuheitsgrad oder Mehrwehrt hatten, sich einfach umsetzen ließen oder sehr nachhaltig waren. Dazu zählen neben neuen Technologien, Prozessen oder Produkten auch innovative Dienstleistungen oder Marketinglösungen.

Bis zum 10. März 2016 können DB-Lieferanten ihre Bewerbung für den Preis einreichen und erläutern, welche innovativen Leistungen sie bei Erprobungen, Lieferaufträgen oder Entwicklungsprojekten hervorgebracht haben. Dabei können maximal drei Einreichungen pro Lieferant berücksichtigt werden.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

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