Fraunhofer ISI: Hightech-Strategie 2025 ist erfolgversprechend

4.12.2018

Seit gestern findet in Nürnberg der Digital-Gipfel 2018 mit dem Schwerpunktthema Künstliche Intelligenz (KI) statt. Die KI-Strategie der Bundesregierung soll einen Beitrag zur Umsetzung der Hightech-Strategie 2025 (HTS 2025) leisten. Das Fraunhofer ISI hat sich in einem Policy Brief mit der HTS 2025 auseinandergesetzt.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI haben einen Policy Brief erarbeitet, der sich mit der Hightech-Strategie 2025 (HTS 2025) auseinandersetzt. Im Mittelpunkt der im September 2018 von der Bundesregierung beschlossenen HTS 2025 stehen unter anderem die Förderung von Schlüsseltechnologien, die auch disruptive Innovationspotenziale eröffnen, sowie die Orientierung an gesellschaftlichen Herausforderungen durch die gezielte Entwicklung von Missionen. Eine der zwölf Missionen der HTS 2025 ist, Künstliche Intelligenz in die Anwendung zu bringen. Dieser Aspekt wurde in der im November beschlossenen »Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung« vertieft. Auch auf dem Digital-Gipfel werden die von der Bundesregierung derzeit diskutierten Wirkungen des digitalen Wandels auf die Wirtschaft und Arbeit der Zukunft erörtert.

Die Publikation »Kritische Reflektionen und Empfehlungen zur Umsetzung der Hightech-Strategie 2025« des Fraunhofer ISI reflektiert die Grundprinzipien der HTS 2025 ebenso wie die zentralen Handlungsfelder und ausgewählte spezifische Initiativen. Die Autorinnen und Autoren diskutieren sowohl die Grundidee der HTS als auch konkrete Umsetzungsoptionen auf Basis aktueller Forschungsergebnisse im Rahmen nationaler und europäischer Projekte.

Grundprinzipien, Handlungsfelder und Initiativen der HTS 2025

Bei den Grundprinzipen der Forschungs- und Innovationspolitik gilt das Augenmerk denjenigen, die in der aktuellen HTS 2025 eine stärkere Gewichtung oder eine neue Ausrichtung erfahren haben:

  • Missionsorientierung
  • Forschung und Innovation in gesellschaftlicher Verantwortung
  • Partizipation und gesellschaftlicher Dialog

Folgende zentrale und aktuelle Handlungsfelder werden in der Publikation des Fraunhofer ISI näher beleuchtet:

  • Nachhaltigkeit
  • Stadt und Land
  • Wirtschaft und Arbeit 4.0

Als Beispiele für einzelne spezifische Initiativen werden fünf Themen mit hoher Bedeutung für die Forschungs- und Innovationspolitik sowie hohem Neuigkeitsgrad diskutiert:

  • Agentur für Sprunginnovationen
  • Wissens- und Technologietransfer sowie Offenheit
  • Soziale Innovationen
  • Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen und steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung
  • Reallabore

Prof. Dr. Mario Ragwitz, stellvertretender Leiter des Fraunhofer ISI, resümiert die Analyse: »Wir halten die HTS 2025 für grundsätzlich erfolgversprechend, insbesondere aufgrund ihrer konsequenten Orientierung an gesellschaftlichen Herausforderungen auf Basis einer komplexitätsgerechten, lernenden Innovationspolitik. Wichtig für die Umsetzung ist die an vielen Stellen vorgesehene ressortübergreifende Koordination. Ebenso relevant ist eine ganzheitliche Transformationsperspektive, die Angebot und Nachfrage integriert und sich nicht auf einzelne Innovationen konzentriert. Wir verstehen unser Papier als Beitrag zu einem gesellschaftlichen Dialog über Prioritäten und Handlungsoptionen einer effektiven Realisierung der HTS 2025.«

Prof. Dr. Jakob Edler, geschäftsführender Leiter des Fraunhofer ISI, ergänzt, dass eine kritische Begleitung und Reflektion der HTS, wie sie im Policy Brief geleistet werde, unabdingbar sei: »Der auch in Europa durchaus richtungsweisende missionsorientierte, das heißt an gesellschaftlichen Bedürfnissen orientierte Ansatz in der Innovationspolitik bedarf per Definition einer breiten politischen und gesellschaftlichen Diskussion. Genau dazu soll unsere Publikation beitragen.«

Mit Blick auf den Digital-Gipfel betonen die Autorinnen und Autoren des Fraunhofer ISI, dass Digitalisierung zwar ein Basistrend der kommenden Jahre sei, aber rein technische Lösungen keine ausreichenden Antworten auf die bevorstehenden großen Herausforderungen geben könnten. Dies betreffe auch die Künstliche Intelligenz. Eine Einbettung in das gesellschaftliche Gesamtsystem sei unbedingt notwendig, um Partizipation und Verantwortung zu gewährleisten.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.