Der Schutz von Klima und Umwelt hat in Deutschland nach wie vor einen hohen Stellenwert und wird in der Bevölkerung als wichtige politische Aufgabe verstanden. Betrachtet man jedoch konkrete politische Maßnahmen, die Emissionen reduzieren und Verhaltensänderungen anstoßen sollen, zeigt sich häufig Uneinigkeit in der Bevölkerung. Vor allem preisliche oder regulative Maßnahmen, die in Bezug auf Einsparpotenziale häufig wirksamer sind als Anreizmaßnahmen, stoßen oft auf geringere Zustimmung in der Bevölkerung. Dies liegt vor allem daran, dass sie stärker in bestehende Gewohnheiten eingreifen und insbesondere Haushalte mit niedrigeren Einkommen belasten können, wodurch soziale Spannungen entstehen können.
In diesem Projekt werden deshalb mittels einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung die Einstellungen, Bedürfnisse und Erwartungen der hessischen Bevölkerung zu einer sozial gerechten Klimapolitik erfasst, wobei der Schwerpunkt auf den Bereichen Wohnen, Energienutzung und Mobilität liegt.
Ergänzend werden Fokusgruppen mit besonders betroffenen Haushalten sowie mit hinsichtlich Klimaschutz und klimapolitischer Maßnahmen skeptischen Milieus der Mittelschicht durchgeführt, um ein vertieftes Verständnis ihrer Perspektiven zu erlangen. Auf Basis der Ergebnisse beider Erhebungen werden konkrete Handlungsempfehlungen für eine sozial ausgewogene und wirksame hessische Klimapolitik abgeleitet.