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Projekt

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

Forschungsverbund - Sicherheit im öffentlichen Raum (SIRA)

Motivation

Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September steht die Frage nach einem angemessenen Verhältnis von Freiheit und Sicherheit im Mittelpunkt öffentlicher Debatten. Dabei ist unstrittig, dass der zunehmende Einsatz von Sicherheitsmaßnahmen das Gleichgewicht zwischen bürgerlichen Freiheitsrechten und öffentlicher Sicherheit zu Ungunsten ersterer verschiebt. Allerdings lassen sich, etwa im internationalen Vergleich, erhebliche Unterschiede feststellen, wenn es um die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Maßnahmen geht.

Ziele und Vorgehen

Das Projekt untersucht, welche Faktoren die Akzeptanz bzw. Ablehnung von Sicherheitsmaßnahmen im öffentlichen Raum beeinflussen. Um diese Frage zu beantworten werden Fallstudien in zwei Teilbereichen durchgeführt. Der erste Bereich beschäftigt sich mit Sicherheitsmaßnahmen im Personenluftverkehr („Luftverkehrssicherheit“), der zweite Bereich widmet sich der Erhebung und Speicherung von Daten durch staatliche Organe zur Herstellung von Sicherheit („Informationssicherheit“).

Innovationen und Perspektiven

Zentrale These des Projektes ist, dass die Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen maßgeblich vom gesellschaftlichen Umfeld abhängt. Um den Einfluss so genannter soziokultureller Faktoren zu untersuchen, wird im Projekt ein entsprechender theoretischer Rahmen entwickelt, der gleichzeitig Grundlage und Bezugspunkt für die empirischen Fallstudien ist.

Projektbeitrag des Fraunhofer ISI

Das Teilvorhaben des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) „Bewertung von innovativen Sicherheitstechniken“ zeichnet sich durch zwei Zielsetzungen aus: Die erste Zielsetzung besteht darin, eine Methode zur Bewertung von Sicherheitstechniken („SIRA-Value“) zur Entscheidungsunterstützung während des Innovationsprozesses von Sicherheitstechniken zu entwickeln, in der insbesondere die Aspekte der Akzeptanz und Ablehnung von Sicherheitstechniken durch verschiedene audiences Berücksichtigung finden sollen. Diese Methode soll an den spezifischen Bedingungen der Technikinnovation in der Flughafensicherheit ausgerichtet sein und gleichzeitig die Einbeziehung soziokultureller Einflussfaktoren in der Bewertung von Sicherheitstechniken ermöglichen. Im Sicherheitssektor liegt es auf der Hand, dass zahlreiche spezifische Randbedingungen, wie etwa die zentrale Rolle staatlicher Technikanwender und die Breite der „Nutzer“ quer über alle Bevölkerungsgruppen, zu beachten sind. Insbesondere der institutionenübergreifende Entscheidungsprozess und das Vorhandensein multipler audiences erfordern Abweichungen von herkömmlichen partizipativen Prozessen der Technikgestaltung. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Weiterentwicklung bestehender Methoden der Technikbewertung. In Zusammenarbeit mit den anderen Teilprojekten des Arbeitspakets 2 „Luftsicherheit“ sollen dazu empirisch messbare und relevante Bewertungskriterien aus Akteurssicht ausgewählt werden. Dies soll vor allem im Hinblick auf die Schaffung bzw. Erhöhung der Akzeptanz von Sicherheitstechniken und den in den anderen Teilprojekten identifizierten soziokulturellen Einflussfaktoren erfolgen. Um die entwickelte Bewertungsmethode einem Praxistest zu unterziehen, ist ab Juni 2013 eine Workshopreihe mit den unterschiedlichen Akteuren initialisiert.

Als zweite Zielsetzung soll ein generalisierbares Verfahren („SIRA-Value in Use“), zur Unterstützung der Invention und Implementierung neuer Sicherheitstechniken in der Luftverkehrssicherheit, konzipiert werden. Konkret soll dieses Verfahren Empfehlungen für die Anwendung der entwickelten Bewertungsmethode „SIRA-Value“, zur Unterstützung eines partizipativen Prozesses der Technikgestaltung, enthalten. Zu diesem Zweck sollen bestehende Methoden auf den Bereich des SIRA-Projekts übertragen und entsprechend erweitert sowie mit der Anwendung des Bewertungsmodells verbunden werden. In diesem Zusammenhang sollen auch Anpassungen von „SIRA-Value in Use“ an unterschiedliche soziokulturelle Kontexte erfolgen. Die Annahmen, die den Ansätzen der multikriteriellen Technikbewertung und der partizipativen Technikoptimierung zugrundeliegen, sollen in „SIRA-Value“ und „SIRA-Value in Use“ zu einem neuen Bewertungskonzept integriert werden. Aufbauend darauf soll die Übertragbarkeit dieser Annahmen auf weitere Sicherheitstechniken in verschiedenen Anwendungsbereichen im Flughafen geprüft werden.

Informationen zum Gesamtprojekt finden Sie hier.

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