Projekt

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

Evaluation der Förderaktivität "Ersatzmethoden zum Tierversuch"

Seit 1980 fördert das BMBF Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit dem Ziel, Tierversuche im regulatorischen Bereich, in der anwendungsorientierten Forschung und in der Grundlagenforschung durch Alternativmethoden zu ersetzen bzw. zu ergänzen. Gefördert werden FuE-Vorhaben und Validierungsvorhaben, die wesentliche Beiträge zum 3R-Konzept nach Russel und Burch (1959) erwarten lassen, d.h., die Alternativen sollen entweder einen vollständigen Verzicht auf die Nutzung von Versuchstieren (Replacement) oder eine Reduzierung der Anzahl der verwendeten Tiere (Reduction) bzw. eine Minderung des Belastungsgrades der Tiere (Refinement) erlauben. Insbesondere soll die Verwendung von sinnesphysiologisch hoch entwickelten Arten weiter eingeschränkt werden. Das BMBF hat das Fraunhofer ISI beauftragt, diejenigen Projekte zu Ersatzmethoden zum Tierversuch einer retrospektiven und prognostizierenden Evaluation zu unterziehen, die im Zeitraum 2001-2008 bewilligt wurden. Dabei war zu klären,

  • welche Beiträge durch die geförderten Projekte zum 3R-Konzept geleistet wurden,
  • inwieweit die Forschungsergebnisse in die Praxis umgesetzt werden konnten,
  • welche Auswirkungen die Förderung auf die Tierversuchszahlen in Deutschland hatte,
  • inwieweit die Fördermodalitäten geeignet waren,
  • welche Handlungsoptionen für die künftige Ausgestaltung der Förderrichtlinien abzuleiten sind.


Hierfür wurden die Projektanträge und -berichte systematisch ausgewertet, die Geförderten telefonisch befragt, Interviews mit Experten geführt und Fachliteratur und Statistiken ausgewertet. In einem Expertenworkshop wurden die Informationen bewertet und Handlungsoptionen erarbeitet.

Die Ergebnisse der Evaluation sind in die neuen BMBF-Förderrichtlinien "Alternativmethoden zum Tierversuch" vom 17.6.2011 eingeflossen. Insbesondere wurden folgende Empfehlungen der Evalulation in den neuen Förderrichtlinien umgesetzt:

  • der höhere Stellenwert, der künftig der zeitnahen und zielgerichteten Umsetzung erzielter Resultate in die Praxis beigemessen werden wird,
  • die Möglichkeit zu ergänzenden Finanzierungsbeiträgen bei notwendigen (inter-)nationalen methodenspezifischen Behördenkooperationen, 
  • ein kontinuierliches Projektmonitoring durch jährliche Statusseminare sowie
  • eine obligatorische wissenschaftliche Abschlussbegutachtung durch ein unabhängiges Gutachtergremium, das gegen Ende des Förderzeitraumes einen "Soll-Ist-Vergleich" auf Grundlage der im Antrag zu formulierenden projektspezifischen Erfolgskriterien bewerten wird.

 

    Status:
    abgeschlossen (4-2010/2-2011)

Auftraggeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Partner:
PD Dr. Franz P. Gruber, Küsnacht, Schweiz

Publikation:
Hüsing, B.; Gruber, F.P.; Reinhold, H.; Wydra, S. (2011): Evaluation des Förderschwerpunkts "Ersatzmethoden zum Tierversuch". Abschlussbericht, Karlsruhe: Fraunhofer ISI.

http://www.ptj.de/lw_resource/datapool/_items/item_2542/schlussbericht.pdf