Projekt

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

Politikbenchmark Medizintechnik. Medizintechnische Innovationen – Herausforderungen für Forschungs-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik

Medizintechnik fällt in den Zuständigkeitsbereich sowohl der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Dabei stellt sich die innovationspolitische Herausforderung, die teilweise synergistischen, teilweise aber auch divergierenden Zielsetzungen, Maßnahmen und Instrumente der jeweiligen Politikfelder so aufeinander abzustimmen, dass günstige Rahmenbedingungen für die Entwicklung und klinische Anwendung von medizintechnischen Innovationen geschaffen werden, die eine qualitativ hochwertige und zugleich kosteneffiziente Gesundheitsversorgung gewährleisten und außerdem einen positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Schnittstellenprobleme zwischen verschiedenen Politikfeldern ergeben sich zum einen in der zeitlichen Koordination, zum anderen aber auch bei der Priorisierung von Zielen und der Auflösung von Zielkonflikten.

Aus aktuellen Studien zur Medizintechnik in Deutschland gibt es Hinweise, dass durch eine adäquate Gestaltung der Schnittstellen zwischen Forschungs-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik Beiträge zur Überwindung bestehender Hemmnisse und Herausforderungen in der Medizintechnik geleistet werden könnten. Aufgrund der großen Bedeutung der Medizintechnik sowie der Herausforderung an eine förderliche Gestaltung der Rahmenbedingungen soll im Auftrag des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgen-Abschätzung ein Politikbenchmarking durchgeführt werden.

Ziel des Politik-Benchmark-Reports ist es, in der Medizintechnik an den Schnittstellen zwischen Forschungs-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik in international vergleichender Perspektive zu analysieren,

  • welche Anforderungen sich an die Forschungspolitik für die Medizintechnik aus gesundheits- und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen und Strategien ergeben, inwieweit diese synergistisch, komplementär oder konfligierend sind,
  • durch welche Mechanismen, Prozeduren und Instrumente dieser Situation in der Praxis Rechnung getragen werden könnte bzw. getragen wird, um Zielkonflikte aufzulösen und Synergien auszunutzen,
  • auf dieser Basis Handlungsbedarf und Optionen in Bezug auf Prozeduren, Prozesse und Instrumente für eine koordinierte Innovationspolitik aus forschungspolitischer Sicht in der Medizintechnik in Deutschland zu entwickeln.
Bei der Anlage der Untersuchung wird der Fokus auf die Politik zur Bereitstellung der Wissensbasis für medizintechnische Innovationen gelegt.

Die Untersuchung umfasst folgende Arbeitsschritte:
Zunächst wird eine Stärken- und Schwächenanalyse der Situation der Medizintechnik(branche) in der Bun-desrepublik Deutschland durchgeführt, insbesondere um jene kritischen Bereiche zu identifizieren, für die Lösungsvorschläge zu entwickeln sind. Dieser Arbeitsschritt liefert zudem wichtige Anhaltspunkte für die problemorientierte Auswahl von thematischen Vertiefungsbereichen, die im Rahmen von drei Fallstudien analysiert werden.

In diesen vertiefenden Fallstudien wird untersucht, inwieweit die Maßnahmen und Akteure den Anforderungen, die sich an die Bildungs- und Forschungspolitik für die Medizintechnik aus gesundheits- und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen ergeben, Rechnung tragen und durch welche Mechanismen, Prozeduren, Institutionen und Instrumente erfolgreich Prioritätensetzungen vorgenommen, Zielkonflikte aufgelöst und Synergien ausgenutzt werden. Die Auswahl und Konzeption der drei Vertiefungsstudien orientiert sich vorwiegend an den wichtigsten Phasen der Wertschöpfungskette, die Medizinprodukte typischerweise durchlaufen. Zudem werden „Good practice“-Beispiele aus Referenzländern herangezogen, die in der Medizintechnik(förderung) und Rahmensetzung als vorbildlich gelten.

Auf der Grundlage der Fallstudien werden schließlich Handlungsoptionen in Bezug auf Prozeduren, Prozesse und Instrumente für eine koordinierte Innovationspolitik aus forschungspolitischer Sicht in der Medizin-technik in Deutschland entwickelt.
 
Status:
Laufendes Projekt (04/2007-11/2008)

Auftraggeber:
Deutscher Bundestag