Projekt

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

TAB Hirnforschung - Förderprogramme und Converging Technologies

Das Projekt TAB-Hirnforschung besteht aus zwei Teilgutachten, die für das Büro für Technikfolgenabschätzung beim deutschen Bundestag erstellt werden. Zum einen wird ein internationaler Überblick über staatliche Förderaktivitäten der Hirnforschung erstellt (1) und zum anderen der Frage nachgegangen, inwieweit Hirnforschung in den Themenbereich der „Converging Technologies“ eingebunden ist (2).

1. Förderprogramme
Einzelne Teilbereiche der Hirnforschung sind ebenso wie interdisziplinäre Vorhaben zur Bearbeitung bestimmter Leitfragen der Neurowissenschaften Gegenstand staatlicher Forschungsförderung. Aufgrund der großen Bedeutung des Themas wird davon ausgegangen, dass sich die staatliche Forschungsförderung in fast allen entwickelten Industrieländern direkt oder indirekt der Hirnforschung oder einzelner seiner Teilaspekte angenommen hat und diese finanziell unterstützt oder anderweitig fördert.

Allerdings gibt es momentan keinen Überblick über staatlicher Förderprogramme zur Hirnforschung, aus dem man entnehmen könnte, wo die jeweiligen Schwerpunkte gesetzt werden und welche Teilaspekte als vordringlich angesehen werden. In diesem Teil-Gutachten soll ein solcher Überblick erarbeitet werden, wobei zunächst folgende Länder untersucht werden: Deutschland, EU (Ebene der europäischen Programme), USA und Japan. Eine Erweiterung dieser Liste um Länder, die besonders aktiv im Bereich der Hirnforschung sind, oder von denen neue Impulse zur Strukturierung des Themas ausgehen, ist möglich.

2. Converging Technologies
Der Begriff „Converging Technologies“ verweist auf das Phänomen, dass die vier bisher getrennten Forschungsfelder Nano-, Bio- und Informationstechnologie sowie Kognitionswissenschaften (NBIC) zunehmende Überschneidungen aufweisen. Ein Forschungsfeld, das auf unterschiedliche Weise von dem proklamierten Zusammenwachsen der genannten Disziplinen betroffen ist, ist die Hirnforschung. Die Hirnforschung beschäftigt sich mit den anatomischen, physiologischen, zellulären und molekularen Grundlagen von Hirnfunktionen sowie ihrer Störungen durch Erkrankungen und degenerative Prozesse.

Im Rahmen dieses Gutachtens soll dargestellt werden, welche konkreten Beziehungen es zwischen der Hirnforschung und dem Feld der „Converging Technologies“ gibt. Bei beiden Forschungsgebieten handelt es sich um interdisziplinäre und stark heterogen strukturierte Gebiete, für die es keine verbindlichen Abgrenzungen gibt, auf die man zurückgreifen könnte. Will man die Beziehungen zwischen Hirnforschung und „Converging Technologies“ bestimmen, kommt man aber um eine adäquate Strukturierung des Gegenstandsbereichs nicht umhin.

Es wird deshalb vorgeschlagen, die Strukturierung des Bereichs der Hirnforschung auf der Basis der Erkenntnisse des parallel eingereichten Antrags „Überblick über Förderprogramme zur Hirnfoschung national und international“ zu entwickeln sowie Hinweise aufzunehmen, die sich - soweit vorhanden - aus dem ebenfalls vom TAB veranlassten Überblicksgutachten zum „Stand und zur Entwicklung der Hirnforschung“ ergeben.  

Die Leitfragen des Projekts lauten:
  • Welche Rolle spielt die Hirnforschung bei der Entwicklung und Etablierung der „Converging Technologies“ im Sinne des Verschmelzens der Teildisziplinen Nano-Bio-Info-Cogno? 
  • Welches sind die spezifischen Beiträge, die die Hirnforschung zur Konvergenz beisteuert?
  • Ist die Hirnforschung ein treibender Faktor bei der Entwicklung der „Converging Technologies“ (CT) oder ist sie eher ein getriebener oder beobachtender Teilbereich?
  • Welche neuen Untersuchungsbereiche ergeben sich umgekehrt für die Hirnforschung vor dem Hintergrund der CT-Entwicklungen?
Status:
Abgeschlossenes Projekt  (2005-2006)

Auftraggeber:
TAB