Fraunhofer-Talent-School Karlsruhe 2010
Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI
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Schüler schnupperten Wissenschaftsluft bei der Fraunhofer-Talent-School 2010 am Fraunhofer ISI
Die Herbstferien standen für 29 Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr im Zeichen von Technik und naturwissenschaftlichen Fragestellungen. Zusammen mit Forschern des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI beteiligten sie sich an der Initiative „Fraunhofer-Talent-School“ und begaben sich auf wissenschaftliche Entdeckungstour. In drei Workshops wurden über aktuelle Forschungsthemen nachgedacht und Ideen entwickelt. Ein spannendes Rahmenprogramm sorgte dafür, dass außerhalb der Workshopzeiten keine Langeweile aufkam.
Die Schüler aus Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland im Alter zwischen 15 und 20 Jahren haben sich auf Empfehlung von Schulen, Lehrern oder ihren Eltern für die Teilnahme an der Fraunhofer-Talent-School beworben.
Mit den Möglichkeiten im Kampf gegen den Klimawandel beschäftigten sich die Jugendlichen zusammen mit Dr. Anja Peters und Dr. Elisabeth Dütschke, Wissenschaftlerinnen am Fraunhofer ISI im Workshop Carbon Capture and Storage (CCS). In diesem Workshop wurde die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid im Rahmen von CCS näher betrachtet und die Vor- und Nachteile erarbeitet. Hierbei handelt es sich um eine vergleichsweise neue Technologie, die in Politik, Industrie und Wissenschaft zunehmend als technisch machbar und möglicherweise klimapolitisch notwendige Option im weltweiten Kampf gegen den Klimawandel diskutiert wird. Für die Jugendlichen im Workshop ist CCS nur eine Übergangslösung, da die Speicherkapazität in Deutschland begrenzt ist. Außerdem sehen es die Nachwuchsforscher kritisch, dass diese Technologie erst wenig erprobt ist. Für sie sollte die Steigerung der Effizienz in den Kraftwerken und erneuerbaren Energien im Fokus stehen.
Das Internet der Zukunft sowie Perspektiven für die Netzpolitik entwickelten die Schüler im zweiten Workshop unter Leitung von Dr. Simone Kimpeler. Ziel war es, die Alltagserfahrungen von Jugendlichen im Umgang mit dem Internet als wertvolle Anregungen zu nutzen und daraus Ideen für die künftige Entwicklung des Internets zu entwickeln. Aus Sicht der Schüler entwickelt sich die Freizeitgestaltung hin zu einer Virtualisierung von Sport, Musik und Kunst. Virtuelle Freundschaften, die Vernetzung untereinander und der Körper als Touchscreen Interface prägen nach den Vorstellungen der Jugendlichen unsere Zukunft.
Sind Videokameras und automatische Bilderkennungssysteme auf Plätzen, in U-Bahnen, im Supermarkt oder gar im Wohnbereich eine unzumutbare Einschränkung von individuellen Freiheitsrechten oder eine hilfreiche und notwendige Innovation für mehr Sicherheit und Komfort? Im Workshop Sicherheitstechniken für die Zukunft: Freiheit unter Kontrolle? beschäftigten sich die Schüler zusammen mit Dr. Philine Warnke, Peter Zoche und Bruno Gransche mit dieser Frage. Intensive Diskussionen, Experteninterviews, eine Online-Umfrage sowie eine Zukunftsbilderstellung förderten eine Reihe von Chancen für besseren Schutz und bequemeres Leben, aber auch Risiken zutage. Neben der Möglichkeit von Prävention, Früherkennung und Aufklärung von Straftaten oder Übergriffen besteht laut den Schülern immer auch die Gefahr, dass Freiheit und Privatsphäre zu sehr eingeschränkt werden. Ebenfalls kritisch diskutiert wurden die zunehmende Abhängigkeit von der Technik, der Verlust menschlicher Fähigkeiten, die Gefahr von Fehlern bei automatischen Entscheidungen sowie die Sicherheit von Videokontrollsystemen gegenüber Viren und Hackern.
Ein Highlight für die Jugendlichen war das Kamingespräch mit der Institutsleiterin Prof. Dr. Marion Weissenberger-Eibl und dem stellvertretenden Leiter Dr. Harald Hiessl. Das Fazit der Schüler zur ersten Fraunhofer-Talent- School am Fraunhofer ISI war durchweg positiv. Besonders die vielen Diskussionen und das selbstständige Arbeiten in den Workshops haben ihnen gut gefallen. Auch die Wissenschaftler des Fraunhofer ISI waren begeistert von der Motivation der jungen Forscher. „Aus meiner Sicht war der Workshop ein voller Erfolg! Wir haben tolle Ergebnisse in unseren Gruppen erzielt und den Jugendlichen hat es viel Spaß gemacht. Wir hatten wirklich spannende Diskussionen und drei schöne Tage“, freut sich Prof. Dr. Marion Weissenberger-Eibl.
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