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Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

Institutsleiterin des Fraunhofer ISI in Lenkungskreis der Wissenschaftsplattform "Nachhaltigkeit 2030" berufen

Presseinformation 26.06.2017

Die Leiterin des Fraunhofer ISI und Inhaberin des Lehrstuhls Innovations- und TechnologieManagement am Karlsruher Institut für Technologie KIT, Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl, wurde vom BMBF, BMUB, dem BMZ sowie dem Bundeskanzleramt in den Lenkungskreis der SDG-Wissenschaftsplattform "Nachhaltigkeit 2030" berufen. Deren Aufgabe besteht darin, die Umsetzung der neuen deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wissenschaftlich zu begleiten. Die Erreichung von diversen Zielen im Kontext der "Sustainable Development Goals" (SDG) soll dadurch sichergestellt werden.

Um die Umsetzung der neuen deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die sich an den "Sustainable Development Goals" (SDG) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen orientiert, voranzutreiben, hat die deutsche Politik eine Wissenschaftsplattform ins Leben gerufen. In deren Lenkungskreis, in den Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl berufen wurde, arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam an der Umsetzung der in der Nachhaltigkeitsstrategie verankerten Ziele. Die Aufgabe des Lenkungskreises besteht darin, die Schwerpunkte der Plattformarbeit festzulegen und regelmäßig auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Handlungsempfehlungen zur schnellen Umsetzung der Ziele für eine nachhaltigere Entwicklung auszuarbeiten.

Im Lenkungskreis sprach sich die Leiterin des Fraunhofer ISI dafür aus, Nachhaltigkeit künftig noch stärker als Indikator für Leistungsfähigkeit zu definieren: "Den Sustainable Development Goals, kurz SDGs, wird national wie global ein hoher Stellenwert im politischen Diskurs eingeräumt. Dennoch sind in zentralen Bereichen wie bei der Reduzierung der CO2-Emission kaum Änderungen zu verzeichnen. Ein 'Weiter so wie bisher' würde deshalb dazu führen, dass ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele nicht erreicht werden könnten." Die Anstrengungen für mehr Nachhaltigkeit müssten deshalb intensiviert werden: Nachhaltiges Handeln sollte von der Politik deutlich aufgewertet und etwa von Unternehmen viel stärker als bisher berücksichtigt sowie etwaige Anstrengungen stärker gewürdigt werden.

Des Weiteren erscheint es laut Weissenberger-Eibl bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele besonders wichtig, die verschiedenen zur Verfügung stehenden Handlungsoptionen stärker nach ihrer Effektivität zu priorisieren. Die Maßnahmen sollten national wie international viel stärker nach Relevanz und Effektivität bewertet werden und als Basis dafür differenzierte Indikatoren dienen. Die Frage, ob Konsum und Produktion im Lauf der Zeit tatsächlich nachhaltiger ausfallen, ließe sich zum Beispiel mittels Indikatoren zum Marktanteil von Produkten mit staatlichem Umweltzeichen oder dem CO2-Verbrauch messen. Da es sich um hochkomplexe Zusammenhänge handelt, ist die Entwicklung zusätzlicher wissenschaftlicher Modelle nötig, um gewünschte und tatsächliche Handlungswirkungen besser abschätzen zu können.

Weissenberger-Eibl weist zudem auf den weiter bestehenden Zielkonflikt zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit hin, der unbedingt aufgelöst werden müsste. Es gelte, Wohlstand vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Im 20. Jahrhundert dienten der Innovationsforscherin zufolge Wachstumsziele primär der Förderung des Wohlstands. Wenngleich materieller Wohlstand auch heute wichtig bleibt, sollten neben der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auch andere Aspekte wie zunehmende Bildung, Gesundheitsfürsorge, Geschlechtergleichheit, Rechtsstaatlichkeit sowie Klima- und Artenschutz eine stärkere Berücksichtigung finden – auf globaler Ebene und auch bei Schwellen- und Entwicklungsländern. Gleichzeitig gilt es, die Flexibilität und Adaptionsfähigkeit von gewachsenen Wirtschaftssystemen sicherzustellen, damit sie künftige Herausforderungen bewältigen können.

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Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

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