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Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

Projekt "LEEN 100": Erstes Netzwerk für mehr Energieeffizienz startet in Frankfurt am Main

Presseinformation 27.04.2015

Am 24. April 2015 ist in Frankfurt am Main das erste Netzwerk im Rahmen des Projekts "Lernende Energieeffizienz-Netzwerke" (LEEN 100) gestartet. Die beteiligten Unternehmen – wollen unter anderem dazu beitragen, die CO2-Emissionen der Region zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Dieses und weitere 40 geplante Netzwerke, die 2015 oder 2016 starten, werden wissenschaftlich vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, von der Stiftung für Ressourceneffizienz und Klimaschutz (STREKS) sowie vom Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) begleitet und evaluiert.

Vertreter der Stadt Frankfurt und der teilnehmenden Betriebe sowie Mitglieder des wissenschaftlichen Projektteams feiern das erste LEEN100-Netzwerk.   © Salome Roesslerzoom
Vertreter der Stadt Frankfurt und der teilnehmenden Betriebe sowie Mitglieder des wissenschaftlichen Projektteams feiern das erste LEEN100-Netzwerk. © Salome Roessler

Den Startschuss zum Lernenden Energieeffizienz-Netzwerk Frankfurt Rhein-Main gab Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Frankfurt am Main, am 24. April 2015. Im Kaisersaal des Römers würdigte sie die Initiative der beteiligten Firmen, die Klimaziele der Stadt Frankfurt aktiv zu unterstützen. Energieeffizienzsteigerung bezeichnete sie als "die stärkste Verbündete zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt": Die derzeit noch knapp zwölf Tonnen CO2-Emissionen pro Einwohner der Stadt Frankfurt (inklusive Verkehr) sollen bis 2030 halbiert werden; zudem wird angestrebt, bis 2050 den verbleibenden Energiebedarf weitgehend durch erneuerbare Energien zu decken.

Die Initiatoren des Netzwerks Frankfurt Rhein-Main – neben der Stadt Frankfurt die Arqum GmbH – können auf den Erfahrungen der 30 Pilot-Netzwerke (2009 bis 2014) aufbauen: In diesem Projekt wurden sogar teilnehmende Betriebe, die kaum Möglichkeiten der Energiekostensenkung vermuteten, von einer Energieeffizienzsteigerung von durchschnittlich zehn Prozent überrascht. Das liegt vor allem daran, dass die Lernenden Energieeffizienz-Netzwerke ein erprobtes Verfahren durchlaufen: ein Energieaudit mit Bericht und Maßnahmenübersicht, professionell vorbereitete und moderierte Netzwerktreffen mit Erfahrungsaustausch der Energieverantwortlichen, Betriebsbegehungen beim jeweils gastgebenden Teilnehmerbetriebe sowie ein jährliches Monitoring. Dies alles senkt die Such- und Entscheidungskosten des einzelnen Energieverantwortlichen, der meist wenig Zeit hat, sich diesem Thema zu widmen. Zudem wächst im geschlossenen Kreis der Netzwerkteilnehmer das Vertrauen, was häufig zu einem Austausch über die Netzwerkarbeit hinaus führt. Nicht zuletzt ermöglichen das Ziel der Effizienzsteigerung und die Monitoringergebnisse dem einzelnen Betrieb, sein Image durch glaubwürdigen Klimaschutz zu verbessern.

Ursula Mielicke erläutert die umfassende Erfahrung, auf der das LEEN-Netzwerk aufbauen kann.   © Salome Roesslerzoom
Ursula Mielicke erläutert die umfassende Erfahrung, auf der das LEEN-Netzwerk aufbauen kann. © Salome Roessler

Die Lernenden Energieeffizienz-Netzwerke werden wissenschaftlich vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, von der Stiftung für Ressourceneffizienz und Klimaschutz (STREKS) sowie vom Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) begleitet und evaluiert. Ursula Mielicke vom Projektteam fasst die Ergebnisse der Begleitforschung zusammen: "Die Betriebe der 30 Pilot-Netzwerke erreichten eine Verdopplung der Energieeffizienzsteigerung gegenüber dem Durschnitt der Industrie. 96 Prozent der Betriebe setzten Anregungen aus den Netzwerken in Maßnahmen um, 75 Prozent hätten zumindest einen Teil hiervon ohne Netzwerk nicht umgesetzt. Folgerichtig bewerteten 75 Prozent den Nutzen der Lernenden Energieeffizienz-Netzwerke als hoch gegenüber dem Aufwand."

Weitere Lernende Energieeffizienz-Netzwerke sind im Aufbau und werden in Kürze gestartet. Die ersten zehn Netzwerke können eine Förderung in Höhe von bis zu 4.000 Euro für jedes teilnehmende Unternehmen erhalten. Informationen zum Projekt gibt es unter www.energie-effizienz-netzwerke.de und www.marie.streks.org.

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