Projekt
Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI
Beteiligungen von Hochschulen an Ausgründungen - Möglichkeiten, Anforderungen und Vorgehensweisen
Ziel der Studie ist es, für die Universitäten und Fachhochschulen mit einem nennenswerten Potenzial für Verwertung von FuE-Ergebnissen über Unternehmensausgründungen (Spin-offs) mehr Transparenz über die Möglichkeiten und Anforderungen von Beteiligungen an diesen Ausgründungen zu schaffen. Um die operative Gestaltung von Beteiligungsprozessen effizienter zu gestalten und ihnen ein aktives Beteiligungsmanagement zu erleichtern, sollen Handlungshilfen erarbeitet werden. Ziel ist es ferner, auf diesem Wege unternehmerisches Denken und Handeln in den Verwaltungen der Hochschulen zu stärken, Hemmnisse und Vorbehalte gegenüber einer stärkeren Unterstützung von Gründungsvorhaben wegen fehlendem Wissen abzubauen und den Hochschulen eine realistische Einschätzung zu den Chancen und Risiken im konkreten Fall zu ermöglichen. Dahinter steht die Überlegung, dass sich die Universitäten und Fachhochschulen auf diese Weise eine weitere Einnahmequelle erschließen, so dass es für sie attraktiv ist, Ausgründungen ihrer Mitarbeiter aktiv zu unterstützen. Außerdem könnte auf diese Weise die Gründungsförderung durch die Hochschule auf längere Sicht zumindest partiell auf eine sich selbst tragende/finanzierende Basis gestellt werden.
Die Studie befasst sich mit folgenden Inhalten:
- Charakterisierung von Unternehmensbeteiligungen und Diskussion ihrer Vor- und Nachteile im Vergleich zur Lizenzierung und anderen Varianten des Technologietransfers;
- Zusammenfassende Aufbereitung des rechtlichen Rahmens für Unternehmensbeteiligungen von Hochschulen in Deutschland unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Landeshochschulgesetze und -haushaltsordnungen und Ableitung von Anregungen für dessen Weiterentwicklung;
- Erstellung von Fallbeispielen für Beteiligungen an Ausgründungen von deutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Ermittlung von "good practice";
- Erarbeitung eines möglichen Ablaufschemas zur Entscheidung und Realisation von Beteiligungen (u.a. Vorprüfung, Due Diligence, Vertragsgestaltung);
- Diskussion typischer Vertragsbestandteile für Beteiligungen (z.B. Gesellschaftsverträge, Verträge im Zusammenhang mit geistigem Eigentum, Verträge zur Nutzung von Hochschulinfrastruktur);
- Zusammenfassende Darstellung der rechtlichen und organisatorischen Anforderungen an das Beteiligungsmanagement von Hochschulen einschließlich der Schnittstellen zu anderen Einrichtungen, wie z.B. den Patenverwertungsagenturen;
- Herausarbeiten der Aufgaben im Rahmen bestehender Beteiligungen an jungen Technologieunternehmen und sinnvolle bzw. bewährte Verfahrensweisen zum Management dieser Beteiligungen;
- Verdeutlichung spezifischer Herangehensweisen und Erwartungen von Hochschulen, Gründer/innen und anderen Kapitalgebern an die Gründung und (Folge-)Finanzierung junger Technologieunternehmen;
- Benennung struktureller, organisatorischer und personeller Voraussetzungen bzw. Herausforderungen für den Aufbau und die Umsetzung einer solchen Gründungsunterstützung.