Projekt
Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI
Gender-Chancen: Nutzung des Potenzials von Frauen im Innovationssystem
Im Fokus der Studie "Gender Chancen – Nutzung des Potenzials von Frauen im Innovationssystem", in deren Rahmen die Untersuchung "Frauen im Innovationssystem – im Team zum Erfolg" entstanden ist, steht die Überlegung, unter welchen Bedingungen Frauen besonders erfolgreich sind, d.h. einen hohen Beitrag zum Innovationssystem leisten. Dieser Blickwinkel war Ausgangpunkt des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorhabens, das unter Leitung der Fraunhofer-Gesellschaft von dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, der Technischen Universität Berlin, c'trains Kulturvermittlung sowie wehking pr als Projektpartnern durchgeführt wurde. Ziel des Teilprojekts des Fraunhofer ISI ist es, Wege aufzuzeigen, welche Grundbedingungen in Organisationen dazu beitragen, dass das Potenzial von Frauen genutzt werden kann. Es ging darum, insbesondere der Frage nachzugehen, wie das kreative Potenzial, das sich in der Wissenschaft durch Publikationen und Patente messen lässt, genutzt werden kann und welche Rahmenbedingungen dafür bedeutsam sind. Es sollen außerdem Wege aufgezeigt werden, wie Frauen verstärkt für das Innovationssystem gewonnen und gehalten und ihre Kompetenzen gezielt eingebunden werden können. In einer zweiten Publikation wurden die ermittelten Faktoren, die Frauen besonders erfolgreich machen, an den Maßnahmen gespiegelt, die derzeit in Universitäten, Forschungsorganisationen und Unternehmen durchgeführt werden.
Methodisches Vorgehen
Die ISI-Studie basierte auf ausführlichen persönlichen Interviews mit 29 sogenannten Innovationsträgerinnen und zusätzlichen 41 Gesprächen mit Personen aus deren beruflichem Umfeld. Die Innovationsträgerinnen wurden aufgrund ihrer hohen Anzahl an Patenten und Publikationen in den einschlägigen Patent- und Publikationsdatenbanken identifiziert. Die Gesprächspartner/-innen stammen aus den Bereichen Energietechnik, Produktionstechnik, Life Sciences mit Schwerpunkt Biotechnologie sowie der Nanotechnologie. Der zeitliche Schwerpunkt der Gespräche war von Herbst 2008 bis Frühjahr 2009. Konzeptioneller Ausgangspunkt der Studie war die Frage nach typischen fördernden und hemmenden Faktoren für innovative und kreative Leistungen unter Gender-Perspektive. Dabei haben wir differenziert nach Mikrofaktoren (Persönlichkeit, biographische Merkmale), Mesofaktoren (berufliche und soziale Netzwerke) sowie Makrofaktoren (organisatorisches Umfeld inklusive Frauenfördermaßnahmen und Diversity-Ansätzen).
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
- Die Ergebnisse unserer Studie bestätigen, dass es nach wie vor spezifische Arbeitsweisen und Arbeitsstile von Frauen gibt, welche in Folge eine bestimmte Gestaltung der Arbeitsbedingungen implizieren, damit Frauen ihr Potenzial angemessen nutzen können. Zu diesen spezifischen Arbeitsbedingungen zählen vor allem eine funktionierende Teamstruktur und ein ermutigendes soziales und berufliches Umfeld. Für unsere Innovationsträgerinnen, deren Leistungsfähigkeit außer Zweifel steht, ist es äußerst wichtig, dass ihre Meinung und Leistung auch vom direkten Umfeld, d.h. den Mitgliedern der Arbeitsgruppe – inklusive Vorgesetzten –, anerkannt wird. Die große Relevanz "sozialer" Faktoren wird nicht nur von den Innovationsträgerinnen selbst, sondern auch von den Angehörigen des beruflichen Umfeldes klar herausgestellt.
Initiativen zur Gestaltung des Arbeitsumfeldes sollten sich daher nicht in konkreten frauenpolitischen (Förder-)Maßnahmen erschöpfen, sondern vielmehr darauf achten, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem eine Vielfalt von Meinungen und Arbeitsstilen geachtet und respektiert wird. Auf diese Weise kann es gelingen, weit mehr Frauen für Forschung und Entwicklung zu gewinnen und nachhaltig ihre Potenziale in Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen zur Geltung zu bringen als dies bisher der Fall war.
Publikationen
- Bührer, Susanne; Hufnagl, Miriam; Schraudner, Martina (2009): Frauen im Innovationssystem – im Team zum Erfolg. Stuttgart: Fraunhofer Verlag.
- Schraudner, Martina (Hrsg.) (2010):Diversity im Innovationssystem. Stuttgart: Fraunhofer Verlag.
- Bührer, Susanne; Hufnagl, Miriam (2010): Successful women innovators – how did they get where they are? In: Spath, Dieter; Ohlhausen, Peter; Spitzley, Anne (Hrsg.): The Innovation Potential of Diversity. Practical Examples for the Innovation Management. Stuttgart: Fraunhofer Verlag.
Status
abgeschlossenes Projekt (11.2007-3.2010)